Den „Göttern geweiht“ und sexuell ausgebeutet
Das Devadasi-System ist eine Form der Zwangsprostitution in Indien, bei der Mädchen „Göttern geweiht“ und später sexuell ausgebeutet werden. Obwohl diese Praxis seit 1988 verboten ist, existiert sie in ländlichen Regionen weiterhin. Hilfsorganisationen wie SNEHA helfen betroffenen Mädchen, dem Kreislauf aus Gewalt, Ausbeutung und Stigmatisierung zu entkommen.
Was bedeutet Devadasi?

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Der Begriff Devadasi stammt aus dem Sanskrit und bedeutet „Dienerinnen Gottes“. Ursprünglich, bereits ab dem 6. Jahrhundert v. Chr., waren Devadasis hoch geachtete Frauen. Sie waren gebildet, beherrschten rituellen Tanz und Gesang, kannten religiöse Schriften und sorgten für die Tempelanlagen.
Doch diese religiöse Tradition wurde im Laufe der Zeit systematisch missbraucht: Priester und Männer aus den Dörfern deuteten die rituellen Tänze erotisch um und zwangen die Frauen zu sexuellen Diensten. So entstand die Tempelprostitution, eine Form der Zwangsprostitution.

216 Euro für berufliche Ausbildung

216 Euro beträgt das monatliche Gehalt einer Lehrerin der Mädchen (Töchter der Devadasis)

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Regelmäßige Spenden schaffen langfristige Perspektiven durch "Hilfe zur Selbsthilfe"
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19,50 Euro für Schulungen

Schulungen und psychologische Betreuung für 25 Mädchen in einem Dorf kosten 19,50 Euro.
Salas* Geschichte – ein Weg aus der Gewalt

Ich möchte für junge Frauen und Mädchen spenden
Sala* stammt aus dem Dorf Virupapura im Bundesstaat Karnataka, einer Region, die als Umschlagplatz für Menschenhandel mit Devadasi-Mädchen traurige Berühmtheit erlangt hat. Dort werden Frauen in Theatershows gezwungen aufzutreten und anschließend prostituiert.
Sala* erlebte jahrelang körperliche und seelische Gewalt – bis sie von unserer Partnerorganisation SNEHA befreit wurde. Heute ist Sala* Teil einer Selbsthilfegruppe, dort erhält sie mit 19 weiteren jungen Frauen:
✔ Aufklärung über das Devadasi-System und sexuelle Ausbeutung
✔ Wissen über ihre Rechte
✔ Psychologische Beratung zur Verarbeitung traumatischer Erlebnisse
✔ Zugang zu Schulbildung und beruflicher Perspektive
Mittlerweile besucht Sala* wieder die Schule, hat einen der Täter angezeigt – und unterstützt selbst andere Betroffene. Ihr Traum: Sie möchte Ärztin werden.
Nala*: "In der Selbsthilfegruppe erfuhr ich von meinen Rechten"

Wie wertvoll die Arbeit unserer Partnerorganisation SNEHA ist, zeigt auch die Geschichte von Nala*. Bereits ihre Großmutter und Mutter waren Devadasis. In dem Glauben, dass die Weihe von Nala* das Unheil von der Familie fern halten würde, wurde auch sie als junges Mädchen geweiht. Im Alter von 28 Jahren verstarb ihre Mutter an HIV und Nala* wuchs bei ihrer Großmutter auf. Sie schloss sich als junges Mädchen einer von einer älteren Devadasi geleiteten Tanztruppe an, die bei Festlichkeiten auftrat und konnte sich so ein kleines Einkommen verdienen.
Doch die jungen Frauen der Tanztruppe wurden regelmäßig von Männern als Prostituierte missbraucht. Nala* war unglücklich, sah jedoch keinen Ausweg für sich, bis sie von einer Mitarbeiterin von SNEHA angesprochen wurde. Sie konnte Nala* überzeugen sich der Selbsthilfegruppe für heranwachsende Mädchen in ihrem Dorf anzuschließen. Hier erfuhr sie zum ersten Mal von ihren Rechten und wie sie sich vor Ausbeutung und Missbrauch schützen konnte. Auch erfuhr Nala*, dass sie an einem Computerkurs im Trainingszentrum von SNEHA teilnehmen konnte. Hier besucht sie nun regelmäßig den Kurs und möchte sich so die Basis für ein Leben jenseits der Tempelprostitution aufbauen.





