Andheri Hilfe

Ärmsten Familien eine Zukunft geben

Die Monga kennt kein Erbarmen!
Joypurhat/Bangladesch

Jedes Jahr kommt sie wieder: die Monga! Die große Hungersnot! Und sie dauert mehrere Monate. Arbeit auf den Feldern gibt es nicht. Und auch außerhalb der Landwirtschaft gibt es kaum Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Tagelöhne während der Pflanz- und Erntesaison reichen aber nicht, um Rücklagen zu bilden. So müssen 70% der Familien während der Monga Kredite zu Wucherzinsen aufnehmen, um Nahrung zu kaufen.

 

 

Frauen ziehen Setzlinge

Projektpartner

DMSS (Dustha Manobatar Seba Sangstha),

Joypurhat/Bangladesch

50 €

Eine 50* € - Spende ist ausreichend als Starthilfe für eine Existenzgründung

 

 

75 € und 90 €

75* € sind notwendig für Anschaffung und Installation einer Solaranlage für eine Familie.

90* € für eine Biogasanlage

Können Sie sich vorstellen, von 48 Cents pro Tag zu leben?

Genau dies ist bittere Realität für 3.500 Familien in unseren 84 Projektdörfern im Nordwesten von Bangladesch. In „guten“ Zeiten – während der Pflanz- und Erntesaison, mag es doppelt so viel sein. Dafür liegt das Einkommen in den übrigen Monaten nahe Null. Das ist die Zeit der „Monga“, der alljährlichen Hungersnot. Immer häufiger und immer stärker haben Dürre und Hitze die Region fest im Griff.

 

3.500 Familien unterhalb der Armutsgrenze

Die Frauen leiden am stärksten: Für sie kommt zu der wirtschaftlichen Not noch die Diskriminierung in allen Lebensbereichen hinzu. Zur Schule gehen konnten sie selten, trotzdem haben sie etwas Prägendes gelernt: Sie sind weniger wert als die Männer! Doch wenn es darum geht, das Überleben der Familie zu organisieren, dann spielen sie eine zentrale Rolle. Während die Männer in den Monaten der Monga oftmals in den Städten Arbeit suchen, müssen die Frauen versuchen, die Kinder und sich selbst irgendwie durchzubringen. Gerne würden sie andere Beschäftigungen aufnehmen, doch es fehlt an Möglichkeiten. Dennoch sind sie voll beschäftigt: Täglich ein paar Liter Trinkwasser zu organisieren und Brennstoff, um wenigstens eine karge Mahlzeit zu kochen, das sind enorme Herausforderungen. 30 % der Frauen sind täglich vier Stunden und mehr unterwegs, nur um ein wenig Brennholz zu finden; die anderen nicht viel weniger! Dazu kommt, dass die Frauen und Kinder beim Kochen an den offenen Holzfeuerstellen in den Hütten den beißenden Rauch einatmen und daher vielfach unter schweren Atemwegserkrankungen leiden. Doch 85 % von ihnen haben keinerlei Zugang zu medizinischer Versorgung – nicht einmal zu den einfachen staatlichen Gesundheitszentren, in welchen sie eigentlich kostenlos behandelt werden sollten. Anspruch und Realität klaffen weit auseinander.

 

Welche Maßnahmen können nachhaltige Veränderungen bewirken?

• Die Menschen brauchen Chancen, ein besseres Einkommen zu erarbeiten – besonders in den Zeiten, in denen sie keine Beschäftigung auf den Feldern finden.

•Um die Ausgaben für Energie zu reduzieren und Gesundheitsschäden zu vermeiden, müssen saubere, erneuerbare Energiequellen angezapft werden.

• Die Menschen brauchen gezielte Förderung, um ihr Selbstbewusstsein aufzubauen, ihre Rechte kennen zu lernen und diese erfolgreich einfordern zu können.

 

Existenzgründungen: Kleinunternehmen als Überlebensstrategie

Insgesamt 1.680 Dorfbewohner werden geschult, um sich ein kleines Einkommensprojekt aufbauen zu können: in Geflügelhaltung oder Tierzucht (Rinder, Ziegen, Schweine); in biologischer Landwirtschaft und in der Anlage von Gemüsegärten. Letztere sorgen vor allem für eine deutlich bessere Ernährung. Insgesamt werden 2.100 Dorfbewohner bei der Existenzgründung unterstützt. Die finanzielle Unterstützung wird innerhalb von vier Jahren in kleinen Raten zurückgezahlt. So stehen die Gelder – weit über das Ende unserer Förderung hinaus – weiteren Familien für ihre Existenzgründungen zur Verfügung!

Erneuerbare Energien: Kosten sparen, Gesundheit schützen

Eine Solaranlage mag uns nicht als Priorität erscheinen. Wenn wir uns jedoch deutlich machen, dass die Kosten für das Petroleum der Lampe eine enorme finanzielle Belastung für eine Familie darstellen, der Rauch der Petroleumlampe dazu die Gesundheit angreift, dann sieht das anders aus. 420 Familien sollen je eine 50 Watt-Solaranlage mit 4 LED Lampen erhalten. Nicht etwa geschenkt! In 48 monatlichen Raten zahlen die Familien diese Solaranlagen ab: die Kosten liegen nicht höher als bislang für das notwendige Petroleum. Ab Tag 1 hat eine Familie viel helleres Licht – und keine Rauchbelastung mehr. Nach vier Jahren gehört ihnen die Solaranlage und sie sparen die laufenden Kosten für das Petroleum. Aus den Rückzahlungen können immer mehr Familien solche Solaranlagen erhalten.  
160 Familien werden beim Bau einer kleinen Biogasanlage unterstützt. Diese werden mit Kuhdung gespeist. Das entstehende Gas reicht zum Kochen und die Jauche ist ein wertvoller Dünger. So werden gleichzeitig Gesundheit, Umwelt und Geldbeutel geschont.

Rechte: kennen und einforden

Was kann eine/r alleine schon verändern? Nicht viel. Vor allem nicht, wenn Bildung und Selbstbewusstsein fehlen. Deshalb werden in den Dörfern Gruppen organisiert, in welchen alle 3.500 Familien vertreten sein sollen. Hier wird nicht nur über die Probleme diskutiert, sondern auch über mögliche Lösungen! Es geht um Themen wie Nahrungsunsicherheit, Mitgiftpraxis, Gewalt gegen Frauen und arme Familien. Bewusstseinsbildung ist dabei entscheidend. Armut soll nicht als gottgegeben und unausweichlich angesehen werden. Manches muss sich „einfach in den Köpfen“ ändern – z.B. bei der Frage der Behandlung von Frauen. Bei anderen Themen bedarf es der Information über Rechte und Förderprogramme, die es gerade für die Ärmsten gibt: von staatlichen Gesundheitszentren über Jugendförderung bis zu Fortbildungsprogrammen zur Landwirtschaft. Und wenn bei der Beantragung staatlicher Programme die Stimme einer Gruppe nicht reicht, dann ist die Förderation gefragt: Hier werden alle Gruppen sich miteinander vernetzen. Und diese Stimme von Tausenden von Menschen kann nicht mehr überhört werden!

Ihr Ansprechpartner

Dr. Martin Peter Houscht
Referat Bangladesch

Kontakt

E-Mail

Telefon: 0228 / 926 525 35

* Für die Finanzierung dieser Beispiele benötigen wir einen Spendenanteil in der genannten Höhe. Der Rest der Finanzierung wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bzw. durch Eigenanteile der Menschen vor Ort übernommen.