Wie eine technische Ausbildung neue Perspektiven schafft
Mit einem hoffnungsvollen Lächeln spricht Rahim über seinen größten Traum: „Ich möchte meine Eltern finanziell unterstützen und eines Tages meine eigene Werkstatt eröffnen.“
Für den 22-Jährigen aus einem kleinen Dorf im Norden Bangladeschs ist dieser Traum alles andere als selbstverständlich. Seine Familie lebt von dem, was seine Eltern als landwirtschaftliche Tagelöhner verdienen – umgerechnet gerade einmal zwischen 65 und 85 Euro im Monat. Das reicht kaum für das Allernotwendigste. Schon früh musste Rahim erleben, was Armut bedeutet. Obwohl er gerne lernte, konnte er die Schule nur bis zur 10. Klasse besuchen. Auch seine jüngere Schwester musste ihre Ausbildung vorzeitig beenden, weil das Geld für den Schulbesuch fehlte.

Rahim bei der Reparatur einer Motor-Rikscha
Mobile Ausbildungszentren
Dann änderte sich alles: Rahim hörte erstmals vom mobilen Ausbildungstraining. Gemeinsam mit unserem langjährigen Partner Caritas Bangladesch bringen wir die Berufsausbildung zu den jungen Menschen in die Dörfer. Wir setzen hierzu mobile Ausbildungs-zentren ein, die leicht auf- und abzubauen sind: Wellblechkonstruktionen, die jeweils zwei Räume beherbergen. Die für die Ausbildung zuständigen Fachkräfte sichern einen hohen Ausbildungsstandard.
Die Kurse gliedern sich in einen praktischen und einen theoretischen Teil und dauern rund sechs Monate. 1,5 Stunden pro Woche erhalten die Auszubildenden zusätzlich zu den unmittelbar hand-werksbezogenen Ausbildungsinhalten noch Unterweisungen in Bezug auf die Gründung ihres eigenen Unternehmens. Darüber hinaus wirkt das Projekt darauf hin, dass die Auszubildenden Kontakte zu lokalen Wirtschaftsvertretern erhalten, um die Chancen auf eine Beschäftigung zu erhöhen und relevante Marktkenntnisse zu erhalten.
So bringt die mobile Berufsausbildung praxisnahe Qualifizierung direkt in ländliche Regionen. Rahim bewarb sich – und wurde ausgewählt. Er absolviert eine sechsmonatige Ausbildung im Bereich Mechanik. Bereits nach wenigen Monaten hat er wertvolle praktische Fähigkeiten erworben: Er fertigt Schrauben und Muttern an, repariert Fahrräder, Motorräder, Generatoren und elektrische Geräte.
570 Euro kostet eine sechsmonatige Ausbildung
Mit jedem neuen Handgriff wächst nicht nur sein Können, sondern auch sein Selbstvertrauen. Nach Abschluss der Ausbildung möchte Rahim eine Arbeitsstelle finden, um seine Familie finanziell zu unterstützen und erste Ersparnisse aufzubauen. Sein langfristiges Ziel ist eine eigene Werkstatt – ein Ort, an dem er sein Wissen einsetzen und sich eine unabhängige Existenz aufbauen kann.
570 Euro kostet eine sechsmonatige Ausbildung – 95 Euro pro Monat. Neben Mechanikern werden auch Schneiderinnen ausgebildet.
So erhalten junge Menschen die Möglichkeit, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Danke für Ihre Spende unter dem Stichwort Bildung.


