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Andheri-Hilfe Bonn

Tamil Nadu: Förderung der sozio-ökonomischen Entwicklung und Eigenständigkeit von Frauen

Projekt-Steckbrief

Projekttitel

Förderung der sozio-ökonomische Entwicklung und Eigenständigkeit von Frauen

(I-605-13/09)

Partnerorganisation

Rural People Education and Development Centre

Finanzierung

Die Andheri-Hilfe unterstützt das Projekt im Zeitraum 01/09 bis 12/11 mit 82.990 Euro

Hauptaktivitäten

Trainings zur Stärkung der Selbsthilfekapazitäten von Frauen

Förderung eines Mikrokreditsystems und von Ersparnissen

Einkommen schaffende Maßahmen

Mehr Kinder sollen zur Schule gehen können

Kosten

Lehrgang zu Frauenrechten / 2tägige Schulung : für jeweils 2 Frauen aus 180 Gruppen x 2 Euro pro Frau = 720 Euro

2tägige Schulung zu Buchführung: je 2 Frauen aus 180 Gruppen x 2 Euro pro Frau = 720 Euro

Monatsgehalt einer Dorfberaterin: 67 Euro 

 

  

Im Distrikt Villupuram, der zu einer der am wenigsten entwickelten Regionen Tamil Nadus gehört, setzt sich die kleine NGO „Rural People Education and Development Centre“ (RPEDC) mit einem erfahrenen Team von Dalitfrauen (Dalits, die „Unberührbaren“ befinden sich an unterster Stelle des indischen Kastenssystems) für die Stärkung der Frauen in wirtschaftlichen, sozialen und politischen Angelegenheiten ein.

In dem ländlichen Gebiet, in welchem die Dorfgemeinden weitestgehend patriarchalisch geprägt sind, ist Gewalt an Frauen ebenso alltäglich wie eine geringe Beteiligung von Frauen in der lokalen Politik. Es gibt kaum Möglichkeiten zur ökonomischen Eigenständigkeit, die Frauen haben in der Gemeinschaft und ihren Familien keine Stimme. Durch die Maßnahmen der Andheri-Hilfe und unseres Partners RPEDC wird der gesamten Familie geholfen, wovon vor allem auch die Kinder mit besseren Zukunftsperspektiven profitieren.

In den 43 „neuen“ Projektdörfern, in denen im September 2009 die Arbeit aufgenommen wurde, gibt es mittlerweile 196 Frauengruppen. Alle Mitglieder stammen aus armen Familien, die ihr tägliches Brot vor allem als Kleinstbauern oder Tagelöhner verdienen. Die Frauengruppen treffen sich monatlich, besprechen aktuelle Themen, diskutieren über Probleme, suchen gemeinsam nach Lösungsansätzen und beraten die weitere Vorgehensweise. Insbesondere die Leiterinnen der Gruppen werden gezielt zu Frauenrechten, Entwicklungsfragen und Führungsqualitäten fortgebildet. Sie geben ihr Wissen im Anschluss an die anderen Frauen ihrer Gruppe weiter. Die Projektmitarbeiterinnen motivieren die Frauen in den Gruppen Geld zu sparen und es sich untereinander zu verleihen. Innerhalb eines Jahres gelang es ihnen rund 50.000 Euro zu sparen. Mit diesem Kapital werden Kredite zum Aufbau kleiner Unternehmen vergeben. Außerdem sind sie in Notlagen, wie Krankheit, nicht länger auf die privaten Geldverleiher angewiesen, durch die aufgrund ihrer extrem hohen Zinsen schon zahllose Familien in der Schuldenfalle gelandet sind. Stattdessen finanzieren die Frauen jetzt die Schulbildung ihrer Kinder.

 

Unsere Partnerorganisation unterstützt die Frauen, sich für eine staatliche Sozialversicherung einzuschreiben. Auch wenn dies nicht mit unseren Sozialleistungen vergleichbar ist – so gibt es beispielsweise keine Krankenversicherung – finden die Frauen hier finanzielle Unterstützung bei besonderen Anlässen wie Geburt oder Todesfällen oder auch für die Ausbildung ihrer Kinder. Die meisten Kinder, auch die Mädchen, gehen nun regelmäßig zur Schule. Auch die Kinder der ärmsten Familien aus den „neuen“ Projektdörfern können jetzt zunehmend in den Schulalltag integriert werden.

Die Arbeit im „alten“ Projektgebiet (25 Dörfer) wird von der Frauenföderation „Rural Women Development Federation“ selbständig und ohne externe Unterstützung weitergeführt. Lokale Frauen, die die „alten“ Frauengruppen weiterhin beraten, erhalten von den Gruppen eine Aufwandsentschädigung für ihre Dienste. Die von ihnen gegründete Nambikai Frauenbank funktioniert so erfolgreich, dass sich jetzt auch jeweils 60 Gruppen aus den neuen Dörfern mit ihren Ersparnissen zu zwei weiteren „Banken“ zusammengeschlossen haben. Die jährliche Konferenz der Frauenföderation fand mit reger Beteiligung auch der neuen Gruppen zum Thema „Frauen und Bildung“ statt. Die positiven Beispiele aus den bereits älteren Frauengruppen sind sehr motivierend für die Arbeit der neuen Gruppen.

Für die Zukunft sollen die Frauengruppen auch weiterhin dabei unterstützt werden, ihre kleinen Ersparnisse zu verwalten, damit sie sich unabhängiger von externen Geldverleihern machen, die sie mit Wucherzinsen ausnutzen. Besonders die erfolgreich etablierten Frauenföderationen sollen auf weitere Frauengruppen in den Projektdörfern ausgeweitet werden. Das Ziel dieser Föderationen ist es, alle Frauen dazu zu ermutigen, für ihre Rechte öffentlich einzutreten. Alle Frauen sollen die Möglichkeit haben, sich politisch zu beteiligen und die gleichen Rechte wie Männer zu genießen. Diese Anstrengungen werden jedoch auch außerhalb der Föderationen verfolgt, indem die Menschen auf Aufklärungsveranstaltungen auf die Missstände (vor allem bezogen auf Frauenrechte) aufmerksam gemacht werden. Dazu gehören auch Trainings in den Frauengruppen, die die Führungsrollen der Frauen stärken sollen.

Wichtig für die weitere Entwicklung der Frauenprojekte wird sein, die schon erhaltenen Unterstützungen aus Regierungsprogrammen auszuweiten, damit die Frauen die finanziellen Mittel erhalten, die ihnen zustehen.

 

Ihre Ansprechpartnerin

Barbara

von Hillebrandt-Jung

Projektreferentin Südindien, Westindien

Tel: 0228/ 926 525 32
 barbara.hillebrandt@
andheri-hilfe.org