ANDHERI HILFE

Ein Leben im Glimmer - von der Wiege bis zur Bahre
Kinder, Frauen und Männer schuften in den Mica-Minen

Was haben Lidschatten, Lippenstift und schimmernder Autolack gemeinsam? In diesen Produkten (und vielen weiteren Produkten) ist Mica, sogenannter Glimmer, enthalten. Ein Mineral, das Menschen im ostindischen Bundesstaat Jharkhand Einkommen garantiert - und sie zugleich umbringt. Seine großen, lukrativen Adern werden hier seit Jahrzehnten mit schweren Maschinen abgebaut. Sind die Adern verschwunden, kommen die Dorfbewohner mit Hammer und Meißel und schlagen mühsam die Reste aus dem Fels. Männer, Frauen und sogar Kinder schuften Tag ein, Tag aus in diesen gefährlichen Minen. Sie atmen dabei permanent den Staub ein, der schwere Lungenkrankheiten verursacht. Oft stürzen die völlig ungesicherten Minen ein und begraben Menschen unter sich. Und das alles für ein bisschen Glimmer?

Keine Kinderarbeit mehr: Diese Kinder können endlich zur Schule gehen. Das war nicht immer möglich, denn viele Kinder mussten in den Glimmer-Minen schuften, um Geld für die Familie zu verdienen.
Keine Kinderarbeit mehr: Diese Kinder können endlich zur Schule gehen. Das war nicht immer möglich, denn viele Kinder mussten in den Glimmer-Minen schuften, um Geld für die Familie zu verdienen.

448 €

448 € kosten die Baumaterialien (vor allem Holz und Lehm) für den Bau einer neuen Schule.

 

 

50 €

Eine 50 € - Spende ist ausreichend , um 10 Kinder mit Schreibtafeln, Kreide, Heften und Stiften auszustatten.

 

 

26 €

26 € sind für die Anlage eines Küchengartens notwendig. Küchengärten sind ein wichtiger Bestandteil zur Selbstversorgung und damit zur Verbesserung der Ernährung der Kinder.

Trotz Verbot harte Arbeit in den Mica-Minen

Der Regierung von Jharkhand ist die Problematik bekannt. Sie hat deshalb schon vor Jahren rund 90 Prozent aller Glimmer-Minen offiziell geschlossen. Und doch arbeiten die Menschen weiter hier - jetzt illegal -, weil sie keinerlei Alternative haben.

Nicht einmal die Trinkwasserversorgung ist in diesen Dörfern gesichert. Die Menschen schöpfen aus Erdlöchern ein wenig braune Brühe. Die Ernährung ist mehr als unzureichend. Kein Wunder, dass fast alle Kinder mangelernährt und sehr viele von ihnen krank sind! Kaum jemand hier wird älter als vierzig Jahre.  

Ein Hoffnungsschimmer für die Menschen

Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Seva Sadan wollen wir den Menschen im Glimmerminengebiet des Koderma-Distrikts eine Chance für ein Leben in Würde geben. Im ersten Schritt konnten wir unsere überaus engagierte Partnerin Leela dabei unterstützen, in fünf Dörfern einfache Vorschulen zu errichten: Wir finanzierten Holzstämme und Lehm, die Dorfbewohner bauten die Schulen mit ihren eigenen Händen. Erstmals können 200 Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahren die Schule besuchen, statt in den Minen zu arbeiten. Wir wollen noch mehr Kindern diese Chance bieten! Insgesamt wollen wir im kommenden Jahr den Bau von neun dieser einfachen Schulen für die Minenkinder möglich machen. Durch den Anbau von Obst und Gemüse soll auch eine bessere Ernährung sichergestellt werden. Und dort, wo die Wasserversorgung besonders prekär ist, wollen wir die Errichtung von Trinkwasserbrunnen finanzieren.

"Der giftige Staub lässt uns husten"

"Ich bin Praveen* und ungefähr neun Jahre alt. So genau wissen meine Eltern das nicht. Die Leute bei uns in Jerlai wissen das alle nicht so genau. Sie haben keine Zeit, ihr Kind bei einem Amt anzumelden. Sie müssen jeden Tag in der Mine schuften. Sonst haben wir nichts zu essen. So einfach ist das. Ich kenne das nicht anders. So lange ich mich erinnern kann, war ich mit in der Mine. Wo auch sonst. Meine Mutter konnte mich ja nicht allein zu Hause lassen. Ich weiß noch, dass ich, als ich ganz klein war, einfach mit anderen Kindern im Staub spielte. Der glitzerte so schön. Dass dieser giftige Staub uns so schlimm husten ließ, wussten wir nicht. Bald musste ich mitarbeiten: Glimmerstücke sammeln, möglichst große und möglichst viele. Oft tat mir der Rücken weh, aber ich musste immer weitermachen.

Bildung statt Kinderarbeit in den Mica-Minen

Eines Tages kam eine Frau in unser Dorf, Leela hieß sie. Sie erzählte den Erwachsenen etwas von einer Schule und dass wir Kinder etwas lernen sollten. Aber die Leute hörten ihr gar nicht richtig zu. ‚Was wir in Jerlai zum Leben brauchen, das lernen wir in den Minen!', sagten sie. Nur mein Freund Kedar und ich, wir wollten gerne lesen und schreiben lernen. Und rechnen!  Wie gut, dass Frau Leela so hartnäckig war. Und Kedar und ich auch! War ganz schön schwer, unsere Eltern zu überreden, dass wir zur Schule gehen können. Und dann auch noch unsere Freunde und deren Eltern! Aber irgendwann haben die Erwachsenen dann doch die Schule gebaut: aus den Baumstämmen und dem Lehm, die Frau Leela dafür ins Dorf bringen ließ. ‚Mit Spenden aus Deutschland', sagte sie. Jetzt kommen schon über 30 Kinder aus Jerlai jeden Tag zur Schule. Ich kann schon viele Wörter schreiben, und wenn ich meinen Eltern etwas vorlese, dann sind sie ganz stolz!"

Ihre Spende wirkt! Gemeinsam mit Ihnen wollen wir Kinder aus der Kinderarbeit in den gefährlichen Glimmerminen befreien, ihnen bessere Ernährung sichern und den Schulbesuch ermöglichen!
Ihre Ansprechpartnerin

Janine Langer
Referat Indien

Kontakt

E-Mail

Telefon: 0228 / 926 525 34

 * Zum Schutz der Persönlichkeit sind Name und Fotos geändert.