ANDHERI HILFE

Corona-Krise: Wie geht es in unseren Projekten weiter?

Während Ende März/Anfang April hier in Deutschland der Höhepunkt der Corona-Neuinfektionen erreicht wurde (mit mehr als 6.000 Fällen/Tag), wurden in Indien Mitte August mehr als 60.000 neue Infektionen pro Tag bestätigt und in Bangladesch lagen die Gesamt-Infektionszahlen höher als in Deutschland.

Unsere Partner_innen berichten täglich, wie sehr sie sich immer neu an den aktuellen Entwicklungen orientieren müssen: ein ständiges Ringen um Schutz vor Infektionen einerseits und Arbeitsmöglichkeiten für die Ärmsten andererseits, denn für sie geht es ums Überleben – auch ohne Virusinfektion. In diesem Szenario ist an die „normale“ Projektarbeit kaum zu denken. Dennoch arbeiten unsere Partner_innen in Bangladesch und Indien alle unermüdlich weiter – wenn auch ganz anders, als ursprünglich für 2020 geplant.

Ihr Einsatz ist jetzt wichtiger denn je:

• Sie informieren, wie die Menschen sich vor Infektionen (bestmöglich unter den gegebenen Umständen) schützen können. Ein größeres Bewusstsein für die Bedeutung von Hygiene wächst, welches auch in Zukunft positiv wirken wird.

• Sie organisieren Regierungshilfe und schaffen es zunehmend, dass diese auch die Menschen erreicht, die bislang gar nicht registriert waren: z.B. viele Menschen auf den Straßen der Metropolen, die nirgendwo anders hin können.  

• Sie helfen denjenigen, die ihren Job verloren haben, Alternativen zu finden: z.B. werden Hausangestellte (denen jetzt die Türen ihrer Arbeitgeber verschlossen bleiben) Kleinunternehmerinnen, verdienen durch das Nähen von Masken oder die Herstellung von Reinigungsmitteln.

• Sie finden Hilfsmöglichkeiten für die, die sonst ganz ohne Hilfe bleiben würden. Z.B. setzen sie sich dafür ein, dass die Heimkehrer aus den Städten im Arbeitsbeschaffungsprogramm der Regierung berücksichtigt werden.

• Sie sorgen durch schnelle, gezielte Hilfe (z.B. Verteilung von Saatgut an kleinbäuerlichen Familien) dafür, dass der aktuellen Corona-Krise nicht bald die nächste Krise folgen wird: eine Hungersnot.

• Sie stärken die Bauernkooperativen, damit diese zunehmend unabhängiger werden, indem sie z.B. organische Düngemittel und Pestizide selbst herstellen und trotz Ausgangsbeschränkungen den Verkauf ihrer landwirtschaftlichen Produkte organisieren können.

• Sie motivieren die Eltern, trotz aller Not ihre Kinder – auch die Mädchen – weiter zur Schule zu schicken. Kinderarbeit oder Kinderehe dürfen nicht die Folge von Corona sein!

• Und dabei immer wieder auch dies: Sie ermutigen die Menschen, die täglich ums Überleben kämpfen, sie geben ihnen die Sicherheit, dass sie an ihrer Seite bleiben.

Genau das wollen auch wir: an der Seite der Menschen in Not bleiben; offen sein für das, was aktuell am Not-wendigsten ist, im wahrsten Sinne des Wortes. Was genau dies morgen sein wird, in einer Woche und in einem Monat? Niemand weiß es. Aber die Menschen sollen wissen: Wir sind und bleiben für sie da!

Jetzt erst recht!

Bitte unterstützen Sie uns dabei mit Ihrer Spende unter dem Kennwort "Hilfe in der Corona-Krise"

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Durch die Corona-Krise ist das Leben für viele Menschen in Indien schwerer geworden.
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Die Menschen treffen sich traditionell auf dem Dorfplatz und reden miteinander. Dies ist in Zeiten der Corona-Krise nur noch sehr bedingt möglich. © Hannes Keßler – Kesslerisch Fotografie