ANDHERI HILFE

Welt-Yoga-Tag: Yoga baut Brücke zwischen Menschen

Yoga kann Brücken zwischen Menschen bauen – dies trifft gleich in mehrerer Hinsicht für die Arbeit der ANDHERI HILFE zu. Zum Welt-Yoga-Tag am 21. Juni berichten wir von zwei Beispielen.

Yoga für Jugendliche und Kinder ohne Bildung

In einem der ärmsten Bundesstaaten Indiens, im nordöstlichen Bihar, hilft Yoga Kindern und Jugendlichen besser zu lernen. „In unserer Projektregion können gerade mal 13 von 120 Kindern und Jugendlichen einfache Sätze lesen und nur wenige Wörter schreiben“, beschreibt Elvira Greiner, 1. Vorsitzende der ANDHERI HILFE, die Situation. „Die Menschen sind so arm und aufgrund ihrer Kaste so isoliert vom Großteil der Bevölkerung, wie wir es uns nicht vorstellen können.“ Obwohl es offiziell abgeschafft und verboten ist, ist das indische Kastensystem in den Köpfen der meisten Menschen noch fest verankert. Die meisten Jugendlichen in der Projektregion sind bisher nie zur Schule gegangen, denn sie gehören ausnahmslos zu den untersten sozialen Gruppen, sind entweder Dalit („Unberührbare“) oder Adivasi (Angehörige indigener Gruppen). Ihre Eltern arbeiten als Tagelöhner_innen in Ziegelbrennereien oder auf Feldern von Großgrundbesitzer_innen.

Viele Kinder sind gezwungen, schon früh mitzuarbeiten. Mädchen müssen zu Hause zu bleiben, um sich um den Haushalt und jüngere Geschwister zu kümmern. Aufgrund ihres niedrigen sozialen Status in der indischen Gesellschaft und ihrer mangelnden Bildung sind die meisten Menschen nicht in der Lage, eine gut entlohnte Arbeitsstelle zu finden und sich so aus der Armut zu befreien.

Hinzu kam der Lockdown aufgrund der Pandemie vor einem Jahr. Weil sie kein Einkommen verdienten, haben sie ihre kleinen Ersparnisse für Lebensmittel aufgebraucht. Selbst für die von der Regierung subventionierten Lebensmittelrationen reichte ihr Geld nicht mehr. Auch der Gemüseanbau für den Eigenbedarf war nicht möglich, da die meisten Familien landlos sind.

Ein Teufelskreis. „In vielen Fällen tragen die Kinder die Schulden ihrer Eltern mit ihren kleinen, zerbrechlichen Händen ab“, so Elvira Greiner. Gemeinsam mit einer Partnerorganisation errichtete die ANDHERI HILFE fünf Bildungszentren für 154 Kinder und Jugendliche, in denen sie Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Ein wichtiges Element ist Yoga, denn es hilft den jungen Menschen, zuversichtlicher und mit Freude in die Zukunft zu schauen. „Es stärkt ihr Selbstbewusstsein und steckt auch die Eltern in gewisser Weise an“, beschreibt die 1. Vorsitzende der ANDHERI HILFE die ersten positiven Entwicklungen. „Unsere durch das Projekt geförderten Einkommen schaffenden Maßnahmen ermöglichen den Eltern die Flucht aus langjähriger Schuldknechtschaft, was den ersten wichtigen Schritt zur Verbesserung der Bildungs- und Zukunftschancen ihrer Kinder markiert.“ Und über Yoga erreichen die Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter die jungen Menschen, sodass sie offen für Lerninhalte sind – und als Erwachsene Einkommen für ihren Lebensunterhalt verdienen.

Chartiy-Yoga: Brücke in Zeiten der Pandemie

Sigrid Seidel, seit 50 Jahren Yoga-Lehrerin, und viele andere Yoga-Praktizierende laden regelmäßig zu Charity-Yogastunden, auch online, ein, zugunsten der Menschen in den Projekten der ANDHERI HILFE. „Indien etwas zurück zu geben – und das in Form von Yoga – gerade in diesen Wochen, wo die Pandemie und Wirbelstürme die Menschen in nie gekannter Weise treffen – da fiel mir die ANDHERI HILFE ein“, so die Bremer Yoga-Lehrerin Sigrid Seidel. „Ich kenne die ANDHERI HILFE aus der Schulzeit und weiß, dass meine Spende bei den Ärmsten ankommt.“ Es ist ein Beispiel, das zeigt, wie Yoga eine Brücke zwischen den Menschen baut.

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Indien: Kinder sitzen auf dem Boden und machen Yoga
Indien: Yoga hilft den Kindern und Jugendlichen, zuversichtlicher und mit Freude in die Zukunft zu schauen. Es stärkt ihr Selbstbewusstsein.