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Andheri-Hilfe Bonn

PRESSEMAPPE

 Stand Mai 2012
  

Inhaltsverzeichnis 

Selbstdarstellung Andheri-Hilfe Bonn   

DZI Spendensiegel  

Ziele und Projekte    

Chronik der Andheri-Hilfe Bonn   

Vita von Rosi Gollmann     

Transparenz ist uns wichtig
       
Andere über uns       

Kontakt         

 

Selbstdarstellung Andheri-Hilfe Bonn


Die Andheri-Hilfe Bonn ist eine freie, unabhängige Organisation der Entwicklungszusammenarbeit. Zurzeit fördert sie über 150 Projekte und Programme in Indien und Bangladesch und damit 770.000 Menschen in 8.449 Dörfern.
Sie ist aus einer Privatinitiative für Not leidende Kinder in Andheri bei Bombay entstanden und arbeitet seit 1967 als gemeinnütziger Verein. Die Schwerpunkte der Förderung liegen in den Bereichen Sozialarbeit, Bildungs- und Gesundheitswesen sowie landwirtschaftliche und dörfliche Entwicklung. Dabei leistet die Andheri-Hilfe 'Hilfe zur Selbsthilfe', um keine neuen Abhängigkeiten aufzubauen oder alte aufrechtzuerhalten. Unsere Arbeit wird durch von ca. 20.000 privaten Spendern, Gruppen und Firmen und öffentlichen Mitteln aus dem Etat des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Kommission der Europäischen Union getragen.

DZI - Spendensiegel


Mit weniger als 10% Werbungs- und Verwaltungskosten ist der Anteil an den Gesamtausgaben laut DZI als "niedrig" einzustufen (unter 10 % "niedrig", 10 % bis unter 20% "angemessen", 20 % bis 35 % "vertretbar").
Die Andheri-Hilfe Bonn gewährleistet den lückenlosen Nachweis der Mittelverwendung vom Eingang der Spende bis zu ihrem Einsatz vor Ort. Dies garantieren regelmäßige Berichte der Partner sowie die Überwachung durch staatlich anerkannte Buchprüfer und öffentliche Kontrollinstanzen vor Ort und in Deutschland. Die Andheri-Hilfe Bonn e.V. wurde vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen das Spendensiegel für geprüfte Seriosität und Spendenwürdigkeit zuerkannt.

Ziele und Projekte


Ziel der Andheri-Hilfe ist es, zur Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lage sowie zur Wahrnehmung der Menschenrechte armer Bevölkerungsgruppen Indien uns Bangladesch beizutragen, ungeachtet ihrer Religion und Kaste. Damit diese Entwicklung nachhaltig geschieht, wird großer Wert auf  die Selbsthilfekräfte der Menschen gelegt, nach dem Motto: "Hilfe zur Selbsthilfe".
Wir fördern Projekte der Sozialarbeit, des Bildungs- und Gesundheitswesens und der landwirtschaftlichen und dörflichen Entwicklung.
Unsere besonderen Zielgruppen sind Kinder, Frauen, sozial benachteiligte Familien und Dorfgemeinschaften, indigene Gruppen sowie Menschen, die durch eine Behinderung am Rand der Gesellschaft stehen.


Unsere Projekte


Unsere Projekte verknüpfen die verschiedensten Sektoren. Besondere Schwerpunkte legen wir auf  Grund- und Berufsbildung, Gesundheit, ländliche Entwicklung, Ressourcenschutz, Sozialentwicklung in städtischen Gebieten und Wiederaufbauhilfe. Eine detaillierte Beschreibung zahlreicher Projekte finden Sie auf unserer Homepage.
Unsere Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass wir vor Ort partnerschaftlich mit einheimischen Organisationen und Selbsthilfegruppen zusammen arbeiten.

Chronik der Andheri-Hilfe


Sechziger Jahre

Hilfe für Findelkinder und Halbwaisen; Heimunterstützung

1959 Eine deutsche Illustrierte berichtet über die 400 Findelkinder im St. Catherine's Home in Andheri, einem Vorort von Bombay/Mumbai. Ihre Schicksale sind erschütternd. Die deutsche Heimleiterin, Schwester Anna Huberta Roggendorf, kämpft täglich um die Handvoll Reis für ihre Schützlinge.

1960 Die Religionslehrerin Rosi Gollmann startet mit ihren Kölner Berufsschülern, mit Freunden und Bekannten die erste Spendenaktion: Für jedes Heimkind wird ein eigenes Weihnachtspäckchen auf den Weg gebracht, Sachspenden und Geld werden gesammelt.

1967 Am 5. Mai gründen sechzehn der ersten Helfer den Verein "Andheri-Hilfe e.V." mit Rosi Gollmann als 1. Vorsitzende. Zweck des Vereins ist die "Unterstützung der Kinder im St. Catherine's Home zu Andheri". 449 Spender bringen im Gründungsjahr insgesamt 171.049 DM auf.

 

 
Siebziger Jahre


Sprunghafter Anstieg der Aktivitäten: Förderung weiterer Kinderheime in Indien. Start der Aktion "Blindenheilung Bangladesch". Bau der Andheri-Hilfe-Zentrale in Bonn.

1971 Freunde von Andheri-Hilfe ermutigen die Vereinsleitung und spenden gezielt für den Bau der Andheri-Zentrale in Bonn.
Eine erste Halbtagskraft wird gegen Vergütung der Fahrtkosten eingestellt.

1973 Durch eine erste testamentarische Zuwendung und ein zunehmendes Spendenaufkommen können mehr als 2000 weitere Waisenkinder in 24 Heimen im westindischen Bundesstaat Karnataka unterstützt werden. Es geht um Befriedigung der Grundbedürfnisse der Kinder. Außerdem sollen nachhaltige Maßnahmen diese Kinderheime von fremder Hilfe unabhängig machen. 


1974 Die "Blindenheilung Bangladesch" kommt als neue Aufgabe auf den Verein zu: Mehr als 1 Million Menschen sind in diesem jungen Staat - einem der ärmsten der Welt - am Grauen Star erblindet. Es fehlen Ärzte und Operationsmöglichkeiten, vor allem im ländlichen Raum. Eine einfache lichtbringende Operation kostet umgerechnet 26 DM.

1978 Immer mehr Bitten um Hilfe aus Waisenhäusern erreichen die Andheri-Hilfe. Aber die meisten Heimkinder sind keine wirklichen Waisen; sie wurden von ihren Eltern aus Gründen der Armut den Heimen übergeben. So wächst bei der Andheri-Hilfe die Erkenntnis, besser die Ursachen als nur die Symptome anzugehen: Damit Kinder in der Geborgenheit der eigenen Familie aufwachsen können, werden zur Förderung armer Familien erste Dorf- und Slumprojekte bewilligt.

1979 Erste Hilfsprogramme für Leprapatienten werden gefördert. Es geht um ein menschenwürdiges Leben auch für diese "Ausgesetzten", und zwar durch medizinische Versorgung in einer damals noch üblichen Langzeitbehandlung (erst seit 1984 ist Lepra durch Multi-Drug-Therapie heilbar), ferner um ihre Unterbringung in menschenwürdigen Unterkünften und soweit möglich um Verdienstmöglichkeiten für sie anstelle eines Bettlerdaseins.

                

Achtziger Jahre


Intensiver Einstieg in Dorfprogramme, Frauenförderung, Behinderten-Rehabilitation in Indien. Gesteigerte Aktivitäten für die Blinden in Bangladesch.

1981 Erstmals erhält Andheri-Hilfe Fördermittel vom Bonner Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, und zwar für ein breit angelegtes Programm zum Kampf gegen die Blindheit in Bangladesch.

1982 Fernsehen und Printmedien berichten überzeugend von der Hilfsaktion für Blinde in Bangladesch. Daraufhin verdoppelt sich das Spendenaufkommen im Vergleich zum Vorjahr, Tausende neuer Spender werden gewonnen - eine enorme Herausforderung für den kleinen, überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiterstab.

1983 Das 110-Betten-Augenhospital und Ausbildungszentrum für einheimisches Fachpersonal in Chittagong wird vom Staatsoberhaupt Bangladeschs eröffnet.

1985 Die Mitgliederversammlung beschließt die Ausdehnung der Projektarbeit auf weitere Länder des indischen Subkontinents. Erste Kontakte zu Nepal und Bhutan - auch hier mit dem Ziel der Bekämpfung der Blindheit - werden geknüpft.
In Bangladesch beginnt das Pilotprojekt zur Förderung von hör- und sprachgeschädigten Kindern.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit bewilligt die Kofinanzierung eines umfassenden Programms zur Rehabilitation von Kinderarbeitern in Indien.

1986 Die Zahl der Förderprojekte für Frauen nimmt deutlich zu. Frauen erweisen sich als besonders fähige Träger der Entwicklung und des Fortschritts.
Bundespräsident Richard von Weizsäcker überzeugt sich vor Ort von der erfolgreichen Aktion "Blindenhilfe Bangladesch".

1987 Projekte für behinderte Kinder werden aufgenommen - nicht in der Form institutioneller Förderung, sondern mit dem Ziel der Integration der Behinderten in ihr soziales Umfeld von Familie und Dorfgemeinschaft. Das bringt den behinderten Kindern Selbstachtung und Anerkennung seitens der Gesellschaft.

                

Neunziger Jahre


Projekte und Programme werden immer intensiver mit der Bevölkerung vor Ort geplant und umgesetzt. Einheimische Mitarbeiter übernehmen in enger Zusammenarbeit mit der Bonner Zentrale die Begleitung und Koordination der Programme.

1990 In Bangladesch wird die 500.000ste Augenoperation durchgeführt. Maßnahmen zur Verhütung von Neuerblindungen, besonders bei Kindern, gewinnen zunehmend an Bedeutung.

1992 Die Zahl der Spender und der Spenden ist kontinuierlich angewachsen (auf insgesamt 100 Millionen DM in 25 Jahren), ebenso die Zahl der geförderten Projekte.
Um die intensivere Begleitung unserer Projekte sicherzustellen, werden zwei Büros in Indien mit einheimischen Fachkräften eingerichtet: in Bhubaneswar im Nordosten und in Tiruchirapalli im Süden des Landes.

1994 Der Andheri-Hilfe wird erstmals das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen als Zeichen der Seriosität und Glaubwürdigkeit verliehen.

1995 Dem verantwortlichen Umgang mit der Umwelt wird in der gesamten Projektarbeit immer mehr Bedeutung beigemessen. Wasserbewirtschaftungsprogramme werden erstmals in die Förderung aufgenommen.
Die Entwicklungsarbeit erreicht zunehmend Siedlungsgebiete indischer Stammesangehöriger. Die Herausforderung besteht darin, gemeinsam mit diesen Menschen nach Überlebenschancen zu suchen, ohne dass sie ihre Identität preisgeben müssen.

1997 Franz Alts Fernsehfilm "Khadizas Weg zum Licht" bedeutet einen neuen Appell zur Unterstützung der Aktion Blindenhilfe. Die große Spendenbereitschaft der deutschen Fernsehzuschauer ermöglicht Tausende weiterer Operationen.

1999 Ein neuer TV-Film von Franz Alt berichtet von der Not indischer Kinderarbeiter und dem Elend der Straßenkinder - aber auch von der "Befreiung" von bereits 50.000 dieser Kinder durch Andheri-Hilfe-Projekte.

Das neue Jahrtausend


Wachsende Globalisierung mit all ihren Auswirkungen auf die Ärmsten bedeutet neue Herausforderungen. Generationswechsel in der Andheri-Hilfe auf Zukunftssicherung hin.

2001 Der TV-Film zeigt an Hand von Projektbeispielen "Entwicklung ist weiblich". Frauen sind die tatkräftigsten Träger der Entwicklung. Die Gründerin der Andheri-Hilfe, Rosi Gollmann, übergibt den Vereinsvorsitz, den sie 34 Jahre hindurch ehrenamtlich innehatte, an die langjährige Mitarbeiterin der Andheri-Hilfe e. V., Elvira Greiner. Sie selbst bleibt als Ehrenvorsitzende und durch ihre weitere bewährte Mitarbeit ihrem Lebenswerk sowie den Freunden und Partnern hier und in den Projekten verbunden.

2003 Im Januar findet in Bangladesch die ein millionste Augenoperation unter dem Programm der Andheri-Hilfe statt. "Millionärin" ist die vierzehnjährige Hasna, jahrelang blind, nun glücklich zu sehen. Der bekannte Journalist und TV-Moderator Franz Alt beeindruckt mit seinem Dokumentarfilm "Vom Glück zu sehen" die deutsche Öffentlichkeit. Viele neue Freunde und Spender unterstützen die Arbeit der Andheri-Hilfe. Rosi Gollmann wird in der Sendung "Ein Herz für Kinder" von ZDF und BILD mit dem "Goldenen Herz"geehrt.
2004 Die Flutkatastrophe (Tsunami) am 26. Dezember in Südasien bringt tausendfaches Leid an die südindische Küste. Allein 13 Projekte der Andheri-Hilfe sind unmittelbar durch die Flutwelle gefährdet. Die einzigartige Hilfsbereitschaft in Deutschland ermöglicht auch der Andheri-Hilfe, langfristige Hilfe beim Wiederaufbau der zerstörten Wohnhäuser, den Ersatz von Fischerbooten und -Netzen, die Instandsetzung von Kindergärten, Schulen und Ausbildungsstätten zu leisten.

2005 Das ganze Jahr 2005 war stark geprägt vom Tsunami-Wiederaufbau. Unsere Spender ließen uns insgesamt 2.353.783,81 Euro zukommen. Bis Mitte März 2006 konnten wir bereits 2.388.235,30 Euro in den Tsunami-Projekten einsetzen.

2007  "7 Ziele für 2007"
40 Jahre Andheri-Hilfe - das war für uns ein Grund zu feiern. Das fand auch die Stadt Bonn und wählte für ihre Jahrespartnerschaft 2007 die Andheri-Hilfe aus. Für das Jubiläumsjahr wurden 7 Ziele definiert, von der Förderung von Kinderarbeitern über die Heilung von Blinden bis zum Bau von Biogas-Anlagen. Diese Ziele gehören auch nach 2007 zu unseren Zukunfts-Aufgaben. Ganz im Gedanken an unser Motto: "Gemeinsam für mehr Menschlichkeit".
2008  Wie geht es weiter bis 2020 ? Nach 40 Jahren erfolgreicher Arbeit stellt sich   Andheri-Hilfe Bonn verstärkt den Herausforderungen für die Zukunft. Im  September 2008 beginnt der Planungsprozess "Andheri 2020". Dabei geht es   um die Frage, wie sich die Andheri-Hilfe bis zum Jahr 2020 diesen   Herausforderungen stellt und welche Ziele erreicht werden sollen.
2009  Gemeinsam mit den Partnern in Indien und Bangladesch und dem Andheri- Trust bzw. Andheri-Team werden 7 konkrete Ziele für 2020 erarbeitet: vom Ressourcenschutz über Straßenkinderförderung bis hin zur Stärkung der politischen Teilhabe der Ärmsten reichen unsere Schwerpunkte.
Ein guter Start gelingt: Trotz Wirtschaftskrise können die Spendeneinnahmen gesteigert werden.


2011  Im April 2011 eröffnet die Andheri-Hilfe ein eigenes Landesbüro in Bangladesch (einfache gemietete Räume, drei einheimische Mitarbeiter). Das Engagement der Andheri-Hilfe in Bangladesch hatte 1974 begonnen mit der "Aktion Blindenhilfe". Inzwischen wird das Programm "Augenlicht retten" landesweit gefördert und gleichzeitig 24 weitere Projekte: von mobilen Ausbildungszentren bis hin zu integrierten Dorfentwicklungsprojekten. Das eigene Landesbüro wird die Arbeit von der Antragsprüfung bis hin zur Projektbegleitung und -evaluierung weiter stärken sowie mehr Unabhängigkeit und Transparenz schaffen.
Im Mai wird das "neue" Andheri-Haus in der Mackestraße 53 in Bonn eingeweiht. Das Gebäude war komplett saniert und zu 100 % auf erneuerbare Energien umgestellt worden. Gleichzeitig wurde es erweitert, denn die Andheri-Hilfe soll zukunftsfähig werden. Freunde und Spender haben "mitgebaut" durch Sonderspenden; dazu kommen Zinserträge und testamentarische Zuwendungen, die absolut frei sind für diesen Zweck. Es wird garantiert, dass kein Cent der Spenden, die für Menschen in Not gegeben werden, für dieses Bauprojekt angetastet wird.

Person und Leben von Rosi Gollmann

 

Rosi Gollmann wurde am 9. Juni 1927 als jüngstes von drei Kindern einer Bonner Kaufmannsfamilie geboren. Als Kind erlebte sie in ihrem bürgerlichen, christlich geprägten Elternhaus die ideologische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Ihre Jugend war geprägt vom Krieg: Ihr ältester Bruder fiel 1941 in Afrika; der jüngere Bruder war viele Jahre in polnischer Gefangenschaft. Fliegerangriffe, Flucht aus der Heimat, das Erlebnis von Not und Tod, vom Kampf ums Überleben und von der Härte des Neuanfang ließen tiefe Spuren in ihr zurück. Da liegen wohl die tiefsten Wurzeln für die Entscheidung der Achtzehnjährigen, auf Ehe und Familie zu verzichten, um sich uneingeschränkt sozialen Aufgaben zu widmen.Sie studierte Theologie, und als katholische Religionslehrerin in Bonner und Kölner Berufs- und Berufsfachschulen waren für sie Religion und ihre Verkündigung immer eine Sache der Tat: - bis zu jenem Tag im Jahre 1959, als eine von Rosi Gollmann "sozial infizierte" Schülerin ihr einen Artikel aus einer deutschen Illustrierten (Stern) in den Unterricht brachte. Die dort beschriebene Not indischer Findelkinder in einem Waisenhaus in ANDHERI bei Bombay (heute Mumbai) ließ Rosi Gollmann keine Ruhe. Zusammen mit ihren Schülerinnen und Schülern brachte sie hunderte von Päckchen mit lebenswichtigen Artikeln für die Waisenkinder in Andheri auf den Weg. Ihre erste Reise dorthin im Jahre 1962 gab dann ihrem Leben die vollständige Wende (es folgten viele weitere Reisen nach Indien und später auch nach Bangladesch; die genaue Zahl ihrer Fahrten hat sie nie gezählt). Vor Ort informierte sie sich intensiv, lernte die Armen und Notleidenden, die Entrechteten und Ausgestoßenen kennen und lieben. Zurückgekehrt machte sie die Menschen in Deutschland unermüdlich auf die Not dort und auf unsere Verantwortung hier aufmerksam, scharte immer mehr Gleichgesinnte um sich und motivierte zum Teilen. Ihre überzeugenden Aktivitäten wirkten ansteckend. Und so kam es 1967 zur Gründung der Andheri-Hilfe e.V. Hauptziel war zu Anfang die Sicherung der täglichen Hand voll Reis für die etwa 800 Kinder in diesem Waisenhaus St. Catherine's Home zu Andheri. In den Folgejahren erlebte die Andheri-Hilfe mit Rosi Gollmann als ihrer 1. Vorsitzenden einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess. Es ging bald nicht mehr um die Bekämpfung der Symptome wie Hunger und Krankheit, sondern um das Hinterfragen und Anpacken der Ursachen: ein unverkennbar klarer Weg vom Ansatz rein karitativer Hilfe hin zu partnerschaftlicher  Entwicklungszusammenarbeit. Die sich daraus ergebende Konsequenz war für Rosi Gollmann und ihre Andheri-Hilfe, dass die Förderung bald nicht mehr allein den notleidenden Kindern im St. Catherine's Home zu Andheri und in anderen indischen Waisenhäusern galt: Jetzt wurden Straßenkinder und Kinderarbeiter, behinderte Kinder sowie ihre Familien und unterprivilegierte Frauen zu wichtigen Zielgruppen. Diese Ausdehnung der Aktivitäten geschah nicht vom "grünen Tisch" in Deutschland aus: Immer wieder analysierte Rosi Gollmann im intensiven Dialog mit den Betroffenen deren Situation von Armut und Ungerechtigkeit und suchte mit ihnen gemeinsam nach angemessenen Lösungen. Dabei wagte sie innovative Ansätze, auf die Erfordernisse der jeweiligen Situation der Armen zugeschnitten.1974, bei ihrem ersten Besuch in Bangladesch, wurde Rosi Gollmann mit der unvorstellbaren Not von mehr als einer Million blinder Menschen konfrontiert. Ihrer Idee: fortan auch den Blinden in Bangladesch helfen. Dem ersten geheilten Blinden folgten inzwischen weit über eine Million, dankbar für das "Glück zu sehen". Zur Zeit fördert die Andheri-Hilfe Bonn e.V. mehr als 200 laufende Projekte in Indien und Bangladesch. Sie erreicht damit - allein in Indien - gegenwärtig mehr als 700.000 Menschen in über 7.100 Dörfern. Weit mehr als 3.000 Projekte konnten in den 40 Jahren seit Gründung des Vereins abgeschlossen werden: d.h. wenn das Projektziel erreicht war oder die Entwicklungsmaßnahmen in die volle Verantwortung der örtlichen Partner und der einheimischen Bevölkerung übergeben werden konnten. Damit wurde insgesamt für etwa 10 Millionen Menschen der Entwicklungsprozess auf eine tragfähige Zukunft hin ermöglicht -  darunter ca. 40 % Dalits (Kastenlose) und etwa 40 % Adivasi (Stammesangehörige).Inhalt der Entwicklungsprojekte war nie die Vergabe von Almosen - das widerspricht dem Respekt vor der Würde des Menschen (so Rosi Gollmann) - sondern gezielte Hilfe zur Selbsthilfe durch Bewusstseinsbildung, Motivation sowie Einbindung der betroffenen Menschen in Selbsthilfegruppen. "Der Mensch kann nicht entwickelt werden; er kann sich nur selbst entwickeln" ist Rosi Gollmanns Devise.Rosi Gollmann ging es in gleicher Weise immer um die Menschen hier. Die Sensibilisierung zur Verantwortlichkeit für die "Eine Welt für alle" und als Folge bewusstes Umdenken und aktives "Umhandeln" im eigenen Land ließen sie nicht ruhen. Sie warb in Gruppen, Schulen, Kirchen und Vereinen sowie in Einzelbegegnungen um echte Solidarität mit den Armen und Entrechteten, um volle Anerkennung der auch diesen Ärmsten eigenen menschlichen Würde. Aktiv brachte sie sich in deutsche entwicklungspolitische Gremien ein, und ihre oft überraschenden und revolutionär anmutenden Gedankengänge und Entwicklungsansätze - z.B. das Anpacken gesellschaftlich "heißer Eisen" - wurden auch auf politischer Ebene nicht überhört. Die Anforderungen stiegen so sehr, dass Rosi Gollmann im Jahre 1971 ihren Schuldienst auf die Hälfte der Pflichtstunden reduzierte und schließlich, 55-jährig, den Schuldienst ganz aufgab (wenn auch schweren Herzens, denn sie liebte die Schule), um uneingeschränkt (ehrenamtlich) für die wachsenden Aufgaben der Andheri-Hilfe frei zu sein. Und das ungeachtet der nicht unwesentlichen Reduzierung ihrer Rente. Ihr Lebensstil ist einfach, ihre Ansprüche - im Wissen um die Not der Armen - überaus bescheiden. Ihrem Entschluss, nicht zu heiraten, blieb Rosi Gollmann treu. Dennoch lebt sie nicht ohne eigene "Familie": Eine der ersten jungen Inderinnen, Maryann Fernandes, wurde von Rosi Gollmann adoptiert und lebt und arbeitet auch heute noch mit ihr gemeinsam im Haus der Bonner Andheri-Hilfe.Die vielen Ehrungen und Auszeichnungen, die Rosi Gollmann von staatlicher und kirchlicher Seite, ebenso wie von anderen öffentlichen Stellen zuerkannt wurden (z.B. das Große Bundesverdienstkreuz und das "Goldene Herz" von "Bild hilft"), hat sie im Interesse der Öffentlichkeitswirkung für die wichtigen entwicklungspolitischen Aufgaben angenommen. Sie lenkt dabei aber immer die Aufmerksamkeit auf die Leistungen der anderen: auf die Hilfsbereitschaft der Spender hier und vor allem auf die Anstrengungen der Menschen vor Ort und deren selbstlosen Einsatz. 2005 schrieb Rosi Gollmann - zusammen mit Franz Alt und Rupert Neudeck - das Buch "Eine bessere Welt ist möglich". Darin schildert sie aus ihrer reichen Erfahrung die "praktische Entwicklungszusammenarbeit mit menschlichem Gesicht".2001 - 34 Jahre nach Gründung der Andheri-Hilfe - legte Rosi Gollmann als 74-jährige den 1. Vorsitz des Vereins in jüngere Hände. Frau Elvira Greiner, seit ca. 20 Jahren ihre vertraute Mitarbeiterin, übernahm die Leitung. Aber Rosi Gollmann hat sich keineswegs in den eigentlich wohlverdienten Ruhestand zurückgezogen: Als Ehrenvorsitzende bleibt sie den Menschen in den Projekten dort, ebenso wie den Freunden und Spendern hier aktiv verbunden. Wie eh und je ist sie unermüdlich tätig, nimmt an Konferenzen teil, hält Vorträge, spricht neue Spender und Freunde an, hält Kontakt zu Andheri-Freunden, schreibt Briefe und Berichte und ist jederzeit für Medienanforderungen (TV, Radio, Printmedien) bereit, denn ANDHERI HILFE  -  DAS IST IHR LEBEN

Transparenz ist uns wichtig


PricewaterhouseCoopers zeichnete die Andheri-Hilfe 2007 für eine vorbildliche Berichterstattung mit dem Sonderpreis aus. Im Rahmen des Transparenzpreises 2010 wurde die Andheri-Hilfe Bonn für eine qualitativ hochwertige Berichterstattung ausgezeichnet .


Initiative Transparente Zivilgesellschaft


Die Andheri-Hilfe Bonn e.V. beteiligt sich an der "Initiative Transparente Zivilgesellschaft". Damit verpflichtet sich die Andheri-Hilfe zu einem Transparenz-Standard, den das Aktionsbündnis erarbeitet hat. Die Andheri-Hilfe gehört zu den Erstunterzeichnern.
An dieser Stelle finden Sie die 10 relevanten Punkte über die Arbeit der Andheri-Hilfe. Die Präambel der Initiative Transparente Zivilgesellschaft ist unterhalb der 10 Punkte zu finden.
 
Unsere 10 Punkte für mehr Transparenz:
http://www.andheri-hilfe.de/initiative-transparente-zivilgesellschaft.htm

Andere über uns (Auszug)

 
Richard von Weizsäcker (Altbundespräsident)


Immer wieder bin ich von Neuem ganz außenordentlich beeindruckt, wie viel Gutes Ihre Andheri-Hilfe unter Menschen zu bewirken vermag. Es gibt keine laute Propaganda, dafür eine um so intensivere und segenreiche Tätigkeit.

Jürgen Nimptsch (Oberbürgermeister Stadt Bonn)

Mit über 150 Projekten und Programmförderungen in den Bereichen Sozialarbeit, Bildung und Gesundheitswesen trägt die Andheri-Hilfe Bonn dazu bei, die Lebensbedingungen für die Ärmsten der Armen zu verbessern… Bis heute ist die Andheri-Hilfe Bonn für mich ein Musterbeispiel für soziales Engagement und gelebte Nächstenliebe. Sie trägt dazu bei, unsere Welt ein Stück menschlicher und lebenswerter zu machen…
Im Namen der Stadt Bonn danke ich der Andheri-Hilfe Bonn sehr herzlich für ihr Engagement und hoffe, dass die Arbeit der Andheri-Hilfe auch in Zukunft viel Unterstützung erfahren wird.

Horst Köhler (Bundespräsident a. D. )


.... Natürlich ist mir die jahrzehntelange erfolgreiche Arbeit der Andheri-Hilfe für die sozialen Randgruppen auf dem indischen Subkontinent ein Begriff. Ihr Engagement, sowohl zu einer generellen selbsthilfeorientierten Armutslinderung als auch für den Einzelnen in medizinischer Hinsicht ist eines der besten Beispiele für erfolgreiche Entwicklungshilfe in der Zusammenarbeit von staatlichen und privaten Organisationen.
Das Bewusstsein in jedem von uns zu wecken, dass wir alle gemeinsam in einer Welt leben und unser Lebensstil in den industrialisierten Ländern nicht zu Lasten der Menschen in der "Dritten Welt" gehen darf, ist die Grundvoraussetzung für ein friedliches Zusammenleben. Diese Verantwortung haben die Mitglieder der Andheri-Hilfe selbstlos übernommen und sind somit nicht zuletzt auch ein Beispiel für eine erfolgreiche Initiative der Zivilgesellschaft, in der das Engagement jedes Einzelnen einen richtungsgebenden Einfluss gewinnen kann....
Ich wünsche Ihnen für Ihre Arbeit weiterhin viel Erfolg und Kraft.
 

Bundeskanzlerin Angela Merkel


Seit nunmehr 40 Jahren engagiert sich die Andheri-Hilfe zugunsten der ausgegrenzten, sozial schwachen und kranken Menschen und ermöglicht ihnen damit die Chance auf ein Leben in Würde. Sie leistet damit auch einen wichtigen Beitrag für das gemeinsame Anliegen von Bundesregierung und zivilgesellschaftlichen Kräften, nämlich die weltweite Armut zu bekämpfen und die Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen.
Ich ermutige die Andheri-Hilfe ausdrücklich, auch künftig engagiert wie bisher in der Öffentlichkeit für Solidarität mit den Menschen in den Entwicklungsländern zu werben und den Menschen dort wertvolle Unterstützung zu geben. 
 

Johannes B. Kerner (Fernsehjournalist)


Mut, Wille, Kraft und Disziplin - diese Eigenschaften zeichnen Rosi Gollmann aus. 1967 rief sie die "Andheri"-Hilfe ins Leben, um hilfsbedürftige Menschen in Indien zu unterstützen. Über 40 Jahre hat Rosi Gollmann Bewegendes auf die Beine gestellt und sich ihrer Organisation mit Leib und Seele verschrieben.
Neben dem Kampf gegen Kinderarbeit hat der gemeinnützige Verein mehr als einer Million Menschen durch eine Operation das Augenlicht zurückgegeben und ihnen damit ein Leben mit Zukunft ermöglicht. Als die Tsunami-Welle Indien erreichte, reiste die ehemalige Religionslehrerin zusammen mit dem Journalisten Dr. Franz Alt nach Tamil Nadu, um Trost zu spenden und den Menschen vor Ort zu helfen. 2002 erhielt Rosi Gollmann den Ehrenpreis "Das goldene Herz" für ihr Lebenswerk. Zwei Mal war sie bereits zu Gast in meiner Sendung, um von ihren Projekten zu berichten. Ich möchte mich an dieser Stelle für das außerordentliche Engagement von Frau Gollmann bedanken und freue mich schon jetzt, wenn ich sie in meiner Sendung zu gegebenen Anlass wieder begrüßen kann.

Dr. Franz Alt (Fernsehjournalist und Autor)


 "In den letzten 22 Jahren habe ich sieben Mal über die Andheri-Hilfe    im Fernsehen berichtet. {...} Die Projekte der Andheri-Hilfe haben mich - neben denen der Notärzte Cap Anamur - am meisten beeindruckt. Es ist beglückend zu erleben, dass mit wenig Geld soviel segensreiche humanitäre Arbeit geleistet werden kann. {...} Ich werde der Andheri-Hilfe und ihrer vorbildlichen Arbeit weiter verbunden bleiben."

Kontakt


Bei Fragen, Kritik, Anregungen oder Bestellungen - wir freuen uns immer auf den Dialog mit Ihnen. Sie erreichen uns auf den folgenden Wegen:


Andheri-Hilfe Bonn e.V.
Mackestraße 53
53119 Bonn
Telefon: (0228) 92 65 25 - 0
Fax: (0228) 92 65 25-99
E-Mail:  info@no-spam.andheri-hilfe.de
Homepage: www.andheri-hilfe.de
Homepage für die Helpcard der Andheri-Hilfe ( spenden und schenken ): www.helpcard.de/andheri

Auf unserer Homepage www.andheri-hilfe.de gibt es die Möglichkeit, online zu spenden.

Spenden für Menschen in Indien und Bangladesch per Überweisung auf folgendes Spendenkonto:

Sparkasse KölnBonn
BLZ: 370 501 98
Kto: 40 006