
Projektträger: MANOVIKAS, Sastamcotta
projektnummer: I-78-6/98
Laufzeit: 3 Jahre
Projektregion: 10 Dörfer im Distrikt Kollam in der Küstenregion, davon 6 Fischerdörfer

Unsere Partnerorganisation Manovikas arbeitet bereits seit mehreren Jahren im Distrikt Kollam im Süden Keralas. So wurde man in der Region auf die Vielzahl von behinderten Kindern aufmerksam. Es wird vermutet, dass der hohe Dioxidausstoss in der Cashew-Nuts Verarbeitung die Ursache unterschiedlicher geistiger und körperlicher Behinderungen ist. Cashew-Nüsse werden im Süden Keralas vielfach auf Plantagen angebaut, da diese ein sehr lukratives Exportprodukt ausmachen.
Ziel des Projektes ist es, den behinderten Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen, die ihrer speziellen Situation angepasst ist und sie somit in die Gesellschaft zu integrieren. In einer ersten Phase des Projektes wurden zunächst die behinderten Kinder in der betreffenden Projektregion identifiziert. Es stellte sich heraus, dass dort 92 geistig und körperlich behinderte Kinder im Alter zwischen 8 und 15 Jahren leben. Pro Dorf richtete man ein Ausbildungszentrum ein. 6 der 10 Ausbildungszentren befinden sich in direkt an der Küste gelegenen besonders armen Fischerdörfern. Die Räumlichkeiten für die Ausbildung werden von den Eltern oder den Lehrern zur Verfügung gestellt. Ein sehr wichtiger Aspekt des Projektes sind Schulungen für die Eltern, damit diese lernen, sich auf die besondere Situation ihre Kinder einzustellen und sie möglichst gut in ihrer Entwicklung unterstützen zu können. Auch die Lehrer und Mitarbeiter Manovikas nehmen an regelmäßigen Weiterbildungskursen teil. In der dreijährigen ersten Projektphase konnten bereits bezeichnende Veränderungen im Verhalten der Kinder festgestellt werden: Viele lernten sprechen, schreiben, zeichnen oder Tätigkeiten im Haushalt.

Im April dieses Jahres begann eine zweite Projektphase von 3 Jahren. Die Ausbildung der Kinder wird in den 10 Zentren fortgeführt, in denen insgesamt 100 Kinder aufgenommen werden können.
Mit eine Zusatzkomponente wird die Selbstständigkeit des Projektes durch die Haltung von Ziegen angestrebt. Da es sich bei den Projektdörfern um eine sehr arme Region handelt, war es den Eltern bislang noch nicht möglich einen eigenen Betrag zur Ausbildung ihrer Kinder zu leisten. In Indien ist es den Menschen schon im allgemeinen oftmals nur sehr schwer möglich, Schulmaterialen und Schulkleidung für ihre Kinder zu finanzieren. Behinderte Kinder werden dann aus diesem Grunde oftmals vernachlässigt. Mit der Einrichtung einer Ziegenfarm, durch die einzelne Tiere an die Eltern verteilt werden, soll ihnen nun ermöglicht werden einen kleinen finanziellen Beitrag auch zur Ausbildung ihrer behinderten Kinder leisten zu können.
Unser Projektpartner hat eine Kalkulation aufgestellt, die zeigt, dass die Eltern aus den Erträgen durch die Ziegenhaltung diesen Anteil - der auch die Finanzierung der Lehrer einschließt - leisten können. Somit kann das Projekt nach Ablauf der zweiten Phase auch ohne finanzielle Unterstützung von außen selbstständig weiterlaufen und als Ausbildungsstätte für behinderte Kinder in der Region dienen.