ANDHERI HILFE

Rechte von Mädchen und jungen Frauen in Indien stärken
Mädchen und Frauen in Indien fordern ihre Rechte ein und möchten nicht ausgebeutet werden.

Seit 1998 unterstützt die ANDHERI HILFE mit Ihren Spenden Projekte der Organisation CWDR im Bereich Förderung von Frauen-Selbsthilfeorganisationen in den Slums Chennais. In den insgesamt 85 Slums in dem Projektgebiet, leben ca. 12.000 Haushaltshilfen, 11.000 alleinstehende Frauen und 22.000 jugendliche Mädchen. CWDR ist eine Organisation von Frauen für Frauen, die aber seit den brutalen Gruppenvergewaltigungen im Dezember 2012 auch die Arbeit mit männlichen Jugendlichen aufgenommen hat.

Diese Mädchen aus Chennai (Süd-Indien) möchten später nicht als ausgebeutete Hausangestellte arbeiten. Sie sind in der Mädchenorganisation SNEHIDI organisiert und informieren sich über ihre Rechte.

Projektpartner

CWDR (Centre for Women's Development and Research),

Chennai/Süd-Indien

130 €

Mit Ihrer Spende in Höhe von 130 Euro können wir eine Berufsfortbildung für 10 Hausangestellte finanzieren. 

Ich möchte für Mädchen und Frauen in Indien und Bangladesch spenden

Sicher und direkt online spenden mit dem Online Spenden-Formular der ANDHERI-HILFE

Situation für Frauen in Slums besonders prekär

Während Frauen in Indien generell benachteiligt werden, ist ihre Situation in großstädtischen Slums besonders prekär. Haushaltshilfen gehören zu den am stärksten benachteiligten Frauen, daher engagiert sich CWDR besonders für die Anliegen der Haushaltshilfen. 

Gründung einer eigenen Gewerkschaft für Haushaltshilfen

1999 hat CWDR mit anderen NGOs durch massive Proteste erreicht, dass sie ebenfalls Anrecht auf staatliche Sozialleistungen (z.B. Mutterschutz) beantragen können. Ein Anspruch konnte jedoch nur über eine Gewerkschaft oder den Arbeitgeber erworben werden. Eine Gewerkschaft für Hausangestellte existierte nicht und die Arbeitgeber hatten kein Interesse an Sozialleistungen für ihre Haushaltshilfen. Im Juli 2005 gelang es, die Hausangestelltengewerkschaft "Manushi" (Menschen weiblichen Geschlechts) offiziell zu registrieren. 2007 hat die Regierung in Tamil Nadu eine von CWDR seit vielen Jahren geforderte Regierungsstelle für Hausangestellte eingerichtet. Jahrelange Lobbyarbeit hatten schließlich Erfolg. Tamil Nadu ist der einzige Bundesstaat mit einer speziellen Regierungsstelle für Hausangestellte. Sie können sich über die Gewerkschaft Manushi registrieren lassen, um bestimmte Sozialleistungen in Anspruch nehmen zu können.

Verbesserungen für die Frauen in Indien

Neben finanziellen Leistungen (z.B. bei der Geburt eines Kindes, für die Ausbildung der Kinder, bei Unfallfolgen, im Todesfalle oder für die Rente) werden Hausangestellte jetzt als produktive Arbeitskräfte offiziell anerkannt. Doch die Registrierung bei der Regierungsstelle gestaltet sich bis heute immer wieder als äußerst schwierig. So bleibt es letztlich Manushi selbst überlassen, sich für die Rechte ihrer Mitglieder einzusetzen und sich gegenseitig Halt zu geben.

Mehr Selbstbewusstsein und bessere Arbeitsbedingungen

Heute zählt die Gewerkschaft Manushi über 3000 Frauen als Mitglieder. In den letzten Jahren haben die Frauen an Selbstbewusstsein gewonnen. Sie kennen ihre Rechte als Frauen und Arbeitnehmerinnen und  haben gelernt, Regierungsprogramme einzufordern. Die Frauen werden in der Familie, am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit weniger diskriminiert. Alle Mitglieder von Manushi konnten für sich höhere Gehälter aushandeln und ihre Arbeitsbedingungen verbessern (z.B. ein freier Tag pro Woche, keine Gewaltanwendung). Hausangestellte, die an einer Fortbildung im Bereich Haushaltsführung und/oder Kochen teilgenommen haben, verdienen sogar deutlich mehr. Andere Frauen haben Anstellungen in Hotels bekommen oder den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. 

Allein stehende Frauen in Indien haben einen besonders schweren Stand

Daher gründete CWDR eine eigene Vereinigung für diese Frauen, von denen viele arbeiten ebenfalls als Haushaltshilfen arbeiten. Rund 1200 Frauen sind bei der Vereinigung Maithri (Freundin) aktiv, um sich gemeinsam in ihrer schwierigen Lage zu stärken. Ihr Status hat sich verbessert und sie trauen sich jetzt in der Öffentlichkeit zu sprechen. Sie suchen Regierungsstellen auf und setzen sich gegen sexuelle Belästigungen zur Wehr. Manushi und Maithri Frauen setzten sich heute aktiv gegen Gewalt an Frauen ein. Und sie sind inzwischen besser in der Lage, Probleme mit ihren Arbeitgebern eigenständig zu lösen.

Mädchen gründen eigene Organisation und engagieren sich

Für Mädchen wurde die Vereinigung Snehidi gegründet. Die rund 1500 Mädchen treffen sich regelmäßig in eigenständigen Gruppen in den Slums. Snehidhi Gruppen haben sich für saubere Straßen in ihren Slums eingesetzt. Viele Mädchen sind in ihren Slums aktiv und unterstützen als Freiwillige die Arbeit von CWDR. Ihre Rolle in der Familie, Schule und Gemeinde ist aktiver geworden. Sie wehren sich zu Hause, in der Schule und Öffentlichkeit aktiv gegen Diskriminierung, häusliche Gewalt und sexuelle Belästigungen. Mit Straßentheater engagieren sich die Mädchen in einer jährlichen Kampagne gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.

Fast alle Mädchen schließen ihre Ausbildung ab und haben klare berufliche Vorstellungen. In einem Lern- und Ressourcenzentrum haben die Mädchen Zugang zu Computern, einer Bibliothek und nehmen an verschiedenen Schulungen teil. Äußerst positiv und ermutigend ist die erfolgreiche Gründung eines Fonds für Stipendien mit lokalen Spenden. Damit wird besonders benachteiligten Snehidhi Mädchen eine weiterführende Bildung ermöglicht. 

Derzeit aktiv für Frauen und Mädchen in 50 Slums 

Während das gesamte Projektgebiet 85 Slums umfasst, konzentriert sich die Arbeit mit den drei Organisationen Manushi, Maithri und Snehidhi in der jetzigen Phase auf 50 Slums. Die Leiterinnen der verschiedenen Gruppen auf Slum-, Cluster- und zentraler Ebene werden gezielt geschult und gefördert, damit sie die Arbeit zunehmend eigenständig bewältigen können. Aus dieser Gruppe werden 50 Hausangestellte, 10 allein stehende Frauen und 50 Mädchen als Beraterinnen an der Basis arbeiten. Sie erhalten dafür ein kleines Gehalt, das je zur Hälfte aus Projektmitteln und Beiträgen der Mitglieder der Gruppen finanziert wird. Dieser Ansatz ist neu und soll die Übernahme von Verantwortung und die Selbstständigkeit der Gruppen systematisch vorantreiben.

Die Mitglieder der Gruppen aus allen 85 Slums sind eingeladen sich an allen Aktivitäten zu beteiligen, auf zentraler Ebene sind alle Leiterinnen eingeschlossen. Ein Angebot für alle ist beispielsweise die psychosoziale und Rechtsberatung. Jedes Jahr sollen 100 Hausangestellte an Fortbildungen teilnehmen und bei der Jobsuche unterstützt werden.  

Frauen erhalten Trainings

250 Frauen sollen jährlich an Trainings zu Einkommen schaffenden Maßnahmen teilnehmen. Sie werden angeleitet, wie man ein eigenes kleines Unternehmen (z.B. einen kleinen Verkaufsladen) aufbauen kann und dieses erfolgreich führt. Auch alleinstehende Frauen sollen besonders gefördert werden, da sie oftmals ganz alleine für sich und ihre Kinder sorgen müssen. 30 Frauen jährlich können von Startkapital zum Aufbau eines Kleingewerbes profitieren.

Das Projektgebiet ist groß und ebenso der Bedarf nach Unterstützung für die viefältigen Aktivitäten. Ihre Spenden sind sehr willkommen und kommt den besonders benachteiligten Mädchen und Frauen in Indien zu Gute!

Ihre Ansprechpartnerin

Barbara von Hillebrandt-Jung
Referat Indien

Kontakt

E-Mail

Telefon: 0228 / 926 525 32