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Andheri-Hilfe Bonn

Tsunami Weihnachten 2004 und der Wiederaufbau

Fast 7 Jahre sind vergangen, seit die Tsunami-Wellen die Küstengebiete im indischen Ozean mit brutaler Gewalt zerstörten. Mehr als 230.000 Menschen verloren ihr Leben. Millionen wurden obdachlos und verloren ihre Lebensgrundlage. Es war eine Katastrophe, die unzählige Menschen ins Herz getroffen hat – nicht nur die direkt betroffenen. Auf die Flutwelle folgte eine Spendenwelle. Doch schon bald wurden Fragen laut, ob denn diese Gelder wohl sinnvoll eingesetzt würden.

 


Wir können nur für die Gelder sprechen, die uns bei der Andheri-Hilfe anvertraut wurden: Gut 2,58 Millionen Euro. Als richtig hat sich unsere Entscheidung erwiesen, diese Gelder nur uns bereits seit Jahren bekannten Partnerorganisationen anzuvertrauen, die wir als überaus fähig und zuverlässig kennengelernt hatten. Mit diesen 12 einheimischen Partnen konnten wir insgesamt 28 Projekte in den indischen Küstengebieten realisieren.

Uns war es wichtig, vor allem diejenigen zu erreichen, die bei den großen Hilfsaktionen (z.B. seitens der indischen Regierung oder großer Hilfsorganisationen) schlicht und einfach nicht berücksichtigt wurden, weil sie nicht die Kraft oder die Fähigkeit hatten, ihre Rechte durchzusetzen: die Kinder, die alleinstehenden Frauen, die Dalits (Unberührbaren).

11.570 Kinder konnten wir dabei unterstützen, ihre traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten, und wieder zur Schule zu gehen.

Ein Jahr nach dem Tsunami: Die Kinder haben das Lachen wieder gelernt.

9.023 Frauen (die Mehrzahl von ihnen alleinstehend) konnten sich in Frauen-Selbsthilfegruppen organisieren. Sie bauten sich mit Hilfe von Kleinkrediten wieder eine Existenzgrundlage auf. Vor allem aber fanden sie in diesen Gruppen neuen Lebensmut und gegenseitige Unterstützung.

325 Häuser konnten wir bauen für Menschen, die alles verloren hatten. Die neuen Bewohner arbeiteten selbst nach Kräften mit.

In 116 Dörfern konnten wir den Fischern mit neuen Booten und Netzen den Neubeginn ermöglichen.

In Tamil Nadu konnten wir Inlandfischer, die als Dalits gelten, dabei unterstützen, als Fischer anerkannt zu werden. 96 von ihnen haben sich in der ersten Dalit-Fischerkooperative zusammengeschlossen und haben damit Zugang zu staatlichen Förderprogrammen.

Jugendliche konnten in unseren Projekten handwerkliche Fähigkeiten erlernen und so Arbeit und Einkommen finden.

Küstenschutz wurde endlich wieder als zwingend notwendig erkannt. Gern unterstützten wir die Aufforstung von Mangrovenwäldern.

Auch zahlreiche weitere Maßnahmen brachten dringend notwendige Hilfe: von der Trinkwasserversorgung durch eine Meerwasser-Entsalzungsanlage bis zum Toilettenbau für Schulen.

Wichtig war uns bei allen Maßnahmen, gemeinsam mit den Betroffenen zu planen und sie in die Realisierung der Projekte einzubeziehen. Die materielle Hilfe war nur die eine Seite der Medaille. Die andere war die Befähigung der Menschen, den Aufbau in die eigene Hand zu nehmen, neues Vertrauen in die eigenen Kräfte zu gewinnen und ihre Rechte einzufordern.

Fast 7 Jahre sind vergangen. Vergessen werden wir, werden die Menschen an den Küsten des indischen Ozeans, diesen zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 nie – aber auch nicht die unvergleichliche Hilfsaktion, die folgte. Dank der vielen Spender, dank auch der kompetenten und engagierten Partner vor Ort, wurde nicht einfach ein Wiederaufbau erreicht, sondern es wurde ein Neubeginn. Die Menschen in unseren Tsunami-Projekten haben ihre Chance genutzt. Sie sind zu „Leuchttürmen" geworden, zu Vorbildern für viele andere, dass sie selbst die Veränderung bewirken können, die sie in ihrem Leben, in ihren Familien, in ihren Gemeinschaften sehen wollen.

Ihre Ansprechpartnerin

Elvira Greiner
 
Erste Vorsitzende


Tel. 0228/ 926 525 33
 elvira.greiner@no-spam.andheri-hilfe.org