ANDHERI HILFE

Eine Reise, die mich zutiefst bewegt hat

Das Bild des jungen Mannes, der an einen Baum gekettet war, hat sich mir tief eingebrannt.
Hilflosigkeit.

Und dann der Besuch bei Selvi, der jungen Mutter, die ihren kleinen Jungen schützend im Schoß
hält. Erst wollte sie es nicht wahr haben, dass ihr Baby nicht so reagierte wie andere, sich nicht
normal entwickelte. Stockend und mit Tränen in den Augen erzählt sie mir, wie unglaublich wütend
ihr Mann und ihre Schwiegereltern waren, als sie realisierten, dass der kleine Rajan eine
Behinderung hatte. Zu der eigenen Sorge musste Selvi nun auch noch Verachtung und Hass der
Familie ertragen: Nur sie konnte schuld sein! Was sollten nur die Leute denken, dass die Götter sie
so straften! Also verstecken sie das Kind im Haus.

Aufklärungsarbeit und Förderung

Ganz Ähnliches musste auch unser Partner Dr. CRS in Madurai in Südindien erleben. Er war wütend
und hilflos zugleich, wenn sein kleiner Bruder immer versteckt wurde, sobald Gäste kamen,
nur weil er eine Behinderung hatte. Diese Erfahrung brachte ihn dazu, Arzt zu werden, Psychiater
genauer gesagt. Und sein Anliegen ist nicht nur die Behandlung und Förderung von Menschen mit
Behinderungen und psychischen Erkrankungen. Ihm geht es auch um Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft. Kinder mit Behinderung sollen so früh wie möglich gefördert werden - unter Einbeziehung
der Familien. Für seinen Bruder kam diese Hilfe zu spät. Aber er und sein Team haben inzwischen zehntausenden von Menschen eine neue Perspektive eröffnen können; ebenso auch unser zweiter Partner, Professor Prabakar, den Sie auf dem Foto gemeinsam mit Selvi, ihrem Sohn und mir sehen. Er kümmert sich um Kinder mit Behinderungen aller Art. Beide setzen sich mit unglaublichem Engagement ein. Aufklärungsarbeit ist ein wichtiger Faktor, um das Stigma der Behinderung zu bekämpfen.

Bewegungstherapie und Yoga

Nur dann sind die Familien überhaupt bereit, ein Kind, das sich nicht normal entwickelt, zu ihnen zu bringen. Nur dann können frühzeitig Untersuchung und Behandlung erfolgen. Natürlich sind die medizinischen und therapeutischen Möglichkeiten in einem indischen Dorf nicht mit denen hier in Deutschland zu vergleichen. Ich besuchte eine Mutter, die durch die Projektmitarbeiterin geschult wurde, täglich mit ihrem Kind physiotherapeutische Übungen zu machen. Ihre Tochter hat sich daraufhin so gut entwickelt, dass sie jetzt schon alleine sitzen kann.

Und ich bewundere die Mutter, die mit einer Engelsgeduld Sprachübungen mit ihrer Tochter macht. Sie sollten die Kinder sehen, die täglich mit dem Bus aus den Dörfern in das Zentrum von Dr. CRS gebracht werden: Bei Yogaübungen blühen sie auf und ihre Tanzvorführung hat mir so viel Freude gemacht - und ihre Eltern zu Recht stolz!

Krishnan - wegen seiner Anfälle angekettet. Jetzt hat er einen eigenen Laden.

Und dann traf ich Krishnan, den jungen Mann, der mich an den erinnerte, den ich angekettet an den Baum gesehen hatte. Auch er litt an schlimmen, unkontrollierbaren Anfällen. Seine Eltern erzählten mir, wie er zum Schrecken des Dorfes geworden war: Mal zertrümmerte er einen Viehstall, mal stürzte er sich selbst in eine Dornenhecke und verletzte sich schwer. Im Zentrum von Dr. CRS fand er erstmals Hilfe. Inzwischen ist er medikamentös so gut eingestellt, dass er sogar einen kleinen Laden führt. So viel Stolz strahlt aus seinem Gesicht und seine Eltern sind unendlich dankbar.

Diese Projektbesuche gingen mir unter die Haut. Aber in diesen Momenten weiß ich ganz genau: Unser
Einsatz lohnt sich! Wir alleine könnten nichts erreichen, aber gemeinsam mit Partnern wie Professor
Prabakar und Dr. CRS können wir Kindern und Jugendlichen, die besondere Förderung brauchen,
eine Chance für ein Leben in Würde geben.

Ich bitte Sie von Herzen: Schenken Sie diesen Kindern in Indien eine Chance, ein Leben in Würde zu leben.

Sie werden nie „normal“ sein, aber sie können ihre ganz eigenen Fähigkeiten entwickeln!

Hierzu können Sie mit Ihrem Weihnachtsgeschenk spürbar beitragen.

Sie dürfen sicher sein: Damit bringen Sie Freude weit über die Festtage hinaus für Kinder wie den kleinen Rajan. Ich bin überzeugt, Sie werden diese Freude auch in Ihrem eigenen Herzen spüren.

Im Namen dieser Kinder und ihrer Familien sage ich Ihnen von ganzem Herzen DANKE.

Mit den besten Wünschen für eine Advents- und Weihnachtszeit voller Hoffnung und Freude

 

Elvira Greiner, 1. Vorsitzende

 

P.S. Mit 142 Euro kann ein Kind mit Sprachdefiziten ein ganzes Jahr lang individuell gefördert werden.

Schon 21 Euro/Monat machen medizinische Behandlung und Therapie für einen Menschen mit Behinderung möglich.

DANKE für Ihre Spende mit dem Stichwort „Weihnachtsgeschenk 2019“

 

Zu einem weiteren Projekt, bei denen Kinder mit Behinderungen gefördert werden

 

 

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Elvira Greiner mit einer Mutter und ihrem Kind in Indien
Elvira Greiner bei ihrem Besuch in Indien gemeinsam mit Selvi und ihrem Sohn: "Eine Reise, die mich zutiefst bewegt hat!"
Mutter mit ihrem Kind
Indien: Eine Mutter macht die täglichen physiotherapeutische mit ihrem Kind.
Krishnan in seinem Laden
Krishnan litt unter starken Anfällen. jetzt ist er medikamentös so gut eingestellt, dass er einen eigenen kleinen Laden führen kann.