ANDHERI HILFE

Ausbildung und Bildung Bangladesch: Armut bekämpfen durch zukunftsorientierte Ausbildung

Bildung Bangladesch: Wir bieten jungen Frauen und Männern aus armen Familien die Möglichkeit in unseren mobilen Ausbildungszentren einen Beruf zu erlernen. Jeweils sechs Monate dauert eine Grundausbildung in den Bereichen Mechanik, Elektrik oder Schneiderei. Die Azubis werden auch dabei unterstützt eine Anstellung zu finden oder ein eigenes Kleinunternehmen zu gründen.

Bildung Bangladesch. Junger Mann repariert Kühlschrank
Techniker für Kühlschränke sind sehr gefragt

Projektpartner

Caritas Bangladesh, landesweit tätig in ländlichen Regionen Bangladeschs

520 €

kostet die sechsmonatige Berufsausbildung für einen jungen Mann oder eine junge Frau.

Kosten für einen Kurs mit 12 Personen: 6.240 Euro.

87 €

Diese Summe reicht aus, um die Ausbildung einen Monat lang zu finanzieren.

Mangelnde Ausbildung ist ein großes Problem

Eines der größten Probleme Bangladeschs ist die landesweite hohe Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung. Während fast die Hälfte aller Arbeitnehmer in Bangladesch und zwei Drittel in ländlichen Gebieten direkt in der Landwirtschaft beschäftigt sind, ist der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt auf unter 15 % zurückgegangen. Dieses Missverhältnis kann auch als Armutsschere bezeichnet werden und ist ein wichtiger Grund für die enorme Land-Stadt-Migration in Bangladesch und sozialen Unfrieden.

Besonders in den ländlichen Regionen finden sich viele junge Frauen und Männer in der Perspektivlosigkeit. Viele von ihnen mussten schon früh die Schule abbrechen, weil sie zum Familieneinkommen beitragen müssen. Aufgrund ihrer mangelnden Ausbildung sind sie oft in der unsicheren Tätigkeit als Tagelöhner_innen gefangen. Formale Berufsausbildungen werden kaum angeboten. Besonders für junge Frauen ist es nicht möglich in die Städte zu ziehen und sich hier neue Perspektiven zu erarbeiten, da es in der traditionellen Gesellschaft im ländlichen Raum kaum in Frage kommt, dass ein unverheiratetes Mädchen seine Familie verlässt.

Mobile Berufsausbildung bietet neue Chancen

Daher bringen wir gemeinsam mit unserem langjährigen Partner Caritas Bangladesch die Berufsausbildung zu den jungen Menschen in die Dörfer. Wir setzen hierzu mobile Ausbildungszentren ein, die leicht auf- und abzubauen sind. Es handelt sich bei den Ausbildungszentren um Wellblechkonstruktionen, die jeweils zwei Räume (pro Kurs ein Raum) beherbergen. Die im Projekt tätigen erfahrenen Ausbilder_innen sichern einen hohen Ausbildungsstandard.

Die Kurse gliedern sich in einen praktischen und einen theoretischen Teil und dauern rund sechs Monate. 1,5 Stunden pro Woche erhalten die Auszubildenden zusätzlich zu den unmittelbar handwerksbezogenen Ausbildungsinhalten noch spezielle Unterweisungen in Bezug auf die Gründung ihres eigenen Unternehmens. Darüber hinaus wirkt das Projekt darauf hin, dass die Auszubildenden Kontakte zu lokalen Wirtschaftsvertretern erhalten. So sind Treffen zwischen Azubis und lokalen Unternehmen vorgesehen, um die Chancen auf eine Beschäftigung zu erhöhen und relevante Marktkenntnisse von Praktikern zu erhalten.

Bildung Bangladesch: Nach erfolgreicher Ausbildung endlich ein sicheres Einkommen

Schone wenige Wochen nach Abschluss der Ausbildung sind 80% der jungen Menschen in Arbeit gekommen. Die meisten der jungen Frau optieren dabei für die Selbstständigkeit. Sie erledigen z.B. Näharbeiten in Auftragsarbeit. Viele junge Männer ziehen erst die Anstellung in einer Werkstatt vor, um das Gelernte dort weiter zu vertiefen, bevor der ein oder andere von ihnen auch Richtung Selbstständigkeit strebt. Im Laufe der Monate/ Jahre erhöhen sich die Einkommen der Absolvent_innen sukzessive. Mit dem Geld unterstützen sie auch ihre Familien. Neben einem (höheren) Einkommen, ist der verbesserte soziale Status, die gewachsene Position in der Gemeinschaft und in der Familie, insbesondere im Fall der jungen Frauen, hervorzuheben. Diejenigen, die nach der Ausbildung nicht gleich in Arbeit kommen, erhalten weiter Unterstützung durch lokale Unterstützungskomitees, die sich während der Projektlaufzeit bilden

Gita ist heute Schneiderin und finanziert die Ausbildung ihrer kleinen Schwester

Beeindruckend ist die Geschichte der 21-jährigen Gita, die mit einer körperlichen Behinderung lebt. Ihre Mutter ist chronisch krank, Vater und zwei Brüder arbeiten als Teegarten-Arbeiter für extrem niedrige Löhne. Der andere Bruder ist arbeitslos und die jüngere Schwester geht in die sechste Klasse. Als Gitas Mutter von den mobilen Ausbildungszentren hörte, bemühte sie sich um einen Platz für ihre Tochter - mit Erfolg: Gita schloss den Kurs im Dezember 2013 mit Bravour ab und war voller Elan für ihre Zukunft als Schneiderin. Mit einem Kleinkredit kaufte sie eine Nähmaschine und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Heute näht sie vor allem Frauenkleidung und bessert Kleidungsstücke aus. Ihre Familie freut sich sehr, da niemand je damit gerechnet hätte, dass Gita die Familie einmal finanziell unterstützen könnte. Und Gita? Sie investiert jetzt sogar einen Teil ihres Verdienstes in die Bildung ihrer kleinen Schwester.

Ihr Ansprechpartner

Dr. Martin Peter Houscht
Referat Bangladesch

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Telefon: 0228 / 926 525 35