ANDHERI HILFE

Corona-Krise in Indien und Bangladesch - Wir informieren!

Auf dieser Seite informieren wir Sie über die aktuellen Entwicklungen in Indien und Bangladesch während der Corona-Krise.

Wegen der sehr ernsten Lage bitten wir Sie herzlich um Ihre großzügige Spende mit dem Stichwort: „Corona“.

Hier können Sie direkt und sicher online spenden.

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Aktuelle Informationen aus Indien und Bangladesch

 +++ 20.05.2020 +++

Die Ausgangssperre in Indien wurde bis zum 31.05. verlängert.

Jeden Tag werden in Indien und Bangladesch Tausende neue Fälle des Corona-Virus entdeckt.

Unsere Partner setzen sich, nachdem die Lebensmittel durch den Nothilfe-Fonds verteilt wurden, die notwendige Unterstützung der Regierung einzufordern. Diese kommt noch immer nicht bei allen Betroffenen an.

Ziel ist neben der Versorgung mit ausreichend Nahrungsmitteln auch die Bereitstellung von Saatgut und Dünger. In vielen Projektdörfern beginnt in den nächsten Wochen die Aussaat. Die Mehrheit der Familien hat jedoch kein Geld mehr, um sich Saatgut und Dünger leisten zu können.

 +++ 14.05.2020 +++

Die Ausgangssperre in Bangladesch wurde bis zum 30.05. verlängert.

 +++ 06.05.2020 +++

Derweil wurde auch die Ausgangssperre in Bangladesch bis zum 16.05. verlängert. Eine anschließende Verlängerung bis zum 30.05. ist möglich.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle nimmt in Indien und Bangladesch weiterhin zu, wobei die Dunkelziffer viel höher liegen wird. Indien zählt 49.391 bestätigte Fälle und 1.694 Todesfälle. Die Zahl der bestätigten Fälle in Bangladesch liegt bei 10.929. Es gibt 183 Todesfälle (Stand: 06.05.2020)

 +++ 04.05.2020 +++

Die Ausgangssperre in Indien wurde gestern (03.05.2020) um weitere zwei Wochen verlängert und gilt nun bis zum 17.05.

 +++ 29.04.2020 +++

Mithilfe des Corona-Nothilfe-Fonds konnten bisher 16.564 Familien (6.776 und 7.153 Familien in Indien, 2.635 Familien in Bangladesch) mit Lebensmitteln unterstützt werden.

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Gute Nachrichten aus Odisha:

Die Bewohner der Dörfer (zum Großteil Adivasi), in denen unser Partner Samajik Seva Sadan tätig ist, können nun verschiedene Regierungsprogramme nutzen. Unter anderem erhalten Sie Lebensmittel und finanzielle Unterstützung.

Zudem können die Menschen auf im Rahmen des Projekts neu erlangtes Wissen im Bezug auf das Sammeln von Waldprodukten zurückgreifen. Dieses Wissen haben sie sich bei dem Besuch einer Saatgutmesse zu Beginn des Jahres angeeignet. Die Saatgutmesse wurde von einer anderen Partnerorganisation in der Region ausgerichtet. Die Adivasi-Dörfer befinden sich in abgelegenen Gebieten und die Menschen leben hier im Einklang mit der Natur.

 +++ 27.04.2020 +++

In der vergangenen Woche haben wir an dieser Stelle über die Situation im Projektgebiet unserer Partnerorganisation CSS in der Nähe von Ranchi berichtet. Das Gebiet wurde zur "Roten Zone" deklariert und die Versorgung der Menschen musste unterbrochen werden. Nun erreichten uns neue Bilder und die Mitteilung, dass unser Partner durch die Unterstützung der örtlichen Polizei nun die Lebensmittel-Nothilfepakete verteilen kann.

 +++ 24.04.2020 +++

Weitere Unterstützung für die Ärmsten zugesagt

Wir konnten weiteren acht langjährigen Projektpartnern in Indien die Hilfe für die am stärksten benachteiligten Menschen in dieser Krise zusagen. 7.153 Familien erhalten nun Lebensmittel für bis zu 30 Tage.

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Inzwischen steigt die Zahl an Corona-Infizierten in Bangladesch weiter rapide an. Es gibt 4.689 bestätigte Fälle und 131 Todesfälle.

 +++ 22.04.2020 +++

Indien zählt aktuell rund 20.000 bestätigte Corona-Fälle. Bangladesch liegt bei 3.700 Fällen.

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Mrs. Sachi Kumari und ihre Organisation Chotanagpur Sanskritik Sangh haben im Rahmen des Nothilfe-Fonds rund 2.430 Euro erhalten, um 300 Personen in 30 Dörfern mit einem Nothilfe-Paket zu versorgen. Heute haben wir die Nachricht erhalten, dass Teile der Projektregion zu einer "Roten Zone" ausgewiesen wurden. Dies ist das Resultat aus einem Todesfall und mehreren bestätigten Corona-Fällen. Durch die Deklarierung wurde für die Region ein totaler Lockdown verhängt: "Das Verlassen der Häuser ist strikt verboten. Es herrscht Panik." Auch unsere Partnerorganisation ist betroffen und kann die Menschen zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit der versprochenenden Nothilfe unterstützen. Geplant ist, dass dies in den nächsten Tagen nachgeholt werden kann. Inzwischen haben sich zehn Freiwillige unseres Partnern bereiterklärt die lokalen Behörden zu unterstützen.

 +++ 21.04.2020 +++

Corona-Nothilfe in Indien

6.776 besonders armen und benachteiligten Familien in Indien können wir nun durch die Arbeit unserer Partnerorganisationen unterstützen.

Insgesamt 14 Organisationen, mit denen wir schon viele Jahre zusammenarbeiten, versorgen die Menschen mit Lebensmitteln. Dies ist durch die zahlreichen Spenden aus Deutschland von insgesamt 100.000 Euro möglich. Die Lebensmittel reichen für die nächsten 10 bis 20 Tage aus. Im Anschluss ist eine weitere Unterstützung geplant. Die Verteilung im Land sieht wie folgt aus: Drei Organisationen sind im Norden Indiens (Uttar Pradesh), vier im Osten (Jharkhand, Assam und Chhattisgarh) und sieben im Süden Indiens (Karnataka, Telangana) tätig.

Corona-Nothilfe in Bangladesch

Auch in Bangladesch ist die Not groß und ähnelt der in Indien: Millionen von Menschen, vor allem Tagelöhner_innen können sich durch den landesweiten Lockdown nicht mehr mit Lebensmitteln versorgen. Fünf unserer langjährigen Partnerorganisationen konnten wir eine Zusage zur Förderung machen. Insgesamt können durch diese Unterstützung 2.635 Familien mit ersten Nothilfe-Paketen (hauptsächlich bestehend aus Reis, Dal, Öl, Salz, Kartoffeln, Zucker und Seife) versorgt werden. Die Lebensmittel reichen je nach Projekt 15 bis 30 Tage aus.

 +++ 20.04.2020 +++

200 Familien aus sieben Dörfern erhalten nun durch unsere Partnerorganisation Jan Vikas Sansthan aus Uttar Pradesh notwendige Hilfe. Die Zielbevölkerung besteht aus Musahar ("Rattenesser", Menschen mit Behinderungen, Witwen, arme Dalits und Tagelöhner_innen).

 +++ 17.04.2020 +++

Wir konnten bereits 14 Partnerorganisationen unsere Unterstützung zusagen. Sie erhalten finanzielle Unterstützung, um Nothilfepakete an die Ärmsten zu verteilen.

Wie viele Menschen wir mit der Nothilfe erreichen können, können Sie Anfang nächster Woche an dieser Stelle lesen.

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Viele Frauenselbsthilfegruppen, die ihm Rahmen unserer Projekte ins Lebens gerufen wurden, stellen Schutzmasken her. Damit setzen sich dafür ein, dass das Corona-Virus langsamer verbreitet wird.

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Unsere Partnerorganisationen klären die Menschen in den Projektdörfern auf und zeigen ihnen unter anderem, wie man sich richtig die Hände wäscht.

 +++ 16.04.2020 +++

Weshalb kommt die notwendige Unterstützung vom indischen Staat nicht bei allen Bedürftigen an?

In einer indienweiten Studie  hat das Ministerium für soziale Gerechtigkeit und Befähigung untersucht, ob die Notzahlung des Staates bei den Menschen ankommt. Für die Studie wurden 500 studierende Dalits, Indigene und Menschen unterer Klassen befragt. Heraus kam, dass das Geld zwar auf den Konten ankommt, die Menschen aber nicht auf diese zugreifen können. Dies liegt zum einen daran, dass Banken nur halbtags geöffnet sind und die Menschen durch den Lockdown keine Möglichkeit haben dorthin zu kommen, andererseits sind viele Geldautomaten defekt.

Millionen von Menschen sind aktuell nicht ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgt. Warum dies der Fall ist, hat die Right to Food Campaign untersucht. Sie hat die Nothilfe der Regierung in den Verteilungsläden und zentren überprüft: In nur 18 von 50 Zentren sind überhaupt Lebensmittel verteilt worden. Viele Verteiler beanspruchen Nahrungsmittel für sich selbst. Haben Personen keine Lebensmittelkarten, erhalten sie weniger als 10 kg Reis oder gehen ganz leer aus. Zudem wissen viele Menschen nichts über die ihnen zustehende Unterstützung, wie beispielsweise Schulspeisungen. Oftmals sind die Zentren auch zu weit von den Dörfern entfernt und ein Erreichen unmöglich. Auch sind viele Menschen durch die Polizeipräsenz eingeschüchtert und trauen sich nicht auf die Straße.

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Auch unser Partner Karunalaya Social Service Society in Chennai erhält Unterstützung für die Versorgung der Familien, die nun ohne Arbeit nicht mehr ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Auch für sie stellt der Mangel an Lebensmitteln die größte Bedrohung dar. Aus diesem Grund erhalten 925 Familien eine Grundversorgung für zehn Tage. Diese besteht aus: Reis, Dahl, Salz, Zucker, Öl, Gewürzen, Senf, Seife und Waschmittel.

 +++ 15.04.2020 +++

Vor einiger Zeit besuchte Elvira Greiner, 1. Vorsitzende der ANDHERI HILFE, Schwester Leela und ihre Organisation Seva Sadan in den Glimmerminengebieten Jharkhands (mehr Informationen zu diesem Projekt). Diesen Besuch wird sie wohl nie vergessen: "Die Kinder schlotterten in viel zu dünnen Kleidern, hockten in dem alles durchdringenden Staub der Minen, schleppten mit ausdruckslosen Gesichern Körbe voller Glimmer". Das Leben der Menschen ist geprägt von extremer Armut. Vor allem die Kleinsten leiden darunter.

Nun erreichte uns der Hilferuf von Schwester Leela. Durch den Lockdown können die Menschen nicht mehr arbeiten gehen und kein Geld verdienen. Ohne Geld können sie sich keine Lebensmittel kaufen, denn Erspartes haben sie nicht. Die Menschen dort sind krank vor Hunger. Die Kinder sind unter- und mangelernährt. Ihr Zustand ist besorgniserregend. Da die Hilfe von der Regierung nicht bei ihnen ankommt, muss ihnen anderweitig geholfen werden.

Aus diesem Grund unterstützen wir unsere Partnerin darin für 200 Menschen Lebensmittel-Nothilfepakete auszugeben. Ein Paket besteht aus 7 kg Reis, 3 kg Dal, 1 kg Salz und 5 kg Mehl.

 +++ 14.04.2020 +++

Die bestehende Ausgangssperre in Indien wurde bis zum 3. Mai verlängert. Aktuell gibt es rund 10.000 registrierte Corona-Fälle. Da Indien zu den Ländern gehört, in denen am wenigsten getestet wird, ist eine höhere Zahl der Infizierten wahrscheinlich. 

 +++ 13.04.2020 +++

"Der Einfluss von COVID-19 ist nicht nur körperlich. Der landesweite Lockdown hat auf die gesamte Bevölkerung unterschiedlichste Auswirkungen. Menschen jeden Alters, Geschlechts oder Herkunft stehen vor großen Herausforderungen. Sie benötigen eine Grundversorgung, um ihr Leben nun regeln zu können".

Diese Zeilen schreibt uns unsere engagierte Partnerin Sachi Kumari, die die Organisation Chotanagpur Sanskritik Sangh leitet. In der Regel liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Stärkung von Frauen. In dieser schwierigen Zeit setzt sie sich für alle Menschen ein, die die Unterstützung so dringend benötigen. Zu den am schwersten Betroffenen in ihrer Umgebung gehören Arbeitsmigranten und ihre Familien, Bauern und Personen, die im landwirtschaftlichen Bereich arbeiten, Frauen, Kinder und Menschen mit Behinderungen. Neben der Aufklärung der Menschen, der Versorgung mit Medikamenten und Beratung für den Verkauf ihrer landwirtschaftlichen Produkte, verteilen sie erste Nothilfepakete. Diese bestehen aus Mehl, Tee, Seife, Zucker, Hülsenfrüchten, Waschmittel, Desinfektionsmittel, Handschuhen und Gesichtsmasken.

 +++ 12.04.2020 +++

Unsere Partnerin Meera Khader von der Organisation SAPID leitet uns Bilder weiter, die zeigen, wie sie, ihre Mitarbeiter und viele Freiwillige die Ärmsten unterstützen. In Hinblick auf den Lockdown begann hier die Hilfe schon frühzeitig. Sie versorgten Arbeitsmigranten mit Lebensmitteln. Freiwillige Jugendliche kochten warme Mahlzeiten und verteilten diese an Bedürftige. Sie klärten die Dorfbewohner darüber auf, dass das Tragen von Masken und Abstandhalten vor einer Ansteckung schützen kann.

Darüber hinaus schreibt sie uns: "Weisheit hat nichts mit Bildung zu tun und Verantwortung hat nichts mit Status oder Wohlstand zu tun. Das Verhalten der indigenen Gruppen zeugt von Disziplin."

 

+++ 11.04.2020 +++

Der Bundesstaat Chhattisgarh verzeichnet die höchste Kindersterblichkeitsrate ganz Indiens. Die meisten sterben hier nicht durch Naturkatastrophen oder Hunger, sie sterben aufgrund von mangelnder Hygiene und deren Folgen. Daher schlägt unsere Partnerorganisation Navrachna, die sich für die Rechte der indigenen Gruppen im Distrikt Bilaspur einsetzt, in Zeiten von Corona besonders Alarm. Die indigene Gruppe der Baiga beispielsweise lebt abgelegen in bewaldeten Regionen und wird von jeglicher Unterstützung durch die Regierung ausgeschlossen. Ihnen mangelt es neben der Hygieneausstattung auch an ausreichender Gesundheitsversorgung. In der Regel wenden sie noch traditionelle Medizin an, die ihnen auch bei vielen Erkrankungen hilft. Doch bei Krankheiten, die von „Außen“ kommen, haben sie keine Chance auf die richtige Behandlung. Dies wäre auch bei der Ausbreitung des Corona-Virus der Fall. Die diskriminierten indigenen Gruppen Indiens sind daher besonders gefährdet, sollte das Virus auch in ihren Dörfern ankommen. Unser Partner Navrachna klärt die Menschen daher über die Regeln zum Schutze auf und plant auch sie mit Nahrungsmitteln, Seife, Desinfektionsmittel, Medikamenten und Schutzmasken auszustatten.

 +++ 10.04.2020 +++

In der Projektregion unserer Partnerorganisation Vidya Dham Samiti im Banda-Distrikt, im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, sind 12 von 200 Menschen an Tuberkulose erkrankt. Durch den Lockdown ist es ihnen aktuell nicht möglich an ihre Medikamente zu kommen. 

 +++ 09.04.2020 +++

Unsere Partnerorganisation Seva Sadan setzt sich nicht nur für die Stärkung von Familien in den Glimmerminen im Koderma-Distrikt im Bundesstaat Jharkhand ein, sie führt seit 72 Jahren auch das einzige Krankenhaus in der Region (Korderma Holy Family Hospital). Dieses, von Ordensschwestern geleitete Krankenhaus, wurde nun von der indischen Regierung ausgewählt, zukünftig Corona-Patient_innen aufzunehmen. Insgesamt werden sich sieben Ärzte, 36 Krankenschwester und 30 Sanitäter_innen um die Betroffenen kümmern können. Wie auch beispielsweise in Deutschland werden die Ärzte hier in Schichten arbeiten. Unterstützt werden sie durch die Arbeit der Ordensschwestern. Aktuell werden 200 bis 235 Patienten täglich dort behandelt, 150 Menschen können stationär aufgenommen werden. Die indische Regierung wird das Krankenhaus mit der notwendigen medizinischen Ausstattung und Medikamenten versorgen, die für die Behandlung von Corona-Patient_innen notwendig sind.

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Eine Gruppe von 50 Bauarbeitern, die durch den Lockdown nun in Hyderabad ohne Lebensmittel feststecken und vom Bauleiter im Stich gelassen wurden, werden durch unseren Partner Varghese versorgt.

Die Hilfsbereitschaft vieler Menschen ist groß. Eine Gruppe von IT-Spezialisten aus Hyderabad kocht für die gestrandeten Arbeitsmigranten warme Mahlzeiten.

 +++ 08.04.2020 +++

Frauen aus der südindischen Stadt Villupuram haben sich im Rahmen des Projektes mit unserem Partner RPEDC zu Näherinnen fortgebildet. Sie nähen aktuell Schutzmasken, die an so viele Menschen wie möglich aus der näheren Umgebung ausgegeben werden.

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Wir stehen in engem Kontakt zu unseren Partnern, die sich mit großartigem Einsatz, um die Menschen in unseren Projekten kümmern.

Gestern erhielten wir eine Mail von Renuka, die Leiterin der Organisation CWDR. Seit 1998 arbeiten wir gemeinsam mit ihr zur Förderung von Frauen-Selbsthilfeorganisationen in den Slums von Chennai.

Renuka schreibt uns mit großer Sorge „Die Situation ist bedrohlich. Vermutlich werden in Indien mehr Menschen an Hunger sterben als am Corona-Virus. Bevor am 24. März die Ausgangssperre verhängt wurde, haben wir die Menschen noch direkt erreichen können, wir haben sie aufgeklärt und ihnen Masken gegeben. Auch wiesen wir sie darauf hin, dass sie sich mit Seife die Hände waschen müssen. Doch gerade im Sommer und dann noch in den Slums ist das ein großes Problem. Seit dem Lockdown organisieren wir Lebensmittel für die Hausangestellten, Transgender und Arbeitsmigranten in unserer Projektregion. Das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber wir tun, was wir tun können. Die Sicherheit der Menschen in unseren Projekten und auch die unserer Mitarbeiter steht an oberster Stelle. Das Problem ist: keine Arbeit bedeutet kein Lohn. Am schlimmsten betroffen sind die Arbeitsmigranten. Der Lockdown kam so plötzlich. Sie konnten nicht reagieren, sie hatten keine Zeit zurück in ihre Heimatdörfer zu gehen. Nun stecken sie hier ohne Arbeit und Familie fest. Registrierte Familien haben von der Regierung 1.000 Rupien erhalten (umgerechnet ca. 12,50 Euro). Doch die meisten Arbeitsmigranten und alleinstehende Frauen sind nicht registriert.

Auch die Regel, dass man Abstand zueinander halten soll, ist schwierig. In ganz Indien, aber vor allem in den Slums. Die meisten Familien leben in nur einem Raum zusammen und teilen sich mit vielen anderen Menschen öffentliche Toiletten. Die Zustände sind erbärmlich.

Die Menschen brauchen dringend Essen und weitere Aufklärung, um die Verbreitung des Virus zu verhindern.“

 

 +++ 07.04.2020 +++

Am 24.03. wurde indienweit eine Ausgangssperre (Lockdown) vorläufig bis zum 14.04. verhängt - eine Extremsituation unvorstellbaren Ausmaßes im zweitbevölkerungsreichsten Land dieser Erde. 

Am härtesten hat es bereits die ärmste Bevölkerung getroffen, die zudem kaum Zugang zu einer umfassenden Bildung, Hygiene und Gesundheitsaufklärung hat. Die Menschen, die sich im informellen Gewerbe gerade noch über Wasser gehalten haben - Wanderarbeiter,  Lastenträger, Hausangestellte, Straßenverkäufer oder Rikschafahrer - sind nun ihrer Existenz beraubt. Massenhaft haben sie sich zu Fuß auf den Weg von den Städten zu ihren Heimatdörfern gemacht, da Bus- und Bahnverkehr eingestellt wurden. Ihr Zuhause liegt in vielen Fällen hunderte Kilometer weit entfernt.

Um die Corona-Ausbreitung zu verhindern, werden sie nun teilweise in eilig von der Regierung eingerichteten Camps notversorgt. Die Situation in den Slums (hier leben 25-40% der Einwohner_innen indischer Großstädte) spitzt sich aktuell weiter dramatisch zu. Die Wasserversorgung ist vielerorts nicht gesichert. Im Zuge des Lockdown wurden die öffentlichen Toiletten geschlossen.

Für die Bedürftigsten hat die indische Regierung bereits Unterstützung in Form von Hilfspaketen mit Nahrung und überbrückenden Einkommen zugesagt. Unterdessen bewirkt der harte Lockdown, dass Hilfslieferungen nur sehr schleppend bei den Notleidenden ankommen. Viele der Ärmsten sind zudem nicht registriert, finden somit keine Berücksichtigung.

Ein weiteres Problem der Ausgangssperre ist der eingeschränkte Nachrichtenfluss. Falschmeldungen über die Verbreitung des Corona-Virus zirkulieren über Messenger-Dienste, die nicht selten in schweren Anfeindungen gegenüber muslimischen oder aus dem Ausland eingereisten Überträgern münden.
 

Unsere Partner sind Hoffnungsträger

In dieser extremen Notsituation sind unsere Partnerorganisationen oftmals die wichtigsten Ansprechpartner für die Menschen, die von anderer Seite nicht erreicht werden, z.B. weil sie nirgendwo registriert sind. Sie helfen ihnen wenn irgend möglich, die Regierungshilfen zu erhalten. Sie mobilisieren lokal Spenden, organisieren und verteilen Lebensmittel, teilweise auch gekochte Mahlzeiten für die Menschen auf der Straße. Sie versuchen zu helfen, wenn Menschen ihre lebenswichtigen Medikamente nicht mehr bekommen. Selbsthilfegruppen, in unseren Projekten aufgebaut, kümmern sich um die Ärmsten in ihren Dörfern und Slums. Und doch reicht all dies bei weitem nicht aus: Millionen Menschen hungern! Sie haben weniger Sorge, am Corona-Virus zu erkranken. Sie haben Sorge zu verhungern.

Diesen Menschen gilt unsere Soforthilfe!

Wir bitten Sie daher herzlich um Ihre großzügige Spende mit dem Stichwort: „Corona“.

Hier können Sie direkt und sicher online spenden.

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Slum Hyderabad Lebensmittel LKW
Lebensmittel werden mit dem LKW in einen Slum von Hyderabad geliefert. Die Ärmsten erhalten Unterstützung von unseren Partnern vor Ort.
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Zwei junge Männer sortieren Lebensmittel, die verteilt werden sollen.
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Ein Slum in Indien. Die Hütten bieten nur schlechten Schutz vor dem Wetter. Besonders die hygienischen Bedingungen sind katastrophal.
Kinder Slum Indien
Kinder in einem Slum. Das Leben in indischen Slums war auch schon vor der Corona-Krise sehr schwer. Besonders die fehlenden Sanitäreinrichtungen haben auch schon früher zu Krankheiten geführt. (Archivfoto von Roger Richter)