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Andheri-Hilfe Bonn

Bildung, Organisation und Stärkung von armen Frauen und Mädchen

Projekt-Kurzinformationen

Projekttitel

Bildung, Organisation und Stärkung von armen Frauen und jugendlichen Mädchen

( I-600-31/12)

Partnerorganisation

Centre for Women`s Development and Research 

Finanzierung

Die Andheri-Hilfe unterstützt das Projekt im Zeitraum 01/15 – 12/17 mit 76.000 €

 

Hauptaktivitäten

· Förderung von Küchengärten, Kleintierhaltung und Kompostherstellung. 

· Trainings und Berufsförderung von Mädchen.

· Organisationsförderung und Fortbildung von Frauen und Mädchen. 

· Ländliches Ressourcenzentrum für  Fortbildungen und Einkommen schaffende Maßnahmen.  

Kosten

· Fortbildung von 100 Frauen für ökologische Küchengärten: 725 Euro

· Dreitägige Schulung von 23 Leiterinnen von Frauengruppen: 200 Euro 

Berufsfortbildung für 100 jugendliche Mädchen: 1.449 Euro

· Monatsgehalt einer Dorfberaterin: 90 Euro

· Sexualaufklärung in 5 Schulen: 72 Euro

· Renovierungsarbeiten im Ressourcenzentrum und Bau von Tierställen: 2.899 Euro

Ein Mädchen erlernt im Zentrum den Gebrauch eines Computers

Nach dem verheerenden Tsunami unterstützte die Andheri-Hilfe die erfahrene Frauenorganisation Centre for Women`s Development and Research (CWDR) mit einem Rehabilitationsprogramm, das auf Frauen und Mädchen ausgerichtet war. Allein stehende Frauen sind in Indien besonders benachteiligt: Sie werden sozial und kulturell diskriminiert und stehen wirtschaftlich wie auch rechtlich am äußersten Rand der Gesellschaft. Während Regierungsprogramme und Maßnahmen anderer NGOs diesen Frauen und Mädchen kaum zu Gute kamen, gelang es CWDR die beiden Gruppen zu organisieren und ihnen eine Stimme im Entwicklungsprozess zu geben. In den 24 Küstendörfern nahe der Metropole Chennai, die das Projektgebiet umfasst, hatten Frauen bis dahin außerhalb ihrer vier Wände nichts zu sagen.

Inzwischen sind 876 Frauen, 765 allein stehende Frauen und 1360 jugendliche Mädchen Mitglieder der Selbsthilfegruppen, die bereits recht gut funktionieren. Sie haben begonnen gemeinsam zu arbeiten, sich gegen Unrecht wie sexuelle Gewalt zur Wehr zu setzen und für das Gemeinwohl aktiv zu werden. Die Mädchen haben gelernt, wie wichtig Bildung, Gesundheit und eine saubere Umwelt für sie sind. Sie führen Kampagnen gegen Umweltverschmutzung durch, fordern Regierungsprogramme für Toiletten ein, brechen die Schule nicht mehr ab und heiraten nicht mehr bevor sie 21 Jahre alt sind.

Mädchen werden am Computer geschult. Mit guten Computerkenntnissen werden sie später bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

800 Mädchen haben außerdem den Umgang mit dem Computer und weitere Fähigkeiten gelernt, die für sie den Einstieg ins Berufsleben erleichtern werden. 200 Mädchen konnte bisher durch lokale Spenden der Besuch einer weiterführenden Schule ermöglicht werden. Sechs Mädchen besuchen jetzt sogar als erste aus ihren Familien eine Universität. Eine von ihnen, Pavithra, hat mit Agraringenieurswesen einen sonst typischen Männerstudiengang gewählt.

Die Armut in den 24 Projektdörfern hat sich in den letzten Jahren strukturell noch verschärft. In dem Projektgebiet, das an der Küste zwischen den Großstädten Chennai und Pondicherry gelegen ist, wurde mehr und mehr landwirtschaftlich genutztes Land an private Investoren verkauft, die z.B. Hotels und Restaurants errichten. Die meisten Menschen haben bisher ihren Lebensunterhalt als Tagelöhner in der Landwirtschaft verdient. Am schlimmsten betroffen sind wieder die Frauen, die in den Dörfern mittellos zurück bleiben, während die Männer auf Arbeitssuche in die Städte abwandern.

Mädchen im Unterricht

Besonders Frauen, vor allem alleinstehende Frauen, sind von Armut betroffen. In der vergangenen Projektphase konnte bereits einiges erreicht werden. In jedem Dorf gibt es nun gut funktionierende Gruppen, in denen 15-20 allein stehende Frauen Halt finden, sich austauschen und lernen, wie sie ihr Einkommen mit den eigenen vorhandenen Mitteln verbessern können. Im bestehenden Ressourcenzentrum können sie an Fortbildungen teilnehmen, etwa für Einkommen schaffende Maßnahmen. Unterstützt werden sie dabei von einem landwirtschaftlichen Berater, der auch bei der Errichtung einer Modellfarm beteiligt war. 200 Mädchen lernten im vergangenen Jahr den Umgang mit dem Computer, 90 Frauen das Nähen von Kleidung und 80 das Kompostieren. 800 allein stehende Frauen haben eigene Küchengärten errichtet, weitere 192 oder betreiben Kleintierhaltung mit Geflügel oder Ziegen. In der neuen Projektphase wird das Angebot ausgeweitet werden und die Frauengruppen werden lernen, das Ressourcenzentrum eigenständig zu verwalten. Auch eine Baumschule für Obstbäume und Gemüse ist in Planung.

Des Weiteren soll in jedem Dorf eine Frauenorganisation etabliert werden, die sich aktiv bei der Dorfentwicklung und an Gemeinderatssitzungen beteiligt sowie den Kontakt zwischen Banken und Frauengruppen für Kleinkredite herstellt. Die Leiterinnen dieser Gruppen nehmen an Fortbildungen teil, um ihre Fähigkeiten auszubauen und so gleichzeitig die Nachhaltigkeit des Projekts zu sichern.

 

 

Dhanlaxmi verdient ihren Lebensunterhalt mit der Herstellung von Snacks. Hier verkauft sie selbstgezogene Setzlinge aus ihrem biologischen Küchengarten.

Die Mädchen sind die Frauen von morgen und übernehmen schon heute wichtige Aufgaben in der Gemeinschaft. Sie haben heute Bildungschancen, die ihre Mütter nie hatten, und nutzen sie. Ihr verändertes Rollenverständnis und Selbstbewusstsein wird die Gesellschaft prägen. Es hat sich gezeigt, dass die erwachsenen Frauen vor allem im landwirtschaftlichen Bereich ökonomisch erfolgreich sind, da sie mit diesen Tätigkeiten vertraut sind. Die heranwachsenden Mädchen sind dagegen auch offen für neue Berufsfelder und können sich neue Fähigkeiten aneignen und damit neue berufliche Chancen nutzen, wenn sie dabei Unterstützung erhalten. In dem Ressourcenzentrum werden sie fortgebildet, u.a. in der Nutzung von Computern, und haben später gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, z.B. in den neuen Hotels und Restaurants. Die Töchter allein stehender Frauen werden mit Hilfe eines Ausbildungsfonds gezielt unterstützt. Die jugendlichen Mädchen übernehmen aber auch wichtige Aufgaben im Projekt selbst. Sie sind nun in der Lage, wichtige Themen in den Dorfratssitzungen anzusprechen und sich dort durchzusetzen. Sie haben in der letzten Projektphase zuvor in allen Dörfern Dorfentwicklungspläne erarbeitet und setzten sich jetzt z.B. für Basisinfrastrukturmaßnahmen ein wie die sichere Versorgung mit Trinkwasser, Toiletten oder einfache Gesundheitszentren. In Wochenendkursen erhalten die Mädchen Trainings für den Berufseinstieg, Sexualkundeunterricht oder Kunst-, Tanz und Musikkurse. Durch Tanzaufführungen zu den Themen Frauenrechte und Gewalt gegen Frauen konnten schon einige Dorfgemeinschaften ein Bewusstsein für diese Themen entwickeln. Mädchen, die in den vergangenen Projektphasen zu Trainerinnen ausgebildet wurden, werden nun ihre Fähigkeiten an weitere Mädchen weitergeben und sich weiter gemeinsam mit den Frauengruppen für die Entwicklung ihrer Dörfer einsetzen. Eine wichtige Projektkomponente ist die Berufsberatung und –förderung der heranwachsenden Mädchen, damit immer mehr Mädchen weiterführende Bildungsabschlüsse erreichen können. Diese jungen Frauen werden gleichzeitig fortgebildet, um die Mädchen-Selbsthilfegruppen anzuleiten, denen sie zudem als Vorbild dienen. 

 

 

Murugammal pflanzt Setzlinge in ihrem Küchengarten

Jungs sollen jedoch nicht außen vor gelassen werden. Für sie gibt es Gruppen, in denen sie neben gemeinsamen Sport-, und Spielaktivitäten auch über Geschlechtergleichberechtigung und Sexualkunde aufgeklärt werden. Auch Ernährung, Hygiene, Missbrauch und Gewalt gegen Frauen sind Themen. Die Jungengruppen sollen ebenso wie die Mädchengruppen in alle Aktivitäten zur Dorfentwicklung mit einbezogen werden. In der neuen Projektphase werden zudem auch Kindergruppen gegründet, in denen Mädchen und Jungen gemeinsam über Kinderrechte und Themen wie Missbrauch aufgeklärt werden.

Wenn Sie diese Frauen und Mädchen bei ihrer Entwicklung unterstützen möchten, geben Sie bei Ihrer Spenden-Überweisung bitte die Projekt-Nr. :

I-600-31/12 an. 

Vielen Dank!

Hier können Sie direkt und sicher online spenden...

 

Dieses Projekt wird von der Schöck-Familien-Stiftung gGmbh gefördert.

Zweitägiger Lehrgang zu Nachhaltigem Landwirtschaften für 30 Teilnehmer: 90 Euro

Ihre Ansprechpartnerin

Barbara

von Hillebrandt-Jung


Projektreferentin Südindien, Westindien

Tel: 0228/ 926 525 32
 barbara.hillebrandt@
andheri-hilfe.org