
Sauberes Wasser ist seit Mittwoch, den 28.07.2010 ein Menschenrecht.
Die Vereinten Nationen haben den Anspruch auf reines Wasser in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen. Die Resolution wurde von Bolivien eingebracht und 33 weiteren Staaten unterstützt. Sie wurde in der Vollversammlung der 192 Mitgliedsstaaten, von denen 163 anwesend waren, mit einer Mehrheit von 122 Stimmen angenommen.
Sauberes Wasser wie dieses in einem unserer Projekte im indischen Bundesstaat Maharashtra sollte jedem Menschen zur Verfügung stehen - wir setzen uns dafür ein!
Deutschland gehört laut UN-Botschafter Peter Wittig zu den entschiedensten Verfechtern des Rechts auf sauberes Wasser. "Weltweit haben 884 Mio. Menschen keinen genügenden Zugang zu sauberem Wasser und mehr als 2,6 Mrd. keinen zu einfachen sanitären Anlagen. Jedes Jahr sterben etwa zwei Mio. Menschen an den Folgen unsauberen Wassers, die meisten von ihnen sind Kinder." Deutschland habe sich noch eine stärkere Verantwortung gewünscht, stimme dem Kompromiss aber zu.
"Wir bestehen zu zwei Dritteln aus Wasser, unser Gehirn sogar zu drei Vierteln", sagte Boliviens UN-Botschafter Pablo Solón. "Wasser ist das Transport- und Kühlmittel unseres Körpers und wir können eine ganze Weile ohne Essen auskommen, aber nur wenige Tage ohne Wasser." Dennoch müssten Mio. Menschen jeden Tag ohne reines Wasser leben. "Durchfall ist die zweithäufigste Todesursache bei Kindern.
Durch verseuchtes Wasser sterben mehr Menschen als an Aids, Malaria und Masern zusammen." Solón hielt kurz inne. "Das waren gerade dreieinhalb Sekunden. Alle dreieinhalb Sekunden stirbt ein Kind, nur weil es kein sauberes Wasser hat."
Besonders Kinder sind durch verseuchtes Wasser gefährdet
Der Anspruch auf sauberes Wasser ist allerdings völkerrechtlich nicht verbindlich. Einklagbar ist es selbst in den Unterzeichnerstaaten nicht, zu denen alle 192 UN- Mitglieder automatisch mit ihrem Beitritt zählen. Die Verankerung hat aber einen hohen symbolischen Wert und sicherlich Einfluss auf die Politik der Staaten und der UN.
Brunnen mit sauberem Trinkwasser in Indien
Die Andheri-Hilfe unterstützt seit den Achtziger Jahren sogenannte Watershed-Projekte, in denen es um die Wasserversorgung geht. Diese Projekte haben zum Ziel, die Niederschläge so effektiv zu speichern, dass sie ganzjährig genutzt werden können. Zudem soll erreicht werden, dass das ökologische Gleichgewicht der Region wiederhergestellt wird.