
Projekt-Kurzinformationen |
Projekttitel Entwicklung von Dorfgemeinden durch Förderung von Selbsthilfegruppen und Bewusstseinsbildung (abgeschlossen: I-14-12/02) (laufend: I-14-16/07) Partnerorganisation Rural Welfare Trust Finanzierung Die Andheri-Hilfe unterstützt das Projekt im Zeitraum 01.06.10 – 31.05.13 mit 59.195 € | Hauptaktivitäten Stärkung bestehender Frauengruppen Gesundheitsversorgung verbessern Kinder-Klubs, Kinderparlament und Schulbildung verbessern Gründung von weiteren Milchproduktionskooperativen (von Frauen geführt)
| Kosten Zweitägiges Training für eine Gundheitsassis-tentin: 4,20 Euro, insgesamt 6 Einheiten für 30 Frauen = 756 Euro pro Jahr Nachhilfeprogramm für zehn Dörfer pro Jahr: 300 Euro Etablierung von Kinder-Klubs und –Parlamenten mit 3-Tages Camp: 300 Euro Training für nachhaltige Landwirtschaft: 80 Cent pro Person |
Dieses Projekt, welches im indischen Bundesstaat Karnataka durchgeführt wird, befindet sich nach einer ersten sehr erfolgreichen Projektphase seit Juni 2010 in seiner zweiten dreijährigen Phase, die bis 2013 abgeschlossen sein soll. Bereits seit 2002 arbeiten wir mit dem Projektpartner „Rural Welfare Trust“ zusammen, der die Projektmaßnahmen mit großem Engagement zum Erfolg führt.
Alleine in den letzten drei Jahren konnten sich 72 Frauengruppen bilden. 1050 Frauen schmieden Aktionspläne und verwalteten Finanzen. Knapp 300 Frauen wurden bei Einkommen schaffenden Maßnahmen unterstützt und 350 Frauen erhielten Schulungen für die Gründung von Kleinstunternehmen. Das Selbstbewusstsein sowie die politische Einflussnahme der Frauen nahmen dabei deutlich zu. Es konnten sich Frauenföderationen, Dorfkomitees und Bauernvereinigungen gründen, die insgesamt 318 Trainings zu verschiedenen Themen durchführten. Hinzu kommt ein Programm für nachhaltige Maßnahmen in der Landwirtschaft, das in Kooperation von Frauen- und Bauerngruppen durchgeführt wird. Dadurch konnten viele Hektar Land ökologisch bewirtschaftet werden.
25 freiwillige Gesundheitsassistentinnen wurden ausgebildet, wodurch sich die Gesundheitssituation vor Ort deutlich verbesserte: 100% der Kinder sind mittlerweile geimpft. Zusätzlich wurden Latrinen errichtet, um die Hygienesituation zu verbessern.
Fünf Zentren für die (Re-)Integration von 200 Kindern wurden errichtet. 108 dieser Kinder können bereits eine reguläre Schule besuchen. Alle neu eingeschulten Kinder besuchen die Schule regelmäßig und es gibt keine neuen Fälle von Kinderarbeit. Vorher haben viele Kinder die Schule oft bereits sehr früh abgebrochen.
Ein besonders großer Erfolg ist die Gründung von drei von Frauen geführten Milchproduktions-Kooperationen, welche erheblich zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Dorfgemeinden beitragen.
Seit Juni 2010 werden gezielt 6000 Frauen und Kinder gefördert, die unter besonders ärmlichen Bedingungen leben. Indirekt können durch die Projektmaßnahmen 12.000 Menschen erreicht werden. Die oben genannten Gruppen, die sich durch das Projekt bildeten, sollen weiter gestärkt werden. In verschiedenen Programmen und Trainingseinheiten sollen die Mitglieder vertiefende Kenntnisse rechtlicher Ansprüche von Frauen und Kindern erhalten. Aber auch Themen wie die Gesundheitsversorgung, politische Beteiligung und Führungsqualitäten von Frauen, sowie Themen zu Einkommen schaffenden Maßnahmen, Regierungsprogrammen, Kreditaufnahme, Nahrungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaftsmethoden werden den Frauen vermittelt. Bis zu 3500 Teilnehmer können so jährlich durch 100 verschiedene Trainingsangebote weitergeschult werden.
Weitergebildet werden auch die durch das Projekt ausgebildeten Gesundheitsassistenten. Über 300 Familien sollen durch Kleinstkredite dazu befähigt werden, sich eine kleine Existenz durch ein Mini-Unternehmen zu sichern. Die Mittel dafür können von lokalen Banken oder durch entsprechende Regierungsprogramme mobilisiert werden. Die Zentren für die (Re-)Integration von Kindern werden zu Nachhilfezentren umfunktioniert. Daneben lernen die Kinder in Kinder-Klubs und in Kinderparlamenten ihre eigenen Rechte kennen, und welche Möglichkeiten sie haben, sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Für 150 jugendliche Mädchen werden Trainings für das Alltagsleben und für verschiedene Berufe angeboten. Je nach Förderbedarf werden sie innerhalb dieser Maßnahme ein bis sechs Monate geschult.
Für die Verwirklichung von nachhaltig sinnvoller Landwirtschaft werden 400 Bauern im Jahr fortgebildet. Neben der Nutzung der Regierungsprogramme (wie die Garantie auf 100 Tage bezahlter Arbeit im Jahr) wird ihnen vermittelt, wie sie Regenwasser sinnvoll nutzen und aufbereiten können, um der Knappheit von Trinkwasser entgegenzuwirken.
Drei weitere von Frauen geführte Milchproduktions-Kooperationen sollen in Zusammenarbeit mit den schon bestehenden Kooperationen aufgebaut werden. Die Frauen sollen alle anfallenden Arbeiten, die damit verbunden sind selbstständig managen können. Deshalb erhalten sie gezieltes Training und es werden Lehrbesuche zu den bestehenden Milchproduktionsanlagen durchgeführt.
Die geplanten Maßnahmen werden allesamt nachhaltige Wirkungen entfalten. Durch die Stärkung der Menschen „von unten“ werden auch die Schwächsten der Gesellschaft ihren Einfluss auf Entscheidungen ausbauen. Bei allen Projektmaßnahmen werden die betroffenen Menschen von Anfang an aktiv in die Planung und Durchführung involviert. Finanziell werden die Frauen an bestehende Regierungsprogramme herangeführt. Die Frauen lernen, wie sie diese Programme für sich nutzen und korrupten Strukturen trotzen können. Zusätzlich haben sie eigene Konten bei lokalen Banken, können Kredite aufnehmen und verwalten auf Dauer ihre Finanzen selbstständig.
Barbara
von Hillebrandt-Jung
Projektreferentin Südindien, Westindien
Tel: 0228/ 926 525 32
barbara.hillebrandt@
andheri-hilfe.org