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Andheri-Hilfe Bonn

Ländliche Entwicklung & Ressourcenschutz

Der Großteil der armen Bevölkerung Indiens und Bangladeschs lebt auf dem Land (rund 75%). Traditionelle und teilweise feudale Machtstrukturen sind hier stark ausgeprägt. Landverlust, Unterbeschäftigung, Perspektivlosigkeit, Diskriminierung von Frauen und soziale Zwänge prägen das Bild. Hinzu kommen bedrohlich wachsende Umweltprobleme: Massive Abholzungen führen zu immer stärkerer Erosion; klimatische Veränderungen zu immer häufigeren Dürreperioden oder massiven Überschwemmungen. Selbst die Trinkwasserversorgung ist vielerorts gefährdet. Immer mehr Menschen bleibt nur die Abwanderung in die Slums der Städte.


Um dem vorzubeugen, unterstützen wir Projekte, in denen Kleinbauern gemeinsam nachhaltige Erosions- und Wasserbewirtschaftungsmaßnahmen realisieren. Diese Projekte werden ergänzt durch weitere Maßnahmen im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft. Aufforstung spielt eine große Rolle. Biogasanlagen und energiesparende Öfen vermindern den Brennholzkonsum und tragen damit zum Ressourcenschutz bei. Auch die Nutzung der Sonnenenergie - vor allem für Solarlampen - nimmt deutlich zu.

Weitere Komponenten wie Bildungsmaßnahmen, Kreditprogramme und Einkommen schaffende Maßnahmen helfen, die soziale und ökonomische Situation der Familien in ländlichen Gebieten zu verbessern.

 

Aktuelles Partnerschaftsprojekt:

Ernährungssicherheit der Adivasi in Orissa durch Ressourcenschutz

Es geht hierbei ganz konkret darum, dass die Adivasi in fünf Dörfern genug zum Essen haben. Die geringe Fruchtbarkeit der landwirtschaftlichen Nutzflächen ist ein großes Problem in Orissa. Der Boden ist durch falsche Behandlung mit chemischen Düngern und Übernutzung völlig ausgelaugt. Missernten und Hunger sind die Folge. Sehen wir manche Bilder vom "modernen" Indien mit seinen Wirtschaftszentren, dann können wir es uns kaum vorstellen, aber es ist doch wahr: Jeden Tag - auch heute - hungern Menschen, sterben Menschen - gerade auch Kinder - in Indien an Hunger und seinen Folgen. Gerade die Adivasi, die Ureinwohner, die traditionell in der Natur und von der Natur leben, haben kaum noch Überlebenschancen - z.B. in den fünf Dörfern in Orissa. Immer mehr Familien sehen keine Alternative, als auf der Suche nach Arbeit und Einkommen in die Städte abzuwandern in das Elend der Slums der Metropolen. Wir haben uns zur Aufgabe gemacht alles nur Mögliche dafür tun, dass die Menschen in ihrer Heimat, in ihren Dörfern Lebens- und Zukunftschancen finden - gerade die Adivasi, die so eng mit der Natur verbunden sind.

Bei einem Projektbesuch in anderen Dörfern, in welchen bereits in dieser Richtung gearbeitet wird, konnten jetzt die ersten Erfolge sichtbar werden: Zwei bis drei Ernten können die Bauern heute erwirtschaften. Die Ausgaben für Saatgut, Düngemittel und Pestizide sind deutlich zurück gegangen. Familien, die in die Städte ausgewandert waren, sind in die Heimat zurück gekehrt! Es gibt kaum noch ein unter- oder mangelernährtes Kind.

Trotz aller Anstrengungen können die Dorfbewohner diese Maßnahmen aus eigener Kraft nicht allein realisieren. Sie brauchen unsere Hilfe und die unserer Spender.

Deshalb sind wir dankbar, in Orissa einen neuen Partner gefunden zu haben, der sich bereits seit langem dafür einsetzt, dass ärmste Familien auf ihrem kleinen Stück Land genug zum Überleben erwirtschaften können. Die Organisation THREAD macht sich wissenschaftliche Kenntnisse zunutze - aber nur insoweit, wie alles dazu Benötigte lokal im Dorf verfügbar ist. So wurde z.B. festgestellt, dass man aus dem Urin von Kühen, verdünnt mit Wasser und gemischt mit weiteren natürlichen Zutaten, sowohl hervorragenden Dünger als auch natürliche Schädlingsbekämpfungsmittel herstellen kann. Kühe gibt es genug in den Dörfern, doch werden sie bislang nicht in Ställen gehalten, so dass man ihren Urin nicht nutzen kann. Wir möchten nun zusammen mit unserem Partner THREAD und den bestehenden Frauengruppen die Stallhaltung von Kühen in den 5 Projektdörfern einführen. So können die Klein- und Kleinstbauern künftig Dünger und Pestizide kostenlos selbst herstellen! Außerdem sollen in jedem Dorf auf 4 Hektar Versuchsfläche Methoden der biologischen Landwirtschaft erprobt werden. So erlangen die Adivasi Unabhängigkeit von teuren Agro-Chemikalien und können umweltschonend und nachhaltig Landwirtschaft betreiben. 

Vor Abschluss dieses Projektes werden wir Ihnen ein neues Projekt vorschlagen. Im Falle, dass dieses Projekt kurzfristig ausfinanziert ist, behalten wir uns vor, die Gelder einem gleichwertigen Projekt zukommen zu lassen.

100 € reichen, um einer Kleinbauernfamilie langfristig eine gesicherte Existenz zu schaffen.

Projektpartner werden:

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