ANDHERI HILFE

Kinderarbeit - kein Kinderspiel!

Kinder werden verschleppt oder verkauft, müssen unter gefährlichen Bedingungen in Minen und Steinbrüchen schuften, werden in der Landwirtschaft oder privaten Haushalten wie Sklaven behandelt und oft missbraucht.

Das ist Realität für mehr als 152 Millionen Kinder weltweit! Die Vereinten Nationen riefen 2021 als das „Internationale Jahr zur Abschaffung der Kinderarbeit“ aus.

Verstärkte Anstrengungen sollen dieses furchtbare Übel so schnell wie möglich überwinden. Wir waren auf einem guten Weg. Bis zur Corona-Pandemie! Millionen Menschen, die schon vorher am Rande des Existenzminimums lebten, sind jetzt in noch größere Armut geraten. Da bleibt keine Wahl: ALLE müssen mitarbeiten, auch die Kinder.

Von Geburt an ein Leben im Steinbruch

Preema* verbringt ihr Leben schon seit ihrer Geburt im Steinbruch, zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern. Inzwischen ist sie sechs und muss mitarbeiten. Welchen Lohn die Familie am Abend erhält,das richtet sich nach der Menge der Steine, die sie liefern. Da zählt jedes Kilo, da müssen alle mit ran.
Außerdem: Was sollten Kinder wie Preema sonst tun? Eine Schule hat sie nie gesehen, genau so wenig wie ihre Eltern. Ein Leben im Staub, gebeugt von harter Arbeit. Doch Kinder wie Preema erscheinen in keiner Statistik. Sie leben einfach mit ihren Eltern zusammen. Da schaut niemand so genau hin.

Ein zwölfjähriger Junge schuftet in der Plantage

„Ich war acht, als mein Vater starb. Meine Mutter konnte auf der Zuckerrohrplantage einfach nicht genug verdienen, um uns drei Kindern wenigstens einmal am Tag etwas zu essen zu geben. Außerdem hatten wir Schulden beim Plantagenbesitzer: für die Medizin, die meinem Vater dann aber doch nicht geholfen hat. Also musste ich mitarbeiten in der Plantage. 20 Cent bekam ich am Tag, weil ich noch nicht so viel schaffte wie ein Erwachsener. Jetzt bin ich zwölf und verdiene immerhin 80 Cent am Tag. Aber dafür muss ich sehr lange arbeiten, manchmal 18 Stunden am Tag. Wenn sich jemand beschwert, dann wird er entlassen. Und andere Arbeit würde ich ja nicht bekommen, weil ich noch ein Kind bin. Also mach‘ ich was der Boss sagt.“ Mahendra* lässt mutlos die Schultern hängen. „Wenn ich doch nur etwas Richtiges hätte lernen können, dann könnte ich meine Mutter und meine Geschwister viel besser unterstützen!“ Was für ein Traum für einen 12-Jährigen! Und selbst der scheint ihm unerreichbar.

Sneha* und Sudhir* wurden verschleppt

Wir sind auf dem Dorfplatz in einem kleinen Ort im Bundesstaat Jharkhand, im Herzen Indiens. Treffen der Frauengruppe: Die Frauen schildern ihr brutales Schicksal. Dann steht Rupali auf, mit ihr die 5-jährige Sneha und ihr 8-jähriger Bruder Sudhir. Rupali hatte ihre Kinder einem Mann mitgegeben, der ihr versprochen hatte, sie würden in der Stadt Lohn und Essen bekommen – für ein wenig Arbeit. Sie ahnte nicht, was ihre Kinder wirklich erwartete…. Nur durch den Einsatz unserer Partnerin konnten sie befreit werden.

Sneha und Sudhir sind aus der Stadt zurück. Sie können nicht darüber sprechen, was sie dort erlebt haben. Sie sind nur froh, dass sie wieder bei ihrer Mutter sind. Doch was jetzt? Es gab ja schwerwiegende Gründe für Rupali, ihre Kinder zur Arbeit zu schicken.

Wir waren auf einem guten Weg, Kinderarbeit zu überwinden

Mussten 2001 in Indien noch 12,6 Millionen Kinder schuften, so waren es 2011 „nur noch“ 4,35 Millionen. 4,35 Millionen zu viel, aber immerhin. Doch dann kam die Corona-Pandemie. Experten befürchten, dass sie im Hinblick auf die Bekämpfung der Kinderarbeit einen Rückschlag um 20 Jahre bedeuten kann. Noch viel mehr Kinder wie Rupali und Sudhir, wie Preema und Mahendra werden schlicht und einfach für das Überleben arbeiten müssen. Zu befürchten ist, dass sie sogar unter noch schlechteren Bedingungen, in noch gefährlicheren Umständen zu arbeiten gezwungen sein werden. Es sei denn, es gibt eine andere Lösung.

Es gibt keine einfachen Lösungen. Aber es gibt Lösungen!

Kinderarbeit wirkungsvoll und nachhaltig zu bekämpfen ist nur möglich, wenn die Erwachsenen Arbeitsmöglichkeiten finden, mit denen sie den Unterhalt für ihre Familien verdienen können. In unseren Projekten spielen deshalb Einkommensprojekte eine wichtige Rolle: eine Werkstatt, eine Nähstube, ein kleiner Laden oder ein paar Hühner. Mit den eigenen Händen genug Einkommen zu erwirtschaften, das zählt; und in Notsituationen Zugang zu günstigen Krediten zu haben, um nicht in die Schuldenfalle zu geraten.

Ein Bewusstseinswandel in der Gesellschaft ist notwendig!

Außerdem müssen die Eltern ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass allein Bildung der Schlüssel für ein besseres Leben für ihre Kinder ist. Alte Traditionen müssen hinterfragt werden: Auch wenn es immer so war, dass Kinder früh mitarbeiteten, muss das nicht so bleiben. Der Bewusstseinswandel muss darüber hinaus in der Gesellschaft insgesamt erfolgen: Auch die Menschen aus den untersten Kasten haben ein Recht auf Bildung und auf menschenwürdige Behandlung.

Niemand sollte ein Kind aufgrund seiner Kaste, Herkunft oder Religion so sehr misshandeln, dass es sich überhaupt nicht in die Schule traut. Da ist noch viel zu tun. Nur durch diese Maßnahmen und Veränderungen werden die Voraussetzungen geschaffen, dass Kinder zur Schule gehen und später eine
Berufsausbildung machen können.

Diese jungen Menschen sind dann die ersten, die aus dem Teufelskreis von Armut, Analphabetentum und Kinderarbeit ausbrechen können.

Möchten auch Sie Kindern wie Rupali und Sudhir, Preema und Mahendra eine Zukunftschance geben?

25 Euro reichen aus, um fünf Kinder mit Schreibtafeln, Kreide, Heften und Stiften auszustatten.

• Schon für 90 Euro können zehn Familien zum Thema Kinderrechte aufgeklärt werden.

• Mit 300 Euro können wir fünf Familien die notwendige Starthilfe für ein Einkommensprojekt
(Laden, Saatgut, Hühnerhaltung) geben.

Von Herzen bitten wir Sie:

Schenken Sie Kindern eine Zukunft. DANKE für Ihre Spende unter dem Stichwort "Kinder fördern"

 

*Alle Namen wurden zum Schutz der Kinder geändert.

 

 

 

 

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