ANDHERI HILFE

2018: Starthilfe für mehr als 740.000 Menschen

Liebe Freundinnen und Freunde der ANDHERI HILFE,

was wird das noch recht neue Jahr 2019 wohl bringen? Wir haben gewisse Vorstellungen - und dann kommt vieles doch ganz anders. So war es auch im vergangenen Jahr. Als ich im Januar in den Glimmerminen im Norden Indiens unterwegs war, war ich zutiefst betroffen von der extremen Armut und Hoffnungslosigkeit. Wie soll sich hier etwas ändern, wo die Babys von klein auf im giftigen Staub leben, Kinder sehr früh mitarbeiten müssen und kaum jemand älter als 40 Jahre wird?

Doch bis Ende des Jahres haben wir es bereits geschafft, dass 340 dieser Kinder jetzt täglich zur Schule gehen, statt in die Minen!

Und als wir im heißen Sommer 2018 hörten, dass in Kerala die Regenzeit heftiger als sonst eingesetzt hatte, da rechneten wir nicht damit, dass daraus die schlimmste Flutkatastrophe seit 100 Jahren werden würde. Wir ahnten aber auch nicht, dass wir dank der einzigartigen Hilfsbereitschaft unserer Freunde mehr als 2.500 der am schlimmsten betroffenen Familien einen Neuanfang würden ermöglichen können.

 

Ein Einblick auf das ANDHERI-Jahr 2018...

Hätten Sie gedacht, dass wir im Jahr 2018 mehr als 740.000 Menschen in Indien und Bangladesch eine Starthilfe für ein Leben in Würde geben konnten, die meisten von ihnen Mädchen und Frauen? Oder dass wir - mit Ihrer Hilfe - allein in Bangladesch 283 jungen Menschen aus ärmsten Familien durch eine Berufsausbildung eine neue Zukunftsperspektive eröffnen konnten?

Schule statt Kinderarbeit

Die Situation der Menschen in den Glimmerminen im ostindischen Jharkhand hat uns zutiefst schockiert. Ein Leben im glitzernden Staub - buchstäblich von der Wiege bis zur Bahre. Kaum jemand wird älter als 40 Jahre. Den Dorfbewohnern bleibt oftmals nichts anderes übrig, als die braune Brühe aus Erdlöchern zu trinken. Hier konnten wir 2018 den ersten Trinkwasserbrunnen bauen. Und die ersten 340 Kinder zwischen 3 und 13 Jahren gehen jetzt zur Schule statt in die Minen!

Neubeginn nach der Flut in Kerala

Völlig unerwartet wurde im Sommer der Monsunregen in Kerala, im Südwesten Indiens, zu einer Jahrhundertflut. Hunderttausende waren betroffen: ihre Häuser wurden weggeschwemmt, die lebenswichtige Ernte zerstört. Dank der spontanen Hilfsbereitschaft alter und neuer Spender_innen konnten wir mehr als 2.500 Familien, die alles verloren hatten, schnelle Starthilfe geben. Der Kauf von neuem Saatgut und die Instandsetzung der Felder und Brunnen bewahrte sie vor einer noch größeren Katastrophe.

Perspektiven für junge Witwen und ihre Kinder

2018 rüttelten erneut Berichte aus Indien auf: Missernten und Verschuldung trieben immer mehr Kleinbauern in den Selbstmord. Zurück blieben Frauen und Kinder - in Not und Verzweiflung. In unserem Modellprojekt in der am schlimmsten betroffenen Region in Maharashtra ging es nicht nur um Unterstützung beim Aufbau einer neuen Existenzgrundlage, sondern auch - und das war das Einzigartige - um psychologische Begleitung, um das Trauma zu verarbeiten. 55 Frauen und 103 Halbwaisen haben so den Weg "zurück ins Leben" gefunden.

 

...und ein Ausblick in das ANDHERI-Jahr 2019

Kinder aus den Minen in die Schulen

Die Bilder aus den Glimmerminen haben sich eingebrannt. Und wir wissen: Nach wie vor leben und arbeiten tausende von Kindern in diesen Minen unter gefährlichsten Bedingungen. Deshalb wollen wir hier weitere Schulen bauen und den Kindern eine Bildungschance geben, neue Trinkwasserbrunnen errichten und den Menschen helfen, sich zusätzliche Einkommensmöglichkeiten aufzubauen, um ihre extreme Armut zu überwinden.

Überleben in der Heimat ermöglichen

Immer mehr Kleinbauern sind in ihrer Existenz bedroht – durch Dürre und Überflutungen. Wir wollen 2019 weitere Projekte realisieren, die den Menschen Überlebenschancen in ihrer Heimat sichern. Es geht darum, die natürlichen Ressourcen – Wasser, Boden und Pflanzen – klug zu nutzen, um so selbst unter immer unberechenbareren klimatischen Bedingungen nachhaltige Landwirtschaft möglich zu machen.

Klima und Umwelt schützen

Bangladesch gehört zu den Ländern, die schon heuteam stärksten vom Klimawandel betroffen sind, obwohl das Land selbst nur sehr wenig hierzu beiträgt. Wir sehen es als unsere Verantwortung, ärmsten Menschen in Bangladesch eine Starthilfe zu geben – und dabei gleichzeitig zum Klimaschutz beizutragen. In einem neuen Projekt wollen wir tausenden Familien eine Starthilfe geben: für den Bau einer Biogasanlage, die Installation einer kleinen Solaranlage als Ersatz für die rußenden Petroleumlampen oder zur Umstellung auf biologische Landwirtschaft.

Augenlicht retten

Auch nach 1,3 Millionen – durch Spenden finanzierte – lichtbringende Augenoperationen gibt es in Bangladesch immer noch mehr als 750.000 Menschen, die blind sind, obwohl sie durch eine Operation von nur 50 Euro geheilt werden könnten. Unsere „Aktion Augenlicht retten“ wollen wir 2019 um eine neue Komponente erweitern: auch den Arbeiterinnen in Textilfabriken augenärztliche Versorgung zugänglich machen.

Ihre Spende wirkt!

Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung. Lassen Sie uns gemeinsam weitermachen – auch in 2019.

 

 

 

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Einblick in das ANDHERI-Jahr 2018
Ausblick in das ANDHERI-Jahr 2019
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