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Projekttitel Finanzierung | Hauptaktivitäten Förderung der 54 Frauen- und Männer-Selbsthilfegruppen Vernetzung mit anderen Gruppen auf Distriktebene Lehrgänge zu Themen wie Anpassung an den Klimawandel, Ernährungssicherung und Biodiversität Ausbildung der Farmer in organischer Landwirtschaft
| Kosten Workshop zum Thema "Ernährungssicherung" für 80 Personen: 161 Euro Schulung zu Stärkung der Selbsthilfegruppen (u. a. Aufklärung über Rechte der Adivasi): pro Person 4 Euro Mobile Ausstellung zu lokalen Anbaufrüchten/ |
Unser Partner VOICE setzt sich seit einigen Jahren für eine Verbesserung der Situation der Adivasi, der indischen Ureinwohner im Bundesstaat Kerala ein. Das Projektgebiet befindet sich im Distrikt Wayanad, hier leben die meisten Adivasi innerhalb Keralas. Der größte Teil der Bevölkerung bestreitet seinen Lebensunterhalt durch die Landwirtschaft. Allerdings sind die Erträge nicht ausreichend, zu Beginn des Projektes lebten über 90% der Menschen unterhalb der Armutsgrenze.
VOICE hat sich der doppelten Herausforderung gestellt: gegen die Armut der Menschen anzugehen sowie gegen die Diskriminierung der indischen Ureinwohner. Dementsprechend vielseitig ist der Ansatz des Projektes: durch Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge im Zuge einer Förderung traditioneller ökologischer Anbaumethoden soll die Armut reduziert werden. Durch Aufklärung über ihre Rechte und Organisation in Gruppen sollen die Adivasi gestärkt und emanzipiert werden.
Ursprünglich lebten die Adivasi im Einklang mit der Natur. Doch durch ihre Diskriminierung durch höhere indische Kasten wurden und werden die Kultur und alte Traditionen unterdrückt. Viel wertvolles Wissen ging bereits verloren. Um dagegen anzugehen, setzt unser Partner VOICE auf die bewusste Anwendung dieses Wissens: dies geschieht zum Beispiel durch den Anbau lokaler Nutzpflanzen. Sie sind optimal an die vorherrschenden trockenen klimatischen Bedingungen angepasst. Die Bewirtschaftung ist demnach erfolgversprechend und zudem schonend für die Umwelt, da ausschließlich biologische Düngemittel eingesetzt werden. In speziellen Schulungen werden die Farmer in den Anbaumethoden von zum Beispiel Bananen, Reis und Tapioka unterrichtet. In einer mobilen Einrichtung präsentieren ausgebildete Mitarbeiter die unterschiedlichen Samenarten. In einigen Dörfern organisieren die Farmer bereits selbstständig regelmäßige Treffen, auf denen sie Pflanzensamen und andere landwirtschaftliche Produkte untereinander austauschen.
Auf Lehrgängen zu Themen wie Klimawandel und Biodiversität werden die Farmer zusätzlich für die Bedeutung von organischem Landwirtschaften sensibilisiert. Denn gerade im Zuge des Klimawandels ist eine große Vielfalt an traditionellen Anbauprodukten von großer Bedeutung, die anpassungsfähig an unterschiedliche klimatische Veränderungen sind.
Im Zuge des Projektes wurde ein Informationscenter für die Farmer eingerichtet: hier können sie sich u. a. über aktuelle Preissituationen auf den Märkten informieren. Dies gewährleistet, dass sie nicht von Zwischenhändlern, die auf Grund der Unwissenheit der Farmer oft unfair handeln, ausgebeutet werden. Zudem können sich die Farmer untereinander austauschen und gewonnene Erfahrungswerte weiter geben.
Um die nicht den Adivasi angehörende Bevölkerung mit einzubeziehen, wurde ein großes Fest organisiert, auf welchem eine Vielzahl traditioneller Speisen wie zum Beispiel wilde Knollen angeboten wurden. Die Besucherzahl von 500 Personen zeigt den Erfolg dieser Aktion und die zunehmende Toleranz innerhalb der Bevölkerung.
Der untergeordnete Stellenwert der Adivasi in der indischen Gesellschaft schlägt sich auch darin nieder, dass ihnen viele Rechte, wie zum Beispiel auf Bildung, eine ausreichende Nahrungsversorgung oder faire Löhne verwehrt bleiben. Oft wissen die Menschen allerdings gar nicht von ihren Rechten. Um dies zu ändern, finden entsprechende Informationsveranstaltungen und Lehrgänge statt. Damit es den Adivasi in einem nächsten Schritt gelingt, sich für ihre Rechte einzusetzen, bemüht sich unser Partner VOICE darum, die Menschen zu organisieren. So wurden bisher 54 Selbsthilfegruppen gegründet. Die Leiterinnen der Gruppen erhalten zusätzliche Trainings, in denen ihnen Führungsqualitäten vermittelt werden. Zudem sind die einzelnen Gruppen in einer sogenannten "Organic Farming Organisation" vereint. Durch den Zusammenschluss findet eine gegenseitige Unterstützung statt: dies stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein und die Fähigkeiten jedes Einzelnen, sondern erschwert es auch, die Menschen weiter zu diskriminieren. Um finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen und daraus weiter Möglichkeiten zu generieren, wurde innerhalb der "Organic Farming Organisation" ein Fond angelegt, der bei Bedarf von den Mitgliedern genutzt werden kann, wie zum Beispiel für Einkommen schaffende Maßnahmen.
In der aktuellen Projektphase liegt der Schwerpunkt auf der Befähigung der Zielgruppen, selbstständig eine nachhaltige Entwicklung zu gestalten. Dazu werden oben beschriebene Maßnahmen weiter fortgesetzt. Die Selbsthilfegruppen sollen zum Beispiel Programme der Regierung beantragen und sich für den Bau von Straßen oder Gemeindezentren einsetzen.
Die indischen Gesetze räumen prinzipiell allen Menschen, egal welcher Herkunft dieselben Rechte ein. Durch verhaftete Verhaltensweisen, Diskriminierung und Unwissenheit können sie jedoch nicht genutzt werden. Organisationen wie VOICE bauen die notwendigen Brücken in die Gesellschaft - helfen Sie mit!
Wenn Sie dieses Projekt unterstützen möchten, geben Sie bei Ihrer Überweisung bitte die Projekt Nr. I-63-30/03 an.

Workshop zum Thema Ernährungssicherung für 80 Personen: 161 €
Die Kinder profitieren ganz besonders von dieser Maßnahme!

Heike Kluve
Projektreferentin Südindien
Tel: 0228/ 926 525 32
heike.kluve@andheri-hilfe.org