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Karnataka: Entwicklung von Dorfgemeinden durch Förderung von Selbsthilfegruppen und Bewusstseinsbildung

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Projekt-Kurzinformationen

Projekttitel
Förderung der sozio-ökonomische Entwicklung und Eigenständigkeit von Frauen

Projektnummer
abgeschlossen: I-14-12/02 laufend: I-14-16/07

Partnerorganisation
Rural Welfare Trust

Hauptaktivitäten

  • Förderung und Stärkung von Frauen-Selbsthilfegruppen
  • Gründung von Milchproduktionskooperativen (von Frauen geführt)
  • Bildungsmöglichkeiten für Kinderarbeiter

Kosten

  • Bücher und Lernmaterial für Schulkinder: 2,50 Euro
  • Einkommen schaffende Maßnahmen: durchschnittlich 100 Euro pro Person

 

 

Bei diesem Projekt, welches im indischen Bundesstaat Karnataka angesiedelt ist, handelt es sich um ein bereits in nur vier Jahren erfolgreich abgeschlossenes Projekt (von 2002 bis 2006) mit der Partnerorganisation "Rural Welfare Trust". Diese wurde 1982 gegründet mit dem Ziel, sozioökonomisch benachteiligte ländliche Gemeinden zu organisieren und ihre Lebensumstände, u. a. durch Einkommen schaffende Maßnahmen zu verbessern.

Viel konnte in diesen vier Jahren in den insgesamt vier Projektdörfern erreicht werden. Auf unterschiedlichsten Ebenen kam es zu Zusammenschlüssen von Menschen, die gemeinsam eine Verbesserung ihrer Lebenssituation und die ihrer Familien erreichen wollten. So wurden eine Vielzahl von Selbsthilfegruppen und Dorfkommittees gegründet, Kinderclubs wurden errichtet, um auch den jüngsten in der Gesellschaft Beachtung zukommen zu lassen. Ein besonders großer Erfolg ist die Gründung von drei von Frauen geführten Milchproduktions-Kooperativen, welche erheblich zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Dorfgemeinden beitragen.

Unser indischer Koordinator Herr Monis besucht häufig das Projekt und kann uns so laufend über immer weitere Fortschritte berichten. Nach Abschluss des Projekts erfolgte zudem eine Evaluation.

Durch verschiedenste Maßnahmen gelang es, langfristig eine Verbesserung der Lebensumstände von 6750 Menschen zu erreichen. Durch die Stärkung und Organisation von Gemeinden in unterschiedlichen Gruppen konnte eine Steigerung der Solidarität innerhalb der Gemeinschaft in Bezug auf die Rechte von Frauen und Kindern zuwege gebracht werden. In sozialen, ökonomischen und lokalpolitischen Angelegenheiten wird ihnen nun mehr Aufmerksamkeit gewidmet, nicht zuletzt da durch die Gründung geeigneter Foren auf Mikro- und Makroebene (auf Mikroebene z. B. die Selbsthilfegruppen) eine Einflussnahme auf lokale Verwaltungseinrichtungen erfolgen kann.

Ein besonders großer Erfolg ist, dass die Familien der Projekt-Selbsthilfegruppen nun frei von Kinderarbeit sind. Es gibt ein gutes Angebot von Lern- und Ausbildungsmöglichkeiten für Schulkinder in der Grundschule und auf weiterführenden Schulen (high school).

Die wirtschaftliche Situation der Familien konnte durch eine Reihe von Einkommen schaffenden Maßnahmen verbessert werden: mit Hilfe von Kleinkrediten wurden z. B. kleine Shops eingerichtet, in denen Frauen Blumen und Gemüse verkaufen. Weitere Maßnahmen bestanden auch in der Anschaffung von Getreide- und Chillimühlen. Mit dem Erwerb einer Nähmaschine können sich Frauen einen Lebensunterhalt als Schneiderin verdienen. Büffel- und Ziegenzucht bieten weitere Möglichkeiten, insbesondere durch den Verkauf der erzeugten Milch über die Milchkooperation.

Eine besondere Rolle spielen die 41 Frauen-Selbsthilfegruppen mit insgesamt 607 Mitgliedern. Hier können die Frauen ihre Probleme und Anliegen besprechen und gemeinsam Lösungsansätze entwickeln. Eine erweiterte Institution sind zwei Dorfprojektkommittees, die Mitglieder sind jeweils 2 Frauen aus jeder Selbsthilfegruppe. Diese haben u. a. die Aufgabe, die drei gegründeten Milchkooperationen zu organisieren.

Auch im landwirtschaftlichen Bereich sind erfreuliche Erfolge zu vermerken: so konnte eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität durch Konservierungsmethoden für Boden und Wasser erreicht werden. Dafür fanden Anwendungen von lokalen/indigenen und umweltfreundlichen Methoden und Techniken statt. So wurden z. B. Staubecken gebaut, die im Sommer eine Wasserspeicherung sowie eine Steigerung des Feuchtegehalts des Bodens bewirken und somit z. B. den Anbau von Obst und Gemüse etc. ermöglichen. Dies wiederum bedeutet eine Erweiterung der Einkommens- und Ernährungssicherung für die Menschen.

Besonders bemerkenswert ist, dass nach Abschluss des Projekts eine starke Eigeninitiative der Menschen und vor allem der Frauen dafür sorgt, dass weitere positive Entwicklungen zu verzeichnen sind. So funktionieren z. B. heute sämtliche Zusammenschlüsse selbstständig, die Zahl der Frauengruppen hat sich gar fast verdoppelt und liegt mittlerweile bei 70; die Milchkooperationen werden vollkommen selbstständig von den Frauen gemanagt und florieren. Die Frauen verfügen nun über ausreichende Kapazitäten, eigenständig Einkommen schaffende Maßnahmen zu planen und unternehmen. Des Weiteren sind sie in der Lage, selbst Programme, z. B. zu wirtschaftlichen oder beruflichen Themen abzuhalten, ihr Gelerntes weiterzuvermitteln. Ein ganz besonderer Fortschritt ist, dass der Zusammenschluss der Frauen eine eigene Mitarbeiterin einstellen konnte, deren Gehalt von den Frauen selbst aufgebracht wird. Ihre Aufgabe ist es u. a., die Anliegen der Frauen gegenüber Banken und Regierungsstellen zu repräsentieren. Die Frauen sind sehr stolz auf das von ihnen bisher erreichte und ihre Erfolge spornen sie an, weiterhin nach vorne zu blicken und zu schreiten und gemeinsam ihr Leben und das ihrer Familien nachhaltig zu verbessern.

Auf Grund des großen Erfolgs hat Andheri-Hilfe im Jahr 2007 in Anlehnung an dieses Projekt ein weiteres Projekt mit dem gleichen Ansatz in Nachbardörfern bewilligt (vorläufiges Ende im März 2010).

Bei der Zielgruppe handelt es sich um 1000 Familien (7000 Personen). Wieder soll der Schwerpunkt auf Frauen und Kindern liegen; es soll eine Stärkung der Selbsthilfekapazitäten vor allem von Frauen im sozialen, ökonomischen und politischen Bereich erreicht werden, Kinderarbeit soll reduziert werden, arme Familien sollen durch Einkommen generierende Maßnahmen unterstützt werden, der Gesundheitszustand der Menschen soll verbessert und Ernährungssicherheit gegeben werden, u. a. durch eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität. Des Weiteren sollen auch im neuen Projektgebiet die Menschen zur Selbsthilfe animiert werden, so sollen 65 Selbsthilfegruppen gebildet werden, 8 Bauernzusammenschlüsse und auf übergeordneter Ebene 8 Dorfentwicklungskommittees.

 

 


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