
Die Adivasi, die Ureinwohner Indiens, sind besonders stark benachteiligte Bevölkerungsgruppen dieses Subkontinents. Zu ihnen zählen die Koragas, unsere Zielgruppe. Sie leben im Bundesstaat Karnataka, Südindien. Sie gehören zu den Ärmsten der Armen und werden stark diskriminiert. Traditionell leben sie vorwiegend in den letzten noch intakten Bergwäldern von dem, was ihnen der Wald bietet und sie auf den kleinen Feldern anbauen können. Doch ihre Lebensgrundlage ist bedroht durch massive Abholzungen und das Vordringen von Nicht-Adivasi.
Unser 4-jähriges Projekt begann im Juni 2006. Wir wollen helfen, die soziale und ökonomische Situation, den Gesundheitsstatus und den Bildungsstand zu verbessern.

Es wurde schon viel erreicht. So haben sich bereits 75 Selbsthilfegruppen mit 475 Mitgliedern gebildet. Hier werden Trainingsprogramme im Gesundheitswesen, zur Schulbildung, zur Bewusstseinsbildung, auf dem Gebiet der politischen Mitarbeit und für Einkommen schaffende Maßnahmen angeboten. Wichtig sind auch die Zusammenkünfte mit Anwälten, um die Koragas über ihre Landrechte zu informieren. So sind bereits Verbesserungen hinsichtlich des sozialen Status der Koragas zu erkennen. Ihnen wird heute mehr Respekt entgegengebracht. Die Gesundheitslage hat sich verändert, da nun monatlich eine mobile Klinik die Kranken versorgt, Schwerkranke in Krankenhäuser überweist und Schulung in Hygiene vornimmt. Bereits 124 Familien nennen eine Toilette ihr eigen. Im Rahmen der Schulbildung werden Schulabbrecher in Förderunterricht wieder eingegliedert und Workshops für Lehrer bzw. Lehrer und Eltern durchgeführt. Durch die Gewinnung von 20 ehrenamtlichen Lehrern wurde die Qualität der Adivasi Schulen bereits verbessert. Zu den Einkommen schaffenden Maßnahmen zählen u.a. die Zucht von Pilzen, Anbau von Jasmin, Maurerarbeit, Milchwirtschaft. Brunnen wurden gegraben, Häuser gebaut und repariert, Toiletten gebaut. 20 Familien erhielten die Titel für ihr Land und 200 unbebaute staatliche Landflecken wurden an Koraga-Familien verteilt. Fünf Informationszentren wurden geschaffen, Spar- und Kreditprogramme eingeführt.
Im Vergleich zur früheren Lage der Koragas hat sich schon viel getan, doch es muss noch viel mehr getan werden. Wir wollen mit unserer Arbeit dazu beitragen, die bestehenden Selbsthilfegruppen zu stärken, Bildung und Gesundheitswesen zu verbessern, Einkommen schaffende Maßnahmen und Aufklärung über die eigenen Rechte zu unterstützen, damit die Koragas ein selbstbestimmtes Leben führen können.
