Andheri Hilfe

Ausbildung für Jugendliche in Bangladesch

Armut bekämpfen durch zukunftsorientierte Ausbildung
In ländlichen Regionen Bangladeschs

In Bangladesch bieten wir jungen Frauen und Männern aus armen Familien, die sich keinen Aufenthalt fernab ihrer Heimatdörfer leisten können, die Möglichkeit in unseren mobilen Ausbildungszentren einen Beruf zu erlernen. Jeweils sechs Monate dauert eine Grundausbildung in den Bereichen Mechanik, Elektrik oder Schneiderei. Die Azubis werden auch dabei unterstützt eine Anstellung zu finden oder ein eigenes Kleinunternehmen zu gründen.

Techniker für Kühlschränke sind sehr gefragt

Projektpartner

Caritas Bangladesh, landesweit tätig in ländlichen Regionen Bangladeschs

572 €

kostet die sechsmonatige Berufsausbildung für einen jungen Mann oder eine junge Frau.

95 €

Diese Summe reicht aus, um die Ausbildung einen Monat lang zu finanzieren.

Mangelnde Ausbildung ist ein großes Problem

Eines der größten Probleme Bangladeschs ist die landesweite hohe Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung. Während noch immer zwei Drittel der Bevölkerung von der Landwirtschaft leben, ist der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt auf unter 20 % zurückgegangen. Dieses Missverhältnis kann auch als Armutsschere bezeichnet werden und ist ein wichtiger Grund für die enorme Land-Stadt-Migration in Bangladesch und sozialen Unfrieden.

Besonders in den ländlichen Regionen finden sich viele junge Frauen und Männer in der Perspektivlosigkeit. Viele von ihnen mussten schon früh die Schule abbrechen, weil sie zum Familieneinkommen beitragen müssen. Aufgrund ihrer mangelnden Ausbildung sind sie oft in der unsicheren Tätigkeit als Tagelöhner_innen gefangen. Formale Berufsausbildungen werden kaum angeboten. Besonders für junge Frauen ist es nicht möglich in die Städte zu ziehen und sich hier neue Perspektiven zu erarbeiten, da es in der traditionellen Gesellschaft im ländlichen Raum kaum in Frage kommt, dass ein unverheiratetes Mädchen seine Familie verlässt.

Mobile Berufsausbildung bietet neue Chancen

Daher bringen wir gemeinsam mit unserem langjährigen Partner Caritas Bangladesch die Berufsausbildung zu den jungen Menschen in den Dörfern. Wir setzen hierzu mobile Ausbildungszentren ein, die leicht auf- und abzubauen sind. Es handelt sich bei den Ausbildungszentren um Wellblechkonstruktionen, die jeweils zwei Räume (pro Kurs ein Raum) beherbergen. Die im Projekt tätigen erfahrenen Ausbilder_innen sichern einen hohen Ausbildungsstandard.

Die Kurse gliedern sich in einen praktischen und einen theoretischen Teil und dauern rund sechs Monate. 1,5 Stunden pro Woche erhalten die Auszubildenden zusätzlich zu den unmittelbar handwerksbezogenen Ausbildungsinhalten noch spezielle Unterweisungen in Bezug auf die Gründung ihres eigenen Unternehmens. Darüber hinaus wirkt das Projekt darauf hin, dass die Auszubildenden Kontakte zu lokalen Wirtschaftsvertretern erhalten. So sind Treffen zwischen Azubis und lokalen Unternehmen vorgesehen, um die Chancen auf eine Beschäftigung zu erhöhen und relevante Marktkenntnisse von Praktikern zu erhalten.

Nach erfolgreicher Ausbildung endlich ein sicheres Einkommen

Nach Abschluss der Ausbildung erhalten diejenigen, die den Schritt in die Selbstständigkeit gehen wollen, einen Kredit. Die ausgegebenen Kredite werden von den Jungunternehmern innerhalb eines Jahres zurückgezahlt und fließen in einen Fonds, aus dem weitere Jungunternehmer_innen später Kredite erhalten sollen. So können sie sich z.B. eine Nähmaschine oder die notwendigen Werkzeuge für die Eröffnung einer eigenen Schneiderei oder einer Werkstatt kaufen.
Andere Azubis werden bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes unterstützt. Sie haben während der Ausbildung bereits relevante Kontakte zu Unternehmen geknüpft und können mit ihren neugewonnenen Fähigkeiten von sich überzeugen.

70 % der ehemaligen Auszubildenden sind zu Haupternährern ihrer Familien geworden

Viele positive Wirkungen gehen vom Projekt aus: Das Ansehen und die Stellung von Frauen haben sich verbessert und rund 70 Prozent der ehemaligen Auszubildenden sind sogar zu Haupternährern ihrer Familien geworden. Und - durch das gesicherte Einkommen wird in die Bildung der jüngeren Geschwister investiert.

Gita ist heute Schneiderin und finanziert die Ausbildung ihrer kleinen Schwester

Beeindruckend ist die Geschichte der 21-jährigen Gita, die mit einer körperlichen Behinderung lebt. Ihre Mutter ist chronisch krank, Vater und zwei Brüder arbeiten als Teegarten-Arbeiter für extrem niedrige Löhne. Der andere Bruder ist arbeitslos und die jüngere Schwester geht in die sechste Klasse. Als Gitas Mutter von den mobilen Ausbildungszentren hörte, bemühte sie sich um einen Platz für ihre Tochter - mit Erfolg: Gita schloss den Kurs im Dezember 2013 mit Bravour ab und war voller Elan für ihre Zukunft als Schneiderin. Mit einem Kleinkredit kaufte sie eine Nähmaschine und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Heute näht sie vor allem Frauenkleidung und bessert Kleidungsstücke aus. Ihre Familie freut sich sehr, da niemand je damit gerechnet hätte, dass Gita die Familie einmal finanziell unterstützen könnte. Und Gita? Sie investiert jetzt sogar einen Teil ihres Verdienstes in die Bildung ihrer kleinen Schwester.

Ihr Ansprechpartner

Dr. Martin Peter Houscht
Referat Bangladesch

Kontakt

E-Mail

Telefon: 0228 / 926 525 35