Andheri Hilfe

Rechte und Würde für die Dalits

Rechte und Würde für die Dalits (die "Zertretenen")
Veränderungen sind möglich! Ein Beispiel aus Karnataka/Südwestindien

Laut indischer Verfassung sind alle Menschen gleich, Kasten gibt es nicht. Und doch prägt das jahrtausendealte Kastenwesen jede Faser des indischen Lebens. Du wirst in eine Kaste hinein geboren und dort bleibst Du ein Leben lang. Und wer als "Dalit" geboren wurde, der steht ganz unten - unterhalb aller Kasten. Sie gelten als unrein und Unheil bringend. Sie dürfen kein Wasser aus dem Dorfbrunnen schöpfen und nicht einmal ihr Schatten darf auf einen Kasten-Hindu fallen. 160 Millionen Menschen erleiden dieses Schicksal. Sie selbst nennen sich "Dalit": übersetzt "die Zertretenen". Kann es für sie eine Chance auf ein menschenwürdiges Leben geben in einem Land, in welchem die Macht in den Händen derjenigen liegt, die das Kastenwesen immer noch als religiös begründet verteidigen?

Projektpartner

M.C. & Jyothi Raj, REDS (Rural Education for Development Society)

32 €

pro Frau für eine 3-tägige Schulung für Führungsaufgaben/zur Kandidatur für die Gemeinderäte

196 €

Monatliche Versammlung zum Thema Landrechte: mindestens 150 Betroffene erhalten Rechtsberatung

Täglich sollen sie "zerbrochen" werden

Die Dalits verdanken den britischen Kolonialherren so einiges: Bis zu deren Einflussnahme war ihnen nämlich jegliche Bildung versagt! Heute dürfen Dalit-Kinder zur Schule gehen, doch noch immer ist es an der Tagesordnung, dass sie in die letzte Reihe gesetzt werden, aber als erste (und einzige) gefordert sind, wenn es darum geht, die Toiletten zu putzen. Nur die niedrigsten Arbeiten werden den Dalits übertragen - für Hungerlöhne. Und durch Verschuldung oder Betrügereien verlieren sie oftmals ihren kleinen Landbesitz. Dalit-Frauen werden immer wieder vergewaltigt und können sich nicht dagegen wehren. Von ihren Rechten als indische Bürger wissen sie meist nicht viel. Und wenn doch: Wie sollten sie diese durchsetzen in einem System, in dem die wichtigen Posten in Verwaltung und Justiz von Kasten-Hindus besetzt sind?

Jyothi und M.C. Raj - zwei Hoffnungsträger

M.C. Raj hat schlimmste Diskriminierung von Kindesbeinen an erfahren. Er wäre um ein Haar daran zerbrochen. Aber er ist ein Kämpfer. Und kämpft nicht nur für sich, sondern für die Rechte und die Würde "seiner" Leute, der Dalits. Er spricht auch nicht mehr von Dalit, sondern voller Stolz von "Adijan", den ersten Bewohnern. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Jyothi hat er 1984 die Nicht-Regierungsorganisation REDS (Rural Education for Development Society) gegründet. Sie brennen dafür, die Adijan zu befähigen, ihre Rechte in Anspruch nehmen zu können und sich gegen Diskriminierung und Gewalt zur Wehr zu setzen.

Wie kann ein so starkes religiös legitimiertes System verändert werden?

Die Menschen müssen ihre Rechte kennen lernen und dann befähigt werden, diese einzufordern, sich gegen Gewalt und Missbrauch zu wehren. Das braucht Wissen, Mut und Selbstvertrauen. Deshalb haben Raj & Jyothi in elf Distrikten Dalit-Dorfräte gegründet: In den regulären Dorfräten, die weitgehend über Aktivitäten im Dorf und die Nutzung von Förderprogrammen der Regierung entscheiden, haben die Dalits nämlich bislang keine wirkliche Mitsprachemöglichkeit. In den eigenen Dalit-Dorfräten entscheiden sie vieles selbst und lernen, ihre Anliegen dann auch in den offiziellen Dorfräten durchzusetzen. Zum Beispiel dafür zu kämpfen, dass sie ihr Land wiedererhalten. 4.600 Hektar konnten inzwischen zurückgewonnen werden: Grundlage nicht nur für ihr Überleben, sondern auch für ihren Selbstwert! Genau dies ist M.C.Raj ein Herzensanliegen: Den Adijan zu vermitteln, dass es so vieles in ihrer ureigenen Kultur gibt, worauf sie stolz sein können. Sie können in vieler Hinsicht in der Tat Vorbild sein, z.B. wenn es um den achtsamen Umgang mit "Mutter Erde" geht.

Ihre Ansprechpartnerin

Heike Kluve
Referat Indien

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Telefon: 0228 / 926 525 25