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Andheri-Hilfe Bonn

Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. Antonius Nienhaus

Am 1. Februar 2012  hat Herr Prof. Dr. Antonius Nienhaus aus der Hand der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft das ihm vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik erhalten. Die Feierstunde fand im Regierungsschlößchen in Düsseldorf statt. Landstagspräsident Eckhard Uhlenberg hat vor diesem Festakt zu einem gemeinsamen Mittagessen in den Landtag geladen. Es waren einige Angehörige von Prof. Nienhaus, vorwiegend aber Vertreter aus den fünf verschiedenen Gremien der Andheri-Hilfe und der Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung in Bonn dabei. 

Herr Prof. Dr. Nienhaus ist der Andheri-Hilfe bereits seit den 80er Jahren verbunden. Als aktives Mitglied der Röttgener Kirchengemeinde, die seit mehr vierzig Jahren sehr erfolgreiche vorweihnachtliche Andheri-Basare durchführt, war er mit Aufgaben und Zielen unserer Andheri-Hilfe schon früh vertraut und stand uns stets beratend und helfend zur Seite. 

Von 1991 bis zum Jahre 2009 war Herr Prof. Nienhaus ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Bonner Andheri-Hilfe. Für die Tatsache, wie sehr er sich unserer Zielgruppe, den Ärmsten der Armen, verbunden fühlt, ein sprechendes Beispiel: Mitte 1994 war eine gemeinsame Reise - Prof. Nienhaus mit Rosi Gollmann - nach Indien und Bangladesh geplant. Am Tag vor dem Abflug die Hiobsmeldung: In Indien ist die Pest ausgebrochen! Trotz ernster Bedenken und strengen Abratens von Gesundheitsbehörden und zuständigen Ministerien: Prof. Nienhaus sagte seine Mitreise nicht ab. 1999 übernahm Prof. Nienhaus den 2. Vorsitz im Vorstand der Andheri-Hilfe und behielt diese Position auch über den Wechsel in der Leitung der Andheri-Hilfe im Jahre 2001 hinaus bis zu seinem Ausscheiden aus dem Vorstand acht Jahre später. Was seine Mitarbeit im Vorstand bedeutet und bewirkt hat, das können wir (Elvira Greiner und Rosi Gollmann) kaum beschreiben. Prof. Nienhaus stand jederzeit zur Verfügung, wenn wir seinen Rat brauchten. 2009 schied Herr Prof. Nienhaus zu unserem großen Bedauern aus dem Andheri-Vorstand aus . Er bleibt aber der Andheri-Hilfe weiterhin verbunden und steht - wo immer möglich – zur Verfügung. Gern suchen wir seinen Rat, der seiner reichen Lebenserfahrung, seinem Wissen und seiner sozialen Motivation entspringt. 2002 war das Gründungsjahr der „Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung“. Herr Nienhaus gehörte zu den Gründungsstiftern und übernahm bereitwillig den Vorsitz des Stiftungsrates, dem er auch jetzt noch angehört. Sein Engagement und sein guter Rat auch in diesem Aufgabenbereich ist nicht hoch genug einzuschätzen.  

Auszüge aus der Laudatio der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: 

(…) Der studierte Agrarwissenschaftler widmet sich seit gut 20 Jahren der Bekämpfung von Armut und Elend in der Welt. Seit 1991 engagiert sich Antonius Nienhaus bei der Bonner "Andheri-Hilfe". Die Andheri-Hilfe ist eine Hilfsorganisation, die seit 1967 in Indien und Bangladesh Entwicklungsprojekte zur Förderung des Gesundheitswesens, der Bildung und des nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen durchführt. Beispielhafte Projekte der Andheri-Hilfe sind die Förderung von Frauenselbsthilfegruppen in den Slums von Chennai oder die so genannte "Blindenheilung": Dieses Projekt unterstützt blinde Menschen in Bangladesh. Dank Andheri konnten mittlerweile rund 1,25 Mio. Blinde geheilt werden! (Info: Andheri verbesserte u. a. die medizinische Prävention in Bangladesh, z. B. durch bessere Hygiene, bessere Ernährung und Vorsorgeuntersuchungen und errichtete neun Augenkrankenhäuser).

 

Antonius Nienhaus ist ein namhafter Experte im Bereich der Landwirtschaft und Ernährung. Von 1996 bis 2003 gehört er dem Stiftungsrat des "Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa" (IAMO) in Halle/Saale an und ist seit 2002 Vorsitzender des "Deutschen Agrarkollegiums". Dem Agrarfachmann liegen insbesondere Programme zum ökologischen Landbau und der Erzeugung erneuerbarer Energien am Herzen. In Indien und Bangladesh sind solche nachhaltigen Lösungen sehr gefragt. Antonius Nienhaus legt bei seinem Einsatz für die Andheri-Hilfe viel Wert darauf, sich selbst vor Ort über die Probleme zu informieren. Selbst als 1994 in der indischen Stadt Surat eine Pestepidemie ausbrach, reiste er dorthin, um sich mit Projektpartnern abzustimmen und ein Hilfsprojekt durchzuführen.

Dank des Einsatzes von Antonius Nienhaus ist die Andheri-Hilfe zu einer effektiven und international anerkannten Organisation der Entwicklungszusammenarbeit geworden. (…) Um die Andheri-Hilfe auf ein sicheres finanzielles Fundament zu stellen, half Antonius Nienhaus im Jahr 2002 die "Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung" zu gründen. Seitdem ist er Vorsitzender des Verwaltungsrats der Stiftung.