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Andheri-Hilfe Bonn

Erfolgreich beendetes Projekt in Karnataka: Wasser bedeutet Leben

Projekt-Steckbrief

Projekttitel

Integriertes Ressourcenmanagement in Chamarajanagar (I-67-33/05)

Partnerorganisation

Organisation for the Development of People (ODP)

Finanzierung

Die Hauptphase (2006 – 2009) wurde von der EU mit 488.823 Euro unterstützt, 144.562 Euro wurden von der Andheri-Hilfe getragen, 18.379 Euro von ODP und der lokalen Bevölkerung.

Die Andheri-Hilfe unterstützte die Konsoldierungsphase im Zeitraum 01/10 bis 12/11 mit 81.854 Euro

 

Hauptaktivitäten

Nachhaltigkeit des Projektes sichern

Anlegen kleiner Gemüsegärten zur Nahrungssicherung

Vermittlung  nach-haltiger Methoden für die Landwirtschaft auf 20 Modelfeldern

Ermittlung von Vermarktungsstrategien für die eigenen landwirtschaftlichen Produkte

 

Kosten

Anlegen eines Gemüsegartens: 2,70 Euro

Monatliches Gehalt für einen Projektmitarbeiter: 105 Euro

Nachhaltigkeitstraining für die Vertreter der Selbsthilfegruppen: 70 Euro pro Training

 

 

Wasser ist eine der wichtigsten Lebensgrundlagen, sei es als Trinkwasser für Mensch und Tier, als Nutzwasser oder für die Landwirtschaft. So ist die Wasserknappheit oft ein zentrales Problem und trifft insbesondere die ärmsten Menschen. Der Chamarajanagar Distrikt im südindischen Bundesstaat Karnataka wurde von der Regierung als Dürregebiet identifiziert. Unser dortiger Projektpartner „ Organization for the Development of People“ (ODP) hat bereits viele Erfolge hinsichtlich einer besseren Nutzung der natürlichen Ressourcen Wasser, Boden, Pflanzen und Wald erzielt.

 Kinder freuen sich über sauberes Trinkwasser

2009 ging die von der Europäischen Union kofinanzierte Hauptphase des Projektes zu Ende. Daher hatte ODP eine Evaluierung durch externe Gutachter in allen fünf Projektregionen im Distrikt Mysore im Bundesstaat Karnataka veranlasst. Sie bestätigte, dass die Armut in den Projektdörfern durch die Maßnahmen geringer geworden ist. Die Lebensqualität ist gestiegen: Notwendige Anschaffungen durch zusätzliche Einnahmen haben den Lebensstandard verbessert. Die Mitglieder der Selbsthilfegruppen haben viel gelernt, was Ihnen bei ihrer täglichen Arbeit von Nutzen ist, und sie halten jetzt zusammen. Die Kinder gehen alle in die Schule. Frauen haben durch ihre Aktivitäten heute ein höheres Ansehen in Familie und Dorfgemeinschaft und können bei wichtigen Entscheidungen mitreden. Die Projektaktivitäten wie die verschiedensten wasserbaulichen Maßnahmen waren gut auf die Bedürfnisse der Menschen in dieser von Dürre geplagten Region ausgerichtet. Das Regenwasser fließt jetzt nicht mehr ungenutzt ab, wobei es vorher zudem den wertvollen Boden abgetragen hat, sondern kann besser für die landwirtschaftliche Produktion bei steigenden Erträgen genutzt werden. Die 85 Selbsthilfegruppen sowie ihre beiden Föderationen für Frauen und Männer sind darauf eingestellt, selbstständig weiter zu arbeiten.

Allerdings waren fünf Jahre ein kurzer Zeitraum, um nachhaltige Erfolge im Ressourcenmanagement zu gewährleisten. Nach intensiven Diskussionen zwischen den Menschen in den Dörfern und ODP sowie der Andheri-Hilfe und ODP haben wir eine zweijährige Konsoldierungsphase (2010-2011) mit Folgemaßnahmen ausschließlich aus eigenen Mitteln der Andheri-Hilfe bewilligt.

So konnten die Mitglieder der Gruppen weiter fortgebildet werden, um die zahlreichen wasserbaulichen Bauwerke instand zu halten und das angesparte Kapital sinnvoll zu verwalten. Alle 85 Selbsthilfegruppen und die 5 Dorfkomitees funktionieren jetzt eigenständig, so dass sie nicht mehr auf externe Unterstützung angewiesen sind, um lokale Probleme zu lösen und ihre wasserbaulichen Bauwerke im Bedarfsfall zu reparieren. In allen 5 Dörfern kommen die Bewohner regelmäßig zu Gemeinschaftsarbeiten zusammen, z.B. um ihre Dörfer sauber zu halten. So sollen auch die natürlichen Ressourcen langfristig sinnvoll genutzt und gepflegt werden.

In diesem Sinne wurden auch biologische Anbaumethoden in diesen zwei Jahren systematisch gefördert. Die Bauern erhielten zahlreiche Ausbildungen. Die Hälfte aller Bauern war sehr interessiert, ihre Felder in Zukunft ökologisch zu bestellen. Sie produzieren jetzt selbst Kompost und anderen organischen Dünger und stellen natürliche Pestizide her, um damit ihre Kulturen vor Schädlingen zu schützen. Modellfelder wurden mit 20 ausgewählten Bauern angelegt. Die Erfahrungen wurden ausgewertet, schriftlich dokumentiert und für die Beratung aller Bauern eingesetzt.

 

 

Auch der Futteranbau wurde gefördert, so dass die Produktion von Futterpflanzen  sowie die Milcherträge um mindestens 50 % stiegen.

Die Anlage von 300 kleinen Gemüsegärten wurde ebenfalls unterstützt. Vor allem Frauen kümmern sich um die Gemüsegärten, die ihnen das ganze Jahr über Gemüse und Obst liefern. Die Familien profitieren merklich von der besseren Versorgung mit frischem Gemüse und Obst und konnten ihren Gesundheitsstatus verbessern. Die Hälfte der Frauen verkaufen regelmäßig Überschüsse auf den lokalen Märkten und erzielen damit ein gutes zusätzliches Einkommen. Bewässert werden die Gärten mit Brauchwasser. Düngung und Pflanzenschutz erfolgen rein biologisch. So werden die wertvollen Wasserressourcen in dieser Trockenregion geschont und sinnvoll eingesetzt.

ODP vernetzte sich bzw. die Dörfer zudem stärker mit anderen Organisationen, die nachhaltige Landwirtschaft und biologische Anbaumethoden fördern.

Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Verbesserung der Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte, ging doch bisher ein großer Teil des Einkommens an Zwischenhändler verloren. Hierfür wurden zunächst Daten von allen Bauern und Haushalten erhoben und ausgewertet. Geplant war, in allen fünf Gebieten mit Hilfe eines staatlichen Zuschusses gemeinschaftliche Speicher zu bauen. Leider wurden die staatlichen Richtlinien während der Projektlaufzeit unerwartet geändert, so dass eine Förderung nicht mehr möglich war. 75 Bauern konnten jedoch mit individuellen Kleinspeichern ausgestattet werden. Um einen besseren Preis beim Verkauf zu erzielen, schließen sich jetzt viele Bauern zusammen und verhandeln gemeinsam.

Die Föderation der Bauerngruppen verwaltet einen revolvierenden Fonds zur Vergabe von Kleinkrediten, v.a. für die landwirtschaftliche Produktion und Tierhaltung. Damit die Mittel auch für die Bauern der 5 Projektdörfer ausreichen, haben wir diesen Fonds finanziell unterstützt.

Drüber hinaus ist es sowohl einzelnen Familien als auch den Dorfgemeinschaften gelungen zahlreiche Regierungsprogramme zu beantragen und zu nutzen. Zahlreiche arme Bauern bekamen staatliche Unterstützung zum Bau von einfachen Häusern. Viele Toiletten konnten errichtet werden. Straßen wurden instand gesetzt und Straßenbeleuchtung angebracht. Handpumpen konnten repariert, neue Brunnen gegraben werden und so die Trinkwassersituation verbessert bzw. Wasser zum Bewässern bereitgestellt werden. Einigen Bauern wurden einfache Bewässerungssysteme finanziert. Andere bekamen kostenloses Saatgut und Baumsetzlinge.

Auch die Kinder bringen sich ein. In einem Dorf nahmen 96 Kinder an der Dorfversammlung teil, um sich für sauberes Trinkwasser, Toiletten, neue Klassenräume in ihre Schule, eine Schulbibliothek und notweniges Schulmobiliar einzusetzen. Sie profitieren also nicht nur von einer besseren Ernährungssituation, mehr Hygiene und Gesundheitsmaßnahmen wie Impfkampagnen, sondern werden jetzt auch selber aktiv. So wächst eine neue Generation heran, die sich selbstbewusst für Fortschritte im Dorf einsetzt.

Durch die verschiedenen wasserbaulichen Maßnahmen, die bereits während der Hauptphase durchgeführt wurden, kann das Regenwasser aufgefangen und gespeichert und so für Mensch und Tier optimal genutzt werden, Der Grundwasserspiegel ist merklich angestiegen, was unter anderem dazu führt, dass in der Vergangenheit trocken gefallene Brunnen wieder Wasser führen.

Wir freuen uns, dass mit diesen innovativen Projektmaßnahmen die natürlichen Ressourcen noch besser genutzt werden und die Menschen gleichzeitig ihr Einkommen weiter verbessern können. Die Menschen aus Sandanapalaya, Thomayarpalaya, Mariamangala, Prakashpalaya und Mariapura danken allen, die sie dabei unterstützt haben, diese Projekterfolge möglich zu machen!

 

 

 

 

Die Anlage von 100 Küchengärten für arme Familien in diesem Projekt kostet 270 Euro.

Ihre Ansprechpartnerin

Barbara

von Hillebrandt-Jung

Projektreferentin Südindien, Westindien

Tel: 0228/ 926 525 32
 barbara.hillebrandt@
andheri-hilfe.org