
Der Mahaboobnagar Distrikt zählt zu den rückständigsten nicht nur im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh, sondern im ganzen Land. Besonders besorgniserregend ist die gesundheitliche Situation der Mütter und Kinder: Vor Projektbeginn 2007 starben in Indien im Landesdurchschnitt 68 von 100.000 Kindern vor Vollendung des 1. Lebensjahres, so waren es im Mahaboobnagar Distrikt 115. Starben im Landesdurchschnitt 407 von 100.000 Frauen im Zusammenhang mit einer Geburt, so waren es hier 1.775 - eine erschreckend hohe Zahl!
Je ärmer die Familien sind, desto häufiger sind Fälle von Mütter- und Kindersterblichkeit. Schon während der Schwangerschaft ist die Ernährung der Frauen unzureichend, viele leiden unter Blutarmut. Für medizinische Betreuung fehlt das Geld. Die Kinder, die diese Frauen zur Welt bringen, sind meist untergewichtig und schwach.
Die extrem hohe Mütter- und Kindersterblichkeit im Mahaboobnagar Distrikt im Bundesstaat Andhra Pradesh zu reduzieren, dafür setzt sich unser Partner "Youth for Action" mit einem sehr innovativen Ansatz ein: Er bildet Frauen aus den Dörfern selbst als Freiwillige aus. Sie können dann in einfachen medizinischen Angelegenheiten beraten, in schwierigen Fällen ärztliche Hilfe organisieren, Impfungen durchführen. Vor allem betreuen sie auch Schwangere, leisten Geburtshilfe und baraten die jungen Mütter mit den neugeborenen Säuglingen. Sie arbeiten in sogenannten "Mini-Kliniken". Dies ist meist einfach ein kleiner Raum im örtlichen Gemeindezentrum. So haben die Patienten immer gleich vor Ort eine Ansprechpartnerin - im Notfall rund um die Uhr - , so dass sie nicht in weit entfernte und teure Krankenhäuser reisen müssen.
Eine solche Freiwillige ist Radhamma: Sie selbst wurde jahrelang von ihrem Ehemann unterdrückt. Durch die untergeordnete Stellung der Frau sehen viele indische Familien es als nicht erforderlich, sie bei gesundheitlichen Beschwerden zu unterstützen und gar in ihre Gesundheit zu investieren. Viele Frauen leiden an Unterernährung, obwohl sie oft härter arbeiten als Männer. Dies ist vor allem fatal, wenn die Frau ein Kind erwartet - für sie und das Ungeborene.
Radhamma klärt heute Männer und Frauen über die Bedeutsamkeit von gesunden (!) Frauen für die Gesellschaft auf und setzt sich dafür ein, dass kranke Frauen, Schwangere, junge Mütter und ihre Babys entsprechend medizinisch versorgt werden.
Ab 1. Februar 2011 konnten wir die Ausdehnung dieses wichtigen Projektes auf insgesamt 100 Dörfer bewilligen. Ziel ist es, auch hier die Kinder- und Müttersterblichkeit deutlich zu reduzieren. Für drei Jahre haben wir insgesamt 47.081 Euro bewilligt. Wichtigster Baustein ist die Ausbildung der lokalen Gesundheitshelferinnen: Im Laufe von 3 Jahren werden alle 100 neuen Freiwilligen an 18 Kursen teilnehmen.
Wenn Sie dieses Projekt unterstützen möchten, geben Sie bei Ihrer Überweisung bitte die Projekt Nr. I-039-34/07 an. Wir behalten uns im Falle der Ausfinanzierung dieses Projekt die Möglichkeit vor, die Mittel in einem ähnlichen Projekt zur Gesundheitsversorgung der Menschen in Indien und Bangladesch einzusetzen. Vielen Dank!

Für 10 Frauen kostet ein Kurs zur Gesundheitshelferin
50 €.

Heike Kluve
Projektreferentin Südindien
Tel: 0228/ 926 525 32
heike.kluve@andheri-hilfe.org